Neuseeland

AM ANDEREN ENDE DER WELT
 
 

Südinsel

So, wo war ich? Achja... Wir haben also von der Fähre aus schon den Hafen von Picton gesehen. Als wir dann endlich angekommen sind, durften wir wieder nach unten, wo die Autos standen und haben gewartet bis wir endlich rausfahren durften. Da wir in Wellington nichts gefrühstückt hatten, hatten wir totalen Hunger. Wir haben das Auto auf einem Parkplatz am Hafen stehenlassen und sind in die (kleine) Cafe-Souvenir-Einkaufsstraße gelaufen und haben in einem Cafe erst mal was gegessen. Danach sind wir ein bißchen durch Picton spaziert (Picton ist wirklich total klein) und danach haben wir in der i-Site nach einer Autowerkstatt gefragt. Da ich in den letzten Wochen immer ein Ruckeln beim Bremsen bemerkt hab, wollten wir das Auto erst mal durchchecken, bevor wir dann losfahren. In Picton gab es 2 Werkstätten. Wir sind erst mal zur nächstgelegenen gefahren und haben gefragt, ob sie Zeit hätten, nach dem Auto zu schauen. Da die dort total unfreundlich waren und nur gemeint haben, wir sollen gegen 15:00 Uhr nochmal kommen, sind wir gleich zur nächsten Werkstatt gefahren. Dort hatte man auch sofort Zeit und die haben sich das erst mal angeguckt. Meine Bremsscheiben waren wohl schon ziemlich durchgefahren und sollten erneuert werden. Das Geräusch, wenn das Auto steht, wäre zwar nicht schlimm, aber wir sollten es mal beobachten. Da wir noch keine Unterkunft hatten, haben wir gesagt, dass wir das Auto später wieder vorbei bringen. Wir haben nach einem Campingplatz gesucht und uns dann für den billigen und etwas außerhalb gelegenen „Alexanders Campground“ entschieden und haben für 2 Nächte bezahlt. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten und alles aus dem Auto geschafft haben, haben wir das Auto wieder in die Werkstatt gefahren und sind zurück zum Campingplatz gelaufen. Es sollte nachmittags oder spätestens am nächsten Morgen fertig sein. Abends wollten wir dann was zu Essen kochen und haben plötzlich festgestellt, dass unsere ganzen Lebensmittel und die Töpfe und das Geschirr alles im Kofferraum sind. Tja, das haben wir wohl vergessen. Wir haben uns dann spontan für Fish`n Chips entschieden und sind zum nächsten Takeaway gelaufen. Am nächsten Morgen haben wir kurz Besuch von Lena, Laura und Wera bekommen. Sie hatten ihr Kühlakkus in Taupo im Gefrierfach vergessen und wir haben die Akkus für sie mitgenommen. Da die 3 an dem Tag abreisen wollten, haben sie uns kurz besucht (wir konnten die Akkus ja nicht bringen ohne Auto) und die Akkus geholt und uns noch ein paar Tips gegeben. Wir sollten auf jeden Fall zur Bob`s Bay laufen. Da wärs total schön. Wir haben noch eine Weile gequatscht und uns dann zum x-ten Mal verabschiedet. Nachdem wir um zwölf Uhr mittags immer noch nichts von der Autowerkstatt gehört haben und wir keine Lust mehr hatten, auf dem Campingplatz zu hocken, sind wir einfach mal hingelaufen. Das Auto war fertig, aber einen Telefonanruf haben wir nicht bekommen. Typisch Neuseeländer! Der ganze Spaß hat 140$ gekostet, aber dafür sind meine Bremsen jetzt wieder sicher. Da wir uns auf dem Campingplatz schon für die Tour zur Bob`s Bay angezogen haben, sind wir direkt von der Werkstatt an den Hafen gefahren, haben geparkt und sind dann losgelaufen. Da wir direkt am Meer entlanglaufen wollten, haben wir die untere Strecke genommen, waren allerdings schon nach einer halben Stunde da. Eigentlich war die Strecke viel zu kurz, aber da es so heiß war, waren wir doch froh, dass wir nicht noch länger laufen mussten. Wir haben unsere Schuhe ausgezogen und unsere Füße im kalten Wasser abgekühlt. Danach haben wir uns noch eine Weile auf die Wiese gesetzt und den Schiffen zugeguckt. Als wir wieder in der Stadt waren, sind wir noch ein bisschen durch die Geschäfte geschlendert und danach wollten wir uns eigentlich noch mit einem Handtuch runter ans Meer legen. Als wir unten angekommen sind, hat es sich auf einmal so zugezogen. Es war total bewölkt, windig und saukalt. Also sind wir doch wieder zurück auf den Campingplatz gefahren und haben uns dort noch draußen hingesetzt. Da es dort nicht so windig war, wars auch wesentlich angenehmer. Morgens haben wir dann die Zelte abgebaut und sind über den Queen Charlotte Drive nach Nelson gefahren. Da die Strecke über die Berge ging und wieder total kurvig war, mussten wir zweimal anhalten, weil Daniela total schlecht geworden ist (an meinen Fahrkünsten lag es jedenfalls nicht). Der Queen Charlotte Drive war total schön. Man ist direkt am Meer und an den Sounds entlang gefahren. Wir haben auch ein paar Mal angehalten, um Fotos zu machen. Eigentlich wollten wir in Havelock anhalten, weil Alisa gesagt hat, dass es ein total schönes kleines Örtchen sein soll. Aber so beim Durchfahren hat es nicht wirklich nach „anhalten und aussteigen“ ausgesehen und wir sind direkt weitergefahren. Mittags sind wir in Nelson, unserem nächsten Stop, angekommen. Da viele Campingplätze entweder zu teuer oder zu weit außerhalb waren, haben wir eine Nacht im Kiwi Holiday Park bezahlt. Nelson war im Vergleich zu Picton richtig groß. Dort gab es wenigstens einen McDonalds, wo wir mal wieder kostenloses Internet nutzen konnten. Nachdem wir auf dem Holiday Park die Zelte aufgebaut haben, sind wir nochmal in die Stadt gefahren, um uns umzugucken. Da es in Nelson mit Parkplätzen nicht so einfach war, haben wir etwas außerhalb geparkt und sind dann in die Stadt gelaufen. Ich hatte mir ja in Hastings im Kathmandu (Outdoor-Shop) während des SALE eine Wanderhose gekauft. Da ich die Hose nie anhatte, weil wir ja nie richtig wandern waren, hab ich auch nicht gemerkt, dass sie mir eigentlich zu groß ist. Als wir in Picton zur Bob`s Bay gelaufen sind, wollte ich die Hose anziehen, hab aber dann gemerkt, dass sie viel zu groß ist. In Nelson haben wir beim Durchfahren gesehen, dass die einen Kathmandu haben und ich hab sie dann mitgenommen. Den Kassenzettel hab ich leider nicht mehr gefunden in meinem Chaos, aber ich hab gedacht, ich versuchs einfach mal. Ich bin mit meiner Hose in den Laden und hab gesagt, dass ich die Hose zu Weihnachten bekommen hätte, aber sie leider nicht anprobiert hab und jetzt gemerkt hab, dass sie zu groß ist. Ich hatte also weder Kassenzettel noch waren die Schildchen an der Hose. Da Lena eine Kundenkarte hat und wir immer alles über ihre Kundenkarte haben laufen lassen, hat die Frau ganz schnell den Kassenzettel gefunden und ausgedruckt. Da sie das nicht entscheiden konnte, wollte sie erst ihre Chefin fragen. Nach einer Ewigkeit kam die Chefin und hat sich die Hose gaaaaanz genau angeschaut. Ich hab ihr dann gesagt, dass ich die Hose noch nie getragen hab (was ja auch stimmte). Sie hat auch an der Hose gerochen und meinte, dass sie nach Waschmittel riecht. Ich hab ihr dann gesagt, dass ich die Hose in meinem Rucksack mit gewaschener Wäsche hatte (was ja auch stimmte). Nach langem Hin und Her hat sie mir dann die Hose eine Nummer kleiner gegeben und ich hab sie (vorsichtshalber) anprobiert. Hat perfekt gepasst und ich durfte sie mitnehmen. Da ich die Hose im SALE gekauft hab und nur 89$ bezahlt hab (anstatt 178$), hatte ich Glück, dass ich sie umgetauscht bekommen hab. Jetzt hab ich also eine reduzierte Hose ohne Kassenzettel oder Schildchen nach fast einem Monat umgetauscht. Das wäre in Deutschland nie möglich gewesen. „Umtausch nur innerhalb von 14 Tagen mit Kassenbon“. Nachdem wir das erledigt hatten, sind wir in Nelsons Innenstadt gelaufen und haben uns die Stadt angeschaut. Nelson war nichts Besonderes und eine schöne Stadt war es auch nicht unbedingt. Das einzige, was unsere Laune gehoben hat, war „Der Wurstladen – German Sausages“. Wir sind natürlich sofort reingegangen und dort gab es tatsächlich ein paar Wurstsorten aus Deutschland. Auf einem Regal standen auch noch saure Gurken von Kühne und Puddingpulver von Dr. Oetker. War total lustig! Da es aber doch im Vergleich zu Deutschland recht teuer war, haben wir uns zusammen eine Rolle Zwiebel-Tartar gekauft. Ich weiß nicht genau, was die in Deutschland kostet - wir haben über 7$ bezahlt. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Der Verkäufer war zwar nicht aus Deutschland, aber die Wurst hat dafür umso mehr nach „Heimat“ geschmeckt. Nachdem wir uns die Stadt ein bisschen angeguckt haben, sind wir auf dem Weg zum Campingplatz nochmal an den Strand gefahren und haben noch einen Strandspaziergang gemacht. Als wir wieder „daheim“ waren, haben wir uns in die Küche gesetzt und mal unsere ganzen Geräte an die Steckdose gehängt. Am nächsten Morgen gings dann weiter nach Marahau. Nach einem kurzen Zwischenstop in Motueka, haben wir in Marahau 2 Nächte auf dem Campingplatz „Old McDonalds Farm“ bezahlt. Eigentlich wollten wir am nächsten Tag eine Kajak-Tour am Abel Tasman National Park machen, aber da es zu teuer war, haben wir das dann doch gelassen. Das Kajak hätte 55$ pro Person für einen halben Tag gekostet. Aber da wir weder eine Tour machen noch einen halben Tag Kajak fahren wollten, haben wir die Pläne gestrichen. Wir wollten eigentlich einfach nur 2 oder 3 Stunden ein bisschen paddeln. Und das können wir billiger auf irgendeinem See machen. Da wir aber schon 2 Tage auf dem Campingplatz bezahlt hatten, haben wir beschlossen, dass wir am nächsten Tag im Abel Tasman wandern gehen. Der Campingplatz lag direkt an einem Bach. Irgendjemand hat im Bach einen Staudamm gebaut, damit sich das Wasser dort sammelt. Also konnte man schön baden gehen. Es war immer noch total heiß und Daniela und ich sind zum Abkühlen in den eiskalten Bach gegangen. Da man durch die Hitze nach ein paar Minuten wieder trocken war, hab ich das mehrfach wiederholt. War echt total schön! Am nächsten Morgen haben wir Wanderschuhe angezogen und haben uns auf den Weg zum Abel Tasman gemacht. Der Wanderweg war total schön (schattig) und einfach zu laufen. Wir sind an mehreren Bay`s vorbeigekommen und haben gaaaanz viele schöne Fotos gemacht. Irgendwann hatte Dani keine Lust mehr zu laufen (normalerweise bin ich immer diejenige, die zum Umkehren anstiftet) und wir sind umgedreht. Nach (nur!) 2 Stunden waren wir wieder am Auto und haben Wanderschuhe gegen Flip Flops ausgetauscht und sind nochmal an den Strand gefahren und haben uns in die Sonne gelegt. Nachdem es zu warm wurde, bin ich ein Stück im Meer gelaufen (es war Ebbe und man konnte kilometerweit laufen). Auf einmal hab ich im Wasser was kleines sternförmiges gesehen und hab es auf meinen Flip Flop gesetzt. Das war ein ganz kleiner Mini-Seestern. Nachdem er sich so komisch zusammengezogen hat, hab ich ihn wieder ins Wasser gelassen und bin weitergelaufen. Und dann hab ich noch ganz viele andere Seesterne gefunden in allen Größen. Ich hab sie natürlich fotografiert. Nachdem wir noch eine Weile am Strand waren sind wir in ein Cafe am Abel Tasman gegangen und haben dort was zu Mittag gegessen. Da immer noch so schönes Wetter war (hier auf der Südinsel haben wir echt Glück mit dem Wetter), sind wir wieder auf den Campingplatz und haben uns dort noch ein bisschen in die Sonne gesetzt (ich bin zwischendurch immer mal wieder in den Bach zum Abkühlen – Dani war es zu kalt). Am nächsten Morgen sollte es weiter nach Collingwood gehen. Dort wollten wir eine Tour zum Farewell Spit machen. Gegen Mittag sind wir in Collingwood angekommen und haben eine Nacht auf dem Collingwood Holiday Park bezahlt. Da es total windig war, war es schwierig die Zelte aufzubauen. Eigentlich wollten wir uns noch ein bißchen in dem Ort in der Golden Bay umgucken. Aber Collingwood ist so klein, es gab nur eine Straße und nach 10 Minuten waren wir wieder auf dem Campingplatz. Wir sind dann in den nächsten Ort (mit ungefähr 5 Häusern) gefahren und haben im Old School Cafe die Farewell Spit Tour für den nächsten Tag gebucht (für 120$). Da man die Tour nur bei Ebbe machen kann und wir erst mittags um eins gestartet sind, haben wir gleich noch eine Übernachtung bezahlt. Den restlichen Tag haben wir auf dem Campingplatz mit Lesen verbracht. Das Farewell Spit ist übrigens eine kilometerweite Sandbank mit Dünen und LEUCHTTURM! Am nächsten Morgen konnten wir endlich mal ausschlafen und haben in aller Ruhe gefrühstückt. Gegen zwölf sind wir dann nach Puponga gefahren, von wo aus wir mit dem Bus zum Farewell Spit fahren sollten. Da wir (typisch deutsch) wie immer zu früh waren, haben wir dort noch einen Kaffee getrunken. Um 13:00 Uhr durften wir endlich in den Bus einsteigen und die Fahrerin (und Führerin) hat sich vorgestellt. Sie hat uns dann auch erklärt, was uns erwartet und wo wir hinfahren. Dann meinte sie noch, dass vor ein paar Minuten die Nachricht eingegangen ist, dass am Farewell Spit Wale gestrandet sind und dass wir versuchen werden, so nah wie möglich an die Wale ranzukommen. Wir haben uns natürlich total gefreut, obwohl es ja traurig ist, dass die Wale gestrandet sind. Aber Daniela und ich haben noch nie Wale gesehen (außer im Fernsehen). Wir sind also dorthin gefahren und das Whale Rescue Team war auch schon vor Ort. Die haben uns dann gesagt, dass die Wale zu weit draußen sind, um sie von Land aus zu sehen. Da die Tour zum Spit am äußeren Strand entlangging und die Wale am inneren Strand gestrandet sind, hatte es sich also erledigt. Schade! Wir sind also auf den äußeren Strand gefahren und erst mal nach links zum Cape Farewell abgebogen. Dort durften wir dann aussteigen und sind ein Stück gelaufen. Wir haben erst gar nicht gewusst, warum alle so aufgeregt sind. Außer Felsen lag dort nichts am Strand. Bis wir unter den Felsen (gut getarnt) ein paar Seerobben erkannt haben. Uns wurde auch gesagt, dass man auf keinen Fall zwischen die Robben und das Meer gehen sollte. Das ist der Fluchtweg der Robben und wenn man den versperrt, greifen sie einen an. Ich wollte es also nicht riskieren und hab immer schön Abstand gehalten. Die Frau (ich hab leider ihren Namen vergessen) hat uns dann noch was zu den verschiedenen Gesteinen erklärt und uns Fosilien gezeigt. Nachdem wir alle aus schön braver und sicherer Entfernung die Robben fotografiert haben, sind wir wieder in den Bus gestiegen und in die andere Richtung gefahren. Auf dem gesamten Farewell Spit lagen immer mal wieder die Robben faul im Sand oder haben mit ihren Flossen gewunken. Die waren soooo süß! Manchmal hat der Bus die Robben aufgeschreckt und die sind dann mit einer Geschwindigkeit ins Meer gewatschelt, die man den trägen Viechern gar nicht zugetraut hätte. Die Frau hat uns auch ganz viel über die Vögel erzählt, die am Farewell Spit leben, aber nachdem wir die Robben gesehen haben, waren die Vögel uninteressant. Es wurde auch viel über die Geschichte des Spits und allgemein über Neuseeland geredet, aber ich hab nicht alles verstanden. Und wir haben Milliarden „Jellyfish“ (Quallen) gesehen, die einfach im Sand geklebt haben nachdem die Flut weg war. Als wir am Leuchtturm angekommen sind, war ich etwas enttäuscht. Nach dem rot-weiß-gestreiften Leuchtturm am Cape Palliser war dieser geradezu hässlich. Ich weiß auch gar nicht, wie ich ihn beschreiben soll, hab ihn aber fotografiert. Am Leuchtturm haben wir eine Pause gemacht und es gab Kaffee, Tee und belegte Brötchen. Danach ging es wieder auf den Rückweg mit Zwischenstopps an einem großen See, der von Jahr zu Jahr kleiner wird und an einer riesigen Sanddüne auf die wir dann raufgeklettert sind. Gegen 17:00 Uhr waren wir wieder am Auto und sind total beseelt und durchgefroren (am Spit ging ein höllischer Wind) wieder zurück auf den Campingplatz gefahren. Am nächsten Morgen hieß es wieder Zelte abbauen und alles im Auto verstauen. Mittlerweile haben wir unsere Ordnung, wo was hin muss, damit alles reinpasst. Mir graut jetzt schon davor, wenn ich das Auto verkaufen muss. Ich werde auch versuchen, Zelt, Matratze, Campingstuhl... mit zu verkaufen. Unser nächstes Ziel war Murchison. Nach ewiglanger Fahrt sind wir endlich in der „Stadt“ Murchison angekommen und haben festgestellt, dass es dort nicht mal einen Supermarkt gibt. Da es erst Mittag war und wir noch zu der Swingbridge in der Nähe fahren wollten, haben wir beschlossen, dass wir erst mal zur Swingbridge fahren und je nachdem wie spät es ist, weiter nach Westport fahren. Wir sind also zur Buller Gorge Swingbridge gefahren und mussten feststellen, dass die 5$ wollen, damit man einmal drüber laufen darf. Wir haben erst überlegt, aber dann entschieden, dass wir halt bezahlen, wenn wir schon mal da sind. Schon frech, aber gut. Wir haben bezahlt und sind einmal über die Swingbridge gelaufen. War schon komisch, über die Schlucht und den reißenden Fluss zu laufen. Vor allem, da die Swingbridge mehr geswingt hat als die in Carterton. Als wir drüben waren, haben wir gesehen, dass man einen 20-minütigen Loop-Track laufen kann. Wir dachten uns, wenn wir schon bezahlt haben, dann laufen wir jetzt auch. War nicht gerade angenehm bei der Bullenhitze, aber bezahlt ist bezahlt. Als wir wieder am Auto waren, haben wir die Zeit gerechnet und entschieden, dass wir weiter nach Westport fahren. Irgendwann abends sind wir in Westport angekommen und haben in der i-Site nach Campingplätzen gefragt (bis jetzt hatten wir Glück mit dem Wetter wegen campen). Da Westport nicht sehr schön und auch nicht sehr groß ist, waren wir im New World und haben eingekauft und sind dann ein paar Kilometer weiter nach Carters Beach gefahren. Dort haben wir eine Nacht auf einem Top 10 Holiday Park bezahlt und nachdem wir die Zelte aufgebaut haben, sind wir nochmal ans Meer gelaufen und haben bei gefühlter Windstärke 9 einen Strandspaziergang gemacht. Als es zu kalt wurde, sind wir wieder zurück gelaufen. Morgens sind wir früh aufgestanden, weil wir ans Cape Foulwind laufen wollten. Es war total bewölkt (das erste Mal auf der Südinsel) und es sah nach Regen aus. Wir haben wieder alles ins Auto gepackt und sind ans Cape gelaufen. Dort gab es einen Walk auf dem Cape Foulwind und zu einer Seal Colony. Vom Parkplatz aus konnte man auch schon den Leuchtturm sehen (der auch nicht so schön war). Wir sind den Berg hoch gelaufen und am Cape entlang. Der Weg war nur schmal und ging direkt an den Klippen entlang (wie immer ohne Geländer). Aber die Aussicht war atemberaubend und das düstere Wetter hat irgendwie gepasst. An fast jedem Cape sind rauhe Felsen im und ums Wasser. Total genial! Nachdem wir eine Stunde gelaufen sind und noch nichts von einer Seal Colony gesehen haben (die liegen ja meistens am Strand und wir sind auf dem Berg gelaufen), haben wir umgedreht und sind wieder zurück gelaufen. Auf dem Rückweg kam endlich die Sonne raus und es wurde schlagartig wieder heiß. Wir sind dann die längere, aber schönere Strecke nach Punakaiki gefahren und waren so gegen zwölf im einzigen Hostel. Punakaiki ist eigentlich kein Ort. Da wurden nur mehrere Unterkünfte wegen den Pancake Rocks gebaut. Es gibt eine Bar und sonst nichts. Da das Hostel auch Camp-Sites hatte, wollten wir im Garten die Zelte aufbauen. Wir haben eine Nacht bezahlt und die Zelte aufgebaut. Man soll die berühmten Pancake Rocks besuchen, wenn Flut ist, damit man die „Blow Holes“ sehen kann. Wir haben an der Rezeption gefragt, wann Flut ist und man hat uns gesagt um 13:14 Uhr. Also hatten wir noch eine halbe Stunde. Dann mussten wir nicht bis zum nächsten Tag warten. Da die Pancake Rocks in der Nähe waren, sind wir hingelaufen. Wir waren pünktlich zur Flut da, konnten aber nicht entdecken, was „Blow Holes“ sind. Die Pancake Rocks waren der Wahnsinn! So was hab ich noch nicht gesehen (wie eigentlich alles hier in Neuseeland). Ich kann es wieder schlecht beschreiben. Ihr müsst einfach auf die Fotos warten. Wir haben ganz viel geknipst und sind dann nochmal in das gegenüberliegende Souvenier-Geschäft gegangen. Hab ich schon erwähnt, dass Daniela süchtig nach Souvenier-Geschäften ist. Wir kennen mittlerweile fast jedes Geschäft in Neuseeland. Es könnte ja in einem Geschäft was geben, was es in einem anderen Geschäft noch nicht gab (bis jetzt kam das noch nicht vor). In dem Souvenierladen haben wir dann auf verschiedenen Postkarten gesehen, was Blow Holes sind. Wenn das Meer sehr stürmisch ist, schwappt das Meer durch die verschiedenen Höhlen und spritzt meterweit nach oben (nur bei Flut). Eigentlich dachten wir, dass es stürmisch war an dem Tag, war aber leider nicht so. Auf dem Rückweg haben wir noch einen Abstecher zu einer Höhle gemacht. Da unsere Taschenlampen nicht mehr ganz funktionsfähig waren, konnten wir in der Höhle leider nicht viel sehen. Eine Frau, die da stand, meinte, dass man normalerweise in der Höhle einen Kreis laufen kann. Aber das war uns zu riskant ohne was zu sehen. Wieder im Hostel haben wir gesehen, dass man im 16km entfernten Barrytown „Knifemaking“ machen kann. Wir haben dort angerufen und gefragt, ob für den nächsten Tag noch 2 Plätze frei sind. Wir hatten Glück! Wir haben eine Nacht verlängert und haben den restlichen Tag mit Lesen verbracht (wie meistens, wenn wir früh irgendwo ankommen). Da wir am nächsten Morgen um viertel nach neun in Barrytown sein mussten, sind wir früh aufgestanden, haben gefrühstückt und sind losgefahren. Wir waren (wie immer) viel zu früh und haben im Auto gewartet. Das Wetter war wieder total bewölkt und hat auch nicht nach Besserung ausgesehen. Aber hier in Neuseeland weiß man ja nie. Um halb zehn ging das Knifemaking los. Wir haben erst alte Hemden, Handschuhe, Schutzbrille und eine Sicherheitseinweisung bekommen und mussten unsere Namen auf ein Stück Klebeband schreiben und aufs Hemd kleben. Da wir dann immer direkt mit Namen angesprochen wurden, war es gleich total familiär. Steven und seine Frau Robyn (beide schon ziemlich alt) machen das „Knifemaking“ schon seit mehreren Jahren und haben mit ihren „Schülern“ schon über 17000 Messer produziert. Wir haben dann alle ein Stück Eisen bekommen, was wir ins Feuer halten sollten bis es glüht. Dann mussten wir es mit einem Hammer bearbeiten (sieht immer so einfach aus, ist aber total anstrengend). Es ging weiter mit Griff aussägen, schleifen, kleben, bohren... Gegen Mittag sind wir alle ins Haus und es gab Sandwiches, Kaffee, Tee und Obst. Nach dem Mittagessen hat uns Robyn zu einer großen Schaukel geführt und jemand sollte sich freiwillig für den Anfang melden. Da ich gerne schaukele, hab ich mich gleich gemeldet und ich musste mich auf die Schaukel setzen. Dann haben 5 Leute an einem dicken Seil gezogen, dass an der Schaukel hing und die Schaukel hat sich meterweit in die Luft gezogen. War wie Achterbahn fahren. Und da ich nicht damit gerechnet hab, dass es so hoch geht, hab ich natürlich geschrien. Und da ich die erste war und so geschrien hab, wollten die anderen Mädels dann doch nicht mehr schaukeln. Nach der Mittagspause ging es wieder an die Messer. Wir haben den Griff noch bearbeitet, das ganze mit einer Schicht überzogen, damit es wasserfest wird und die Klinge poliert. Zum Schluss hat Steven die Klinge noch geschärft und wir durften unser selbstgemachtes Messer mit nach Hause nehmen. Gegen fünf waren wir dann fertig und haben uns verabschiedet. War total schön! Nachdem wir wieder im Beach Hostel waren, hat sich das Wetter total zugezogen und abends hat es dann angefangen zu regnen. Am nächsten Morgen sind wir wieder mal nass aufgewacht und haben wieder mal die Zelte bei Regen abgebaut. Leider haben wir auch an diesem Morgen keine Delphine gesehen. Als Melanie in diesem Hostel war, konnte sie vom Frühstückstisch aus die Delphine im Meer sehen. Wir hatten aber ja bisher gar kein Glück bei so was. Nach dem Frühstück ging es dann weiter nach Hokitika. Da das Wetter dort wieder schön war, wollte ich campen. Daniela wollte aber mal wieder in einem richtigen Bett schlafen. Also ist sie in ein Hostel gegangen und ich hab mein Zelt auf dem Kiwi Holiday Park etwas außerhalb aufgestellt. Danach sind wir nochmal in die Stadt gefahren und ein bißchen durch die Straßen gelaufen. In einer Seitenstraße war ein Kiwi-Center wo ich unbedingt mal rein wollte. Dort gab es ein Aquarium und (endlich) lebendige Kiwi-Birds. Da ich noch keinen Kiwi gesehen hab, wollte ich unbedingt rein. Daniela hat draußen gewartet, weil ihr der Eintritt (18,50$) zu teuer war. Ich hab bezahlt und der Typ meinte, ich soll noch 5 Minuten warten, bevor ich zu den Kiwis gehe, weil er sie eben erst gefüttert hat und sie dann wohl für eine Weile verschwinden. Also hab ich mir erst mal die Fische, Krabben, Schildkröten und Riesen-Aale angeguckt. Nach einer Weile bin ich dann zu den Kiwis gegangen. In dem Raum war es stockdunkel und ich hab erst gar nichts gesehen. Dann hab ich in einer Ecke ein Geräusch gehört und bin da hingelaufen. Da hab ich direkt an der Scheibe ein großes Etwas gesehen. Leider war es zu dunkel um irgendwas anderes außer Umrisse zu sehen. Ich hab dann mit dem Fingernagel an die Scheibe geklopft und da kam auch gleich der lange, dünne Schnabel an die Scheibe. Ich bin dann an der Scheibe entlanggelaufen und hab immer wieder mit dem Fingernagel drangeklopft. Der Kiwi ist immer meinem Klopfen gefolgt. In einer Ecke war ein schwaches Licht, dort hab ich ihn dann hingeführt, damit ich ihn mal sehen kann. Total süß (auch wenn die schon irgendwie hässlich sind)! Nachdem ich wieder draußen war, sind Daniela und ich nochmal an den Strand gegangen. Dort war ein Treibholz-Wettbewerb und man konnte ganz tolle Gebilde aus Treibholz angucken (auf was für Ideen manche Leute kommen). Da es total windig war, haben wir es aber nicht lange am Strand ausgehalten. Danach sind wir nochmal in die Bücherei wegen Internet. Da wir dringend mal wieder waschen mussten, haben wir den Nachmittag getrennt verbracht und uns abends wieder in der Stadt getroffen. Wir haben im Fat Pipi eine Pizza gegessen (Neusseländer habens nicht so mit Pizza, hab noch keine gegessen, die richtig schmeckt) und sind danach noch in eine Bar und haben was getrunken. Dann haben wir nochmal einen Spaziergang gemacht und sind dann wieder jeder in seine Unterkunft. Da es in Hokitika so nicht viel zu sehen gibt, waren wir auch nur eine Nacht dort. Am nächsten Morgen gings dann weiter zu den Gletschern. Auf dem Weg zum Franz Josef Glacier hat es wieder angefangen zu regnen und nicht mehr aufgehört. Dort angekommen wollten wir eigentlich zu dem Gletscher laufen, aber da es so geregnet hat, hatten wir beide keine Lust. Wir sind also weiter an den Fox Glacier gefahren. Dieser sollte sowieso schöner und nicht so touristisch sein. Dort haben wir eine Nacht im Fox Glacier Inn (war ein Hotel mit integriertem Backpacker-Hostel) bezahlt (25$ pro Nacht) und später gesehen, dass nebenan ein BBH-Hostel (Ivory Towers) für 22$ pro Nacht ist. Da wir sowieso zwei Nächte bleiben wollten, wollten wir dann am nächsten Morgen grad ins Hostel nebenan ziehen. Seitdem gucken wir vorher immer, was am billigsten ist. Abgesehen davon, dass das Hostel viel schöner war als das Hotel. Kaum zu glauben! Da es ununterbrochen geregnet hat, haben wir den ganzen Mittag geschlafen und sind nach dem Essen gleich wieder ins Bett. Am nächsten Morgen war es total bewölkt, aber immerhin hat es nicht geregnet. Wir wollten eigentlich zum Fox Glacier laufen, aber beide Zufahrtsstraßen waren gesperrt. Toll! Also sind wir zum Lake Matheson gefahren, der ein Stück außerhalb liegt. Wenn es ganz windstill ist, kann man die schneebedeckten Berge im Wasser sehen wie ein Spiegelbild. Wir sind eine Stück gelaufen bis wir am See waren und natürlich war es nicht windstill. Wir hatten aber auch ein Pech! Wir haben dann gelesen, dass man frühmorgens oder in der Abenddämmerung an den See gehen soll. Also sind wir wieder zurück zum Auto und haben nochmal beide Zufahrtsstraßen zum Gletscher überprüft, ob sie jetzt frei waren. War natürlich nicht der Fall. Ich wollte den Gletscher aber unbedingt sehen. Wir sind also in das Booking-Center und ich hab gefragt, ob die Touren trotzdem stattfinden. Da dies der Fall war, hab ich für 17:00 Uhr eine zweistündige Tour zum Gletscher für 49$ gebucht. Ich bin nochmal ins Hostel zurück und hab mich entsprechend angezogen und bin wieder zum Booking-Center. Um fünf gings los. Da wir nur 3 Leute waren, war die Tour ganz angenehm. Wir wurden erst mit dem Bus (durch die gesperrten Straßen) auf einen Parkplatz gefahren und dann sind wir ca. eine Stunde zum Gletscher gelaufen. Mandy, unsere „Führerin“ hat uns ganz viel über den Gletscher und die Umgebung erzählt. War alles total interessant. Die Straßen waren übrigens für normale Leute, die keine Tour machen gesperrt, weil in der Nacht mehrere Felsbrocken vom Berg gekommen sind. An einem sind wir sogar vorbeigefahren, der hatte einen Durchmesser von 2x3 Metern. Die Touren haben trotzdem unter hohen Schutzmaßnahmen stattgefunden. Wir durften bei der Tour zum Gletscher auch nicht sehr lange an einem Fleck stehenbleiben. Keine Ahnung warum! Leider durfte man nicht ganz bis zum Gletscher, weil dort schon mehrere tödliche Unfälle durch runterstürzende Eisplatten passiert sind. Aber es war trotzdem total interessant. Am Ende hab ich noch ein Zertifikat ausgestellt bekommen, damit ich die Tour „überlebt“ habe. Am nächsten Morgen sind Daniela und ich ganz früh aufgestanden, weil wir nochmal einen Versuch am Lake Matheson wagen wollten. Die Sonne hat geschienen und man konnte zum ersten Mal seit unserer Ankunft die schneebedeckten Berge Mt. Cook und Mt. Tasman sehen (beide sind die letzten Tage unter Nebelschwaden verschwunden). Wir sind wieder an den See gelaufen und haben dieses Mal gaaanz tolle Spiegelbild-Bilder mit schneebedeckten Bergen gemacht. Da wir so früh unterwegs waren, sind wir einmal um den ganzen See gelaufen. Nach eineinhalb Stunden waren wir wieder am Ausgang und haben dort in einem Cafe noch einen Tee getrunken und uns dann auf den Weg nach Wanaka gemacht. Wir haben auf dem Weg dorthin noch einen Abstecher nach Jackson Bay gemacht, weil man dort angeblich Pinguine sehen kann. Aber wie immer haben wir keine gesehen. Jackson Bay war nur ganz klein und wir haben uns dann nicht weiter dort aufgehalten. Dann sind wir weiter nach Wanaka gefahren. Die Strecke dorthin war total schön! Wir sind erst am Lake Wanaka und dann am Lake Hawea vorbeigefahren. Beide Seen waren von Bergen umgeben. Die komplette Landschaft sah aus wie gemalt. Ich bin mir vorgekommen, wie wenn ich durch eine Postkarte fahre. Das war bis jetzt die schönste Strecke, die ich hier in Neuseeland gefahren bin. Ich hab so oft angehalten um Fotos zu machen, dass Dani fast durchgedreht ist. In Wanaka angekommen, haben wir erst für eine Nacht auf einem Campingplatz bezahlt. Wir haben dann versucht, unsere Zelte aufzubauen, aber der Boden war so hart, dass wir unsere Heringe nicht in den Boden bekommen haben. Und der Wind war auch viel zu stark. Wir sind dann wieder ins Office gegangen und haben nach einem anderen Platz gefragt. Aber auf dem neuen Platz gingen die Heringe genauso wenig in den Boden und der Wind hat uns die Zelte um die Ohren gehauen. Nachdem mein Zelt einmal durch die Luft geflogen ist, ging auch noch die Zeltstange kaputt. Wir sind wieder ins Office und haben gefragt, ob wir unser Geld wieder zurückbekommen, weil es geradezu unmöglich war, die Zelte aufzubauen. Wir wollten dann doch lieber in ein Hostel. Wir haben unser Geld bekommen und uns in den günstigsten Hostels nach freien Dorm-Rooms erkundigt. Leider war fast jedes Hostel komplett ausgebucht. Nach langem Suchen haben wir dann zwei freie Betten in der Matterhorn Lodge bekommen. War zwar total teuer, aber wenigstens hatten wir eine Unterkunft. Wanaka ist wohl im Winter ein ganz beliebtes Skigebiet, aber wir haben auf keinem einzigen Berg einen Skilift gesehen. Den restlichen Tag haben wir im Hostel verbracht. Am nächsten Morgen sind wir noch ein bisschen in Wanaka und am See entlanggelaufen und danach gings ab ins „Puzzling World“. Das war so abgefahren. Erst mussten wir durch ein Labyrinth laufen und danach sind wir die verschiedenen Attraktionen abgelaufen. Da war zum Beispiel ein Raum, wenn du dich auf die eine Seite gestellt hast, hast du total klein ausgesehen und auf der anderen Seite total groß. Da waren ganz viele Räume mit Sinnestäuschungen. In einem anderen Raum war ein Brunnen, in dem das Wasser aufwärts geflossen ist. War total interessant! Nach diesem Spaß sind wir dann weiter nach Queenstown gefahren. Da Regen gemeldet war, haben wir wieder nach einem Hostel geschaut und sind für eine Nacht in der Pinewood Lodge gelandet. Queentstown ist eine große Stadt, aber total schön. Wir sind durch die Stadt gelaufen und haben uns alles wichtige angeguckt. Da wir vorher im Internet waren und ich meinen Kontostand gecheckt hab, hab ich dann den Swing, den ich in Queenstown machen wollte, dann doch lieber sein lassen. Da man sonst nichts weiter in Queenstown machen konnte, sind wir auch nur eine Nacht geblieben. Da meine Erkältung gerade erst verschwunden war und ich schon wieder entzündete Stirnhöhlen hatte, wollte ich am nächsten Morgen zum Arzt gehen. Wir sind also ins Medical Centre gefahren und dort musste ich erst mal 150$ bezahlen, damit ich überhaupt den Arzt sehen konnte und 9$ für die Untersuchung des Arztes. Der hat mir dann sofort Antibiotika verschrieben und wir sind in die nächste Apotheke gefahren. Dort hab ich dann fürs Antibiotika nochmal 27$ bezahlt (das war dann das Geld für den Swing, den ich nicht gemacht hab, aber ich bekomm ja hoffentlich alles von der Versicherung wieder). Nach meinem teuren Arztbesuch sind wir dann weiter nach Te Anau gefahren. Da das Wetter wieder so schlecht war, mussten wir wieder in ein Hostel gehen. Wir haben eine Nacht in der Barnyard Lodge bezahlt und wegen dem Wetter nicht mehr viel gemacht. Wir waren nur nochmal in der Bücherei wegen Internet und in der i-Site, um unsere Cruise-Tour durch die Milford Sounds zu buchen. Am nächsten Morgen sind wir bei schönerem Wetter zu den Milford Sounds gefahren. Die Landschaft war echt der Hammer und am Homer-Tunnel mussten wir erst warten, bis wir durchfahren durften. Also haben wir das Auto auf den Parkplatz gestellt und sind zu den Eisbergen gelaufen, die dort in der Nähe waren. War total komisch, direkt vor den Füßen den Schnee zu haben. Als die Ampel am Tunnel endlich grün wurde, sind wir wieder ins Auto eingestiegen und durch den Berg gefahren. Daniela und ich hatten beide ein total mulmiges Gefühl. Es war stockdunkel, gab keine Notausgänge und das Wasser kam von der Decke runter. Also nach deutschen Vorschriften wäre der Tunnel schon längst gesperrt worden oder bzw. anders gebaut. In Milford haben wir dann einen kleinen Spaziergang gemacht und wollten uns dann eigentlich ans Wasser setzen und lesen bis die Tour losgeht. Leider hat es dort nur so von Sandflys gewimmelt. Die Biester sind ätzender als Mücken, weil die Stiche 24 Stunden am Tag und 3 Wochen lang jucken. Wir wollten uns dann eigentlich ins Auto setzen zum Lesen, aber dort war so eine Hitze, dass uns die Brühe nur so gelaufen ist. Und das Fenster konnten wir auch nicht aufmachen, weil dann die Sandflys reingekommen sind. Wir haben uns dann in die Abfahrtshalle von der Cruise-Tour gesetzt und haben dort noch bis drei Uhr gelesen. Dann ging die Tour los. Wir sind aufs Boot und dann den Milford Sound entlanggefahren. War total schön! Überall aus den Bergen kamen Wasserfälle runter und die Landschaft war Wahnsinn! Also landschaftlich ist die Südinsel um einiges schöner als die Nordinsel. Jeder hat immer gesagt, es wäre total abwechslungsreich, aber am Anfang hat man gar keinen Unterschied gemerkt. Aber je weiter wir in den Süden gekommen sind, desto abwechslungsreicher wurde es. Erst hätte man meinen können, dass man auf einer deutschen Landstraße fährt und ein paar Kilometer weiter standen wieder überall Palmen. Nach weiteren Kilometern war alles ausgedörrt und überall standen graue Bäume ohne Blätter oder sonst irgendwas. Und nach weiteren Kilometern war man in einer Felslandschaft. Also total genial! So, wo war ich... Die Tour durch den Milford Sound ging ca. 2 Stunden. Und die 69$ haben sich auf jeden Fall gelohnt. Wir sind noch an einem Robbenfelsen vorbeigefahren, aber Robben haben wir ja in letzter Zeit mehr als genug gesehen. Da das Wetter schön war und wir nicht wieder in ein teures Hostel gehen wollten, wollten wir auf einem DOC schlafen. Campingplätze gab es in der Umgebung nicht. Eigentlich hab ich ja auf dem DOC in Mt. Bruce schlechte Erfahrungen gemacht, aber vielleicht war es ja gar nicht so schlimm. Da auf dem Rückweg nach Te Anau ganz viele DOC's waren, sind wir erst noch ein bisschen gefahren, bevor wir uns für einen entschieden haben. Nur nochmal zur Erinnerung: ein DOC-Campingplatz ist nur ein Stück Wiese ohne fließendes Wasser oder Klo. Wir hatten uns in Milford auf einer öffentlichen Toilette schon mehrere Wasserflaschen abgefüllt (kochen, Zähne putzen, Hände waschen). Wie sich herausgestellt hat, gab es dort doch ein kleines Klohäuschen. Aber ich hätte mich lieber in ein Gebüsch kutschen sollen, weil ich den Gestank des Klos heute noch in der Nase hab. Daniela hatte sich in Hastings einen Gaskocher gekauft, also konnten wir sogar was kochen. Und nachdem ich meine kaputte Zeltstange geklebt hab, konnte ich das Zelt auch wieder aufbauen. Das Ganze wurde unangenehm begleitet von Milliarden von Sandflys. Wir hatten uns vorher mit einem Zeug eingesprüht, so dass wir nicht gestochen werden. Aber leider hält die Wirkung nicht sehr lange und ich kämpfe heute noch mit den Stichen und aufgekratzten Wunden. Daniela hatte irgendwann die Schnauze voll und ist ins Zelt gegangen. Ich hab noch eine Weile draußen am Tisch gesessen und plötzlich hat irgendwas gegen meinen Schuh geklopft. Ich hab nach unten geguckt und da saß zwischen meinen Füßen ein Vogel, der ständig an meiner Hose und an meinen Schuhen gepickt hat. Ich hab ihn immer wieder verscheucht bis ich gemerkt hab, dass er die Sandflys frisst, die sich um meine Beine versammelt haben. Dann hab ich ihn natürlich sitzen lassen. Nachdem die Wirkung des Sprays nachgelassen hat und ich schon meine Hand blutig gekratzt hab, bin ich dann auch ins Zelt. Am nächsten Morgen bin ich aufgewacht und hab gedacht, dass es regnet. Als ich dann endlich die Augen aufgemacht hab, hab ich gesehen, dass es nicht regnet, sondern dass Milliarden Sandflys zwischen meinem Innen- und Außenzelt waren. Das Geräusch hat sich angehört, als würde es regnen. Es war der Horror! Ich hab das Zelt geschüttelt und wollte gar nicht rausgehen. Ich konnte sowieso fast die ganze Nacht nicht schlafen, weil ich mich ständig kratzen musste. Auch wenn wir alleine auf dem DOC waren, war es doch wesentlich angenehmer als meine letzte Erfahrung. Das liegt aber wahrscheinlich daran, dass Daniela auch im Zelt geschlafen hat und sich nicht, wie Alisa, im Auto eingeschlossen hat. Am nächsten Tag hatten wir eine lange Strecke vor uns. Wir wollten bis nach Invercargill fahren. Die Strecke war nicht so schön und da es nicht viel zu gucken gab, wurde ich irgendwann müde und hab dann das erste Mal seit wir unterwegs sind, Dani ans Steuer gelassen. Nachmittags sind wir dann endlich in Invercargill angekommen. Die Stadt an sich ist total hässlich, aber von dort kommt man gut an die Fähre nach Stewart Island. Da Daniela nicht mehr so viel Geld übrig hat, wollte sie nicht mit nach Stewart Island kommen. Mein Kontostand hätte es mir zwar auch nicht wirklich erlaubt, aber ich wollte unbedingt hin, wenn ich schon mal hier in Neuseeland bin. In Invercargill sind wir zuerst in die i-Site gegangen und ich hab dort die Fähre (69$ hin und 69$ zurück), ein Hostel (18$ fürs Campen!) und die Kiwi-Spotting-Tour (140$) für Stewart Island gebucht. Danach sind wir nochmal ein bisschen in der Stadt rumgelaufen, haben aber nichts wirklich interessantes entdeckt. Gegen Abend haben wir dann einen günstigen Campingplatz (Beach Road Holiday Park) gefunden und haben wieder mal unsere Zelte aufgebaut. Daniela hat für 3 Nächte und ich für 2 Nächte bezahlt, da ich ja eine Nacht in Stewart Island war. Am nächsten Morgen hieß es ganz früh aufstehen, weil ich ja zur Fähre musste. Ich hatte abends schon mein Zelt, Schlafsack, Matratze und ein paar Klamotten in meinen großen Rucksack gepackt und hab in der Nacht bei Daniela im Zelt geschlafen, damit ich frühs nicht auch noch mein Zelt abbauen muss. Da die Hostels auf Stewart Island total teuer sind, hab ich ein Hostel mit Campingmöglichkeit gebucht. Also musste ich das ganze Zeug auch noch mitschleppen. Wir sind dann nach Bluff gefahren (ein kleiner Ort in der Nähe von Invercargill, von dem die Fähre abgeht) und Daniela hat mich dort abgesetzt und ist mit dem Auto wieder zurück nach Invercargill gefahren. Um 09:30 Uhr ging die Fähre. Da das Wetter wieder mal so schlecht war, hat man leider nicht viel gesehen. Eine Stunde später bin ich auf Stewart Island angekommen. Auf ganz Stewart Island gibt es nur einen einzigen Ort, an dem auch die Fähre ankommt: Oban. Man kann es auch nicht wirklich als Ort bezeichnen. Es gibt einen Mini-Supermarkt, zwei Hostels, ein Restaurant und ein Souvenierladen. Es ist eher ein kleines Fischerdorf (ich frag mich, wer da freiwillig lebt). Ich hab mir erst mal denn billigsten Kaffee seit meinem Neuseelandaufenthalt für 3$ gekauft und danach auf dem „Stadt“plan das Hostel gesucht. Ich hab mir beide Rucksäcke aufgeschnallt (einer vorne und einer hinten) und bin ins Stewart Island Backpackers gelaufen. Das erste Mal seit Ewigkeiten, dass ich mich mal wieder als „Backpacker“ gefühlt hab. Im Hostel wollte ich Daniela eine SMS schreiben, dass ich gut angekommen bin. Aber es gibt wohl auf Stewart Island keinen Antennenmast. Ich hatte weder Empfang noch gab es irgendwo ein Telefon. Ich war also komplett vom Rest der Welt abgeschnitten. War aber auch mal ein ganz angenehmes Gefühl. Nachdem ich mein Zelt aufgebaut hab, hat es auch schon angefangen zu regnen, aber Gott sei dank nur kurz. Den Rest des Tages hab ich im Zelt mit lesen verbracht. War mal richtig entspannend, nicht jeden Tag von A nach B zu hetzen und immer wieder auf Achse zu sein. Ich hab das rumgammeln mal richtig genossen. Leider hab ich dann ein komplettes Buch an einem Nachmittag gelesen und mich dann den Rest des Abends gelangweilt. Gegen halb neun abends bin ich dann wieder runter an den Hafen gelaufen, weil von dort aus die Kiwi-Spotting-Tour losging. Um dreiviertel neun durften wir aufs Boot. Ich war die Jüngste an Board (anscheinend ist das Kiwi-Spotting kein Backpacker-Ding). Sonst waren nur Leute über 40 mit dabei. Der Captain hat uns dann erklärt, wo wir hinfahren und was wir dann machen. Um kurz nach neun als es schon fast dunkel war sind wir endlich losgefahren. Als wir aus dem Hafen rausgefahren sind, sind wir an einem großen Felsen im Wasser vorbeigefahren und der Kapitän hat auf ganz kleine Pinguine auf dem Felsen gezeigt. Die waren so süß, aber im vorbeifahren hab ich leider nur ein unscharfes Foto machen können. Aber auf der Fahrt zur Peninsula sind ein paar Pinguine neben unserem Boot hergeschwommen. Als wir an der Peninsula angekommen sind, hat uns der Kapitän noch ein bisschen was über Kiwis erzählt, vor allem über die Kiwis auf Stewart Island. Dort gibt es noch 22000 Kiwis, weil es dort nicht den Kiwi-Feind Opossum gibt, der auf der Nord- und Südinsel die Kiwis tötet. Eigentlich muss ich ja „Kiwi-Bird“ schreiben, weil so die Vögel heißen. Kiwi-Fruit sind die Früchte und Kiwis werden die Neuseeländer genannt. Ich hab mal den Fehler gemacht und zu einem Neuseeländer gesagt, dass ich keine Kiwis mag. Der hat dann etwas skeptisch geguckt, aber ich meinte die Früchte und nicht die Neuseeländer. Auf Stewart Island gibt es auch die größten Kiwi-Birds von ganz Neuseeland und dort sieht man die Kiwis sogar bei Tageslicht. Normalerweise kommen Kiwis ja erst bei Nacht raus. Der Kapitän hat uns auch noch aufgeklärt, wie wir uns verhalten sollen, wenn wir einen sehen und dass wir gerne Fotos machen können, aber Blitz und alle Kamerageräusche ausschalten sollen, weil das die Kiwis verschreckt. Wir haben dann jeder eine Taschenlampe bekommen uns sind mit einem anderen Typ, der mit an Board war und die Tour führt, an Land geklettert und durch den „Dschungel“ gelaufen. Wir mussten ganz leise sein und haben immer mit der Taschenlampe ins Gebüsch geleuchtet. Leider haben wir nirgendwo Kiwis gesehen. Nachdem wir eine Weile gelaufen sind, sind wir an einem Strand angekommen und mussten dort unsere Taschenlampen ausschalten. Der Guide hatte eine Speziallampe und hat dann den Strand abgeleuchtet und schon sind wir über einen Kiwi gestolpert, der dort am Strand gefressen hat. Wir sind ganz nah hingelaufen und konnten Fotos machen. Leider war ein Kandidat dabei, der seine Kamerageräusche nicht ausgeschaltet hat und beim ersten Foto von dem Typ ist der Kiwi natürlich abgehauen. Wir sind dann weiter gelaufen und schon standen wir vor dem nächsten Kiwi. Der hat gar nicht gemerkt, dass wir da waren. Wir durften bis auf 2 Meter zu ihm hin. Unser Guide hat seine Taschenlampe immer so eingestellt, damit wir den Kiwi am besten sehen konnten, er aber nicht vom Licht verschreckt wird. Da meine Kamera nicht so gut ist, wenn es zu dunkel ist (Blitz durften wir ja nicht anstellen), hab ich dann alles Kiwis immer gefilmt, weil da die Qualität komischerweise besser war als auf den Fotos. Irgendwann hat es dann angefangen zu regnen, aber das hat niemanden gestört. Wir waren so ins Kiwi-Spotting vertieft, dass wir den immer stärker werdenden Regen nicht gemerkt haben. Am Ende hat der Guide uns noch gezeigt, was die Kiwis am Strand immer fressen. Er hat ein Stück Algen mit dem Fuß weggekickt und schon hat man Millionen ekelhafter, springender Viecher gesehen. Er meinte dann, dass der Erste, der sich meldet, um so ein Ding zu essen, das Geld für die Tour zurück bekommt. Ich war ernsthaft am Überlegen, weil ich es dringend gebrauchen könnte. Aber die Dinger sahen bei näherem Gucken noch viel ekelhafter aus. Hab mich also nicht getraut. Aber im Nachhinein hätte ich wahrscheinlich doch so ein Ding in den Mund gestopft für 140$. Sonst hat sich auch keiner gemeldet. Nach einer Weile sind wir dann pitschnass wieder zurück zum Boot gelaufen. Im „Dschungel“ haben wir wieder keine Kiwis gesehen, aber 4 Stück am Strand ist doch immerhin was. Als wir wieder am Boot angekommen sind, gab es dann Tee, Kaffee und Kakao zum Aufwärmen. Wir sind dann wieder zurück nach Oban gefahren und waren dann so gegen zwölf wieder an Land. In Oban hat es wohl auch geregnet, aber als wir dort angekommen sind, hatte es zum Glück schon wieder aufgehört. Am nächsten Morgen hab ich mein Zelt wieder abgebaut und wollte eigentlich noch ein bisschen auf der Insel entlanglaufen. Aber leider konnte man sein Gepäck nicht im Hostel stehenlassen. Und mit zwei Rucksäcken wollte ich nicht unbedingt eine Wanderung machen. Da meine Fähre erst um 15:30 Uhr wieder zurück nach Bluff fahren sollte und ich schon um 10:00 Uhr aus dem Hostel rausmusste, hab ich mich einfach ans Meer auf eine Bank gesetzt und mir im Supermarkt 2 Zeitschriften geholt (mein Buch hatte ich ja leider schon gelesen). Ich hab dann bis drei Uhr mittags Zeitschriften gelesen und Rätsel gemacht (bei Eiseskälte) und bin gegen drei wieder zum Ferry-Terminal gelaufen. Ich hab mein Gepäck aufgegeben und durfte dann bald schon an Board gehen. Dort war ich so müde, dass ich kurz eingenickt bin. Als wir in Bluff angekommen sind, war dort strahlender Sonnenschein und ich hab erst mal keine ganzen Lagen von Pullovern ausgezogen. Daniela hat schon auf mich gewartet. Wir haben mein Zeug ins Auto geschmissen und sind in Bluff zum Sterling Point gefahren. Das ist so ähnlich wie am Cape Reinga (diese Schilder, die in verschiedene Richtungen zeigen und angeben, wie viele Kilometer es bis wohin ist). Danach sind wir nochmal einkaufen gegangen und dann wieder zurück auf den Campingplatz gefahren, wo wir noch eine Nacht bleiben wollten. Auf dem Campingplatz hab ich meinen großen Rucksack wieder eingeräumt und gleichzeitig ein paar Klamotten ausgemistet. Und da ich gerade dabei war, hab ich mir den Kofferraum vorgenommen und gleich alles ausgemistet, was ich nicht mehr brauche. Da ist einiges im Müll gelandet (ich hab aber auch jeden Mist aufgehoben). Danach hatten wir auch gleich mehr Platz im Auto. Am nächsten Morgen war es wieder nix mit ausschlafen und es ging weiter nach Dunedin. Wir haben die längere, aber schönere Strecke durch die Catlins genommen. Dort gab es einige Abzweigungen an ein paar schönen Stellen. Die erste Abzweigung hat uns zu einem Leuchtturm geführt. Da es total bewölkt war, hat der Leuchtturm seinen Charme gehabt mit den Nebelschwaden und dem grauen Meer voller Felsen. Die zweite Abzweigung ging an einen Wasserfall. Wir haben am Parkplatz das Auto abgestellt und mussten ein Stück durch den Wald laufen. Am Wasserfall angekommen, waren wir eher enttäuscht. Wir haben auf jeden Fall schon schönere und größere Wasserfälle gesehen. Die dritte Abzweigung ging auch wieder an einen Wasserfall, der um einiges schöner war. Nach etlichen Fotos sind wir wieder zurück ans Auto gelaufen. Mittlerweile hat die Sonne wieder geschienen und unsere Laune wurde besser. Unsere vierte und letzte Abzweigung führte zum Nugget Point. Dort stand auf einem Berg wieder ein Leuchtturm. Wir mussten eine Weile dort hin laufen. Es war so windig auf dem Berg, dass ich nach ein paar Minuten schon wieder Ohrenschmerzen hatte. Aber die Aussicht war total schön! Nachdem wir aus dem Wasserfall-Leuchtturm-Gebiet draußen waren, sind wir den längeren Tourist-Drive gefahren, der direkt am Meer entlang nach Dunedin führt. Nachmittags sind wir in Dunedin angekommen. Da Feiertag war, war in der Großstadt auch nicht viel los und wir konnten uns problemlos vom Auto aus die Stadt angucken. Wir kannten Dunedin nur von Fotos und haben uns beide eine schönere Stadt vorgestellt, als es in Wirklichkeit war. Wir haben uns den günstigen Kiwi Holiday Park ausgesucht und dort für 2 Nächte bezahlt. Da es schon so spät war, haben wir nicht mehr viel unternommen. Am nächsten Morgen konnten wir endlich mal wieder ausschlafen! Gegen elf sind wir dann in die Stadt gefahren und haben uns nochmal alles zu Fuß angeguckt. Dunedin hat wirklich ein paar schöne Fleckchen, aber es ist eben eine Großstadt. Mittags sind wir in die Schokoladenfabrik von Cadbury gegangen. Da die kurzen Touren durch die Fabrik nur morgens stattfinden und die lange Tour viel zu teuer war, konnten wir dann für 5$ durch ein paar Gänge im Verkaufsraum laufen und uns die Geschichte von Cadbury anschauen. Es war ein bisschen wie in einem Museum. Beim Bezahlen haben wir noch eine kleine Tüte mit 4 Schokoriegeln von Cadbury bekommen. Die hätten im Supermarkt schon alleine über 5$ gekostet. Danach sind wir noch durch ein paar Geschäfte gelaufen (unter anderem Esprit!), waren aber standhaft und haben nichts gekauft. Dann gings zum berühmten Bahnhof von Dunedin. Der war wirklich total schön! Wir sind einmal durch den Bahnhof gelaufen und haben etliche Fotos gemacht und sind dann mit dem Auto in den Botanischen Garten gefahren. Dort sind wir auch noch ein bisschen rumgelaufen und haben uns von Enten an einem Teich über die Füße laufen lassen. Nach dem Botanischen Garten wollten wir nochmal an das uralte und total schöne Schloss fahren. Nach ewiglanger Fahrt sind wir endlich angekommen. Leider konnte man das Schloss nicht sehen und am Eingang des Geländes war ein Häuschen in dem ein Mann saß. Dort hing ein Schild, dass der Eintritt 27$ kostet. Wir wollten das Schloss nur mal angucken und nicht kaufen! Für ein paar Fotos von dem tollen Schloss waren uns 27$ pro Person dann doch zu teuer und der Mann im Häuschen hat gefragt, ob wir kurz zum Wenden reinfahren wollen. Wir haben also gewendet und sind den ganzen Weg wieder zurück gefahren ohne auch nur einen Blick auf das Schloss. Wir haben uns dann in einer Broschüre ein Foto angeschaut. Es sieht wirklich total toll aus, aber es sieht nicht nach 27$ Eintritt aus. Da es schon gegen Abend war und wir alles gesehen haben, sind wir wieder zurück auf den Campingplatz gefahren. Am nächsten Tag wollten wir eigentlich nach Timaru fahren, aber da es in Oamaru zwei Pinguin-Colonys gibt, haben wir dann dort noch eine Übernachtung geplant. In Oamaru angekommen, sind wir erst ein bisschen durch die Stadt gelaufen, die sehr schön war. Alles in einem viktorianischen Stil aufgebaut und ganz süß angelegt. In der i-Site haben wir einen Campingplatz für 11$ pro Person empfohlen bekommen, was für neuseeländische Verhältnisse total günstig ist. Wir sind also zu dem Waitaki Waters Holiday Park gefahren und haben dort eine Nacht bezahlt und bei schönstem Wetter unsere Zelte aufgestellt. Da das Wetter so schön war und wir die Pinguine erst abends sehen konnten, haben wir den restlichen Tag in der Sonne verbracht. Abends um halb sieben sind wir dann nochmal an den Strand in der Nähe des Holiday Parks gegangen, aber da es ein Steinstrand war und die Umgebung auch nicht so schön war, sind wir dann wieder zurück nach Oamaru gefahren und sind den Schildern zur Pinguin-Colony gefolgt. Dort standen die Autos schon die komplette Straße entlang. Wir haben geparkt und sind ein Stück gelaufen bis wir schon Menschenmassen gesehen haben. Wir haben uns mit an die Absperrung gestellt und gewartet. Wir waren oben auf dem Berg, weil man abends nicht mehr an den Strand darf, sonst kommen die Pinguine nicht aus dem Meer. Aber natürlich gibt es immer ein paar Idioten, die sich nicht an die Regeln halten und spazieren am Strand entlang und setzen sich dann dort in den Sand. Wir haben gehofft, dass die Yellow-Eyed-Penguins trotzdem kommen. Wir haben aufs Wasser gestarrt und bestimmt eine dreiviertel Stunde gewartet. Auf einmal ist da was kleines an Land geschwommen und aus dem Wasser gewatschelt. Sooooo süß! Leider konnten wir ihn nicht wirklich sehen, weil da gleich ein Berg im Weg war. Nach weiterem Warten haben wirs dann aufgegeben und wollten gerade gehen, als ganz weit weg der nächste aus dem Wasser gewatschelt kam. Ich hab versucht Fotos zu machen, aber meine Kamera schafft es auf die Entfernung nicht (irgendwann spar ich mal für eine richtig gute Spiegelreflexkamera). Immerhin haben wir zwei Pinguine gesehen. Wir dachten eigentlich, da kommen hunderte aus dem Wasser, aber Lena hat uns später erzählt, dass dort im Moment nur 3 Stück leben, die dort brühten. Also haben wir 2 von 3 gesehen. Ist doch ein guter Schnitt! In Oamaru gibt es noch eine Blue-Penguin-Colony zu der wir dann auch noch gefahren sind. Aber die wollten 20$ für das Begaffen von Pinguinen. Da wir jetzt schon zwei gesehen haben, war uns das keine 20$ wert. Die wollen für alles hier Geld. Hätte nicht gedacht, dass Neuseeland so teuer ist! Also sind wir wieder zurück auf den Campingplatz gefahren, der übrigens total schön ist. Am nächsten Morgen haben wir das Auto wieder beladen und ich hab meine heiß-geliebten Salomon-Schuhe in den Müll geworfen. Hätte heulen können, aber die waren schon so ausgelatscht. Hab noch ewig vor dem blöden Müll-Container gestanden und reingeglotzt. Aber ich kann ja nicht alles aufheben... So, ich bin jetzt schon FAST auf dem neuesten Stand, aber ich will euch nicht länger auf die Folter spannen und geb euch hier schon mal einiges zu lesen. Der nächste Bericht folgt hoffentlich bald! So langsam freu ich mich schon wieder auf daheim.

Ihr fehlt mir!

Eure Anni

P.S. Ich hab in Queenstown meinen Flug für Australien gebucht. Am 31.03. geht’s los!

14.2.12 00:31

Letzte Einträge: Rest der Südinsel und "back to North Island"..., Woofing Part II, Back in Auckland, Australien, East Coast

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