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Der Rest der Nordinsel

 

Der Rest der Nordinsel


An unserem Abreisetag in Hastings hatten wir das schönste und heißeste Wetter seit langem. Daniela und ich haben unsere ganzen Sachen im Auto verstaut (mit rumrangieren - wir hatten doch mehr Zeug, als wir dachten), haben uns noch von Alisa verabschiedet und sind gegen halb zehn losgefahren. Unser erstes Ziel war Gisborne. Die Fahrt war gut und wir sind nach 3 Stunden in Gisborne angekommen. Dort sind wir in die Bücherei gegangen und haben erst mal das kostenlose Internet genutzt und danach gings weiter Richtung East Cape. Alle guten Dinge sind drei und nach meinem dritten East Cape Versuch hat es ENDLICH geklappt.

Da die Strecke dorthin nicht gerade angenehm zu fahren ist, haben wir nochmal fast 3 Stunden nach Te Araroa gebraucht. Dort haben wir in der i-Site nach einem Campingplatz gefragt und sind auch direkt dort hingefahren. Wir haben bezahlt (15$ pro Person - die Hälfte von dem, was man im Hostel bezahlt) und auch gleich unsere Zelte aufgebaut. Da der Campingplatz direkt am Meer ist, war es total windig und die Zelte hatten ganz schön zu kämpfen. Aber es war abends trotzdem noch relativ warm. Da ich so empfindlich bin, was die Klimaanlage angeht, haben wir auf der extrem heißen Fahrt nur die Fenster offen gehabt. Ich hab abends schon gemerkt, dass meine Nase total zu ist und meine Augen getränt haben, hab dies aber auf die offenen Fenster geschlossen. Am nächsten Morgen bin ich aufgewacht und hatte schon wieder eine üble Erkältung.

Ich weiß nicht, warum ich hier in Neuseeland so oft krank bin. Eigentlich müsste ich hier - ständig an der frischen Luft, ständig in Bewegung - kerngesund sein. Aber wie immer, wenn wir hier auf Reisen gehen, hats mich schon wieder erwischt. Wir haben also unsere Zelte abgebaut und uns auf den Weg ans East Cape gemacht. Das Wetter war super und lt. Lonley Planet kann man mit dem Auto bis ans East Cape fahren, also musst ich mich mit der Erkältung auch nicht bewegen. Die Strecke war ok. außer die typische Gravel Road direkt an den Klippen entlang. Als wir um eine große Ecke gefahren sind, hat es uns fast die Sprache verschlagen. Der Anblick vom East Cape war total genial und wir haben gleich angehalten und Fotos gemacht. Nachdem wir noch ein Stück gefahren sind, konnte man auch schon den Leuchtturm auf dem Berg erkennen. Das East Cape ist übrigens der 1. Punkt von ganz Neuseeland, der morgens die Sonne zu Gesicht bekommt (zumindest laut Reiseführer). Wir sind noch weitergefahren bis die Straße aufgehört hat und haben dann dort geparkt. Bis zum Leuchtturm hoch musste man allerdings den Berg hoch laufen. Da es nicht so hoch aussah (!), haben wir bequeme Schuhe angezogen und uns auf den Weg gemacht. Nach einem kurzen Stück auf einem Weg sind wir an einer Treppe angekommen. Mit meiner Erkältung war ich schon nach ca. 30 Stufen fix und fertig. Die Treppe war auch keine richtig Treppe, sondern nur Holzdielen, die einfach in den Boden gehämmert wurden. Mal waren die Stufen so niedrig, dass man fast geradeaus laufen konnte, mal waren sie so hoch, dass man richtig klettern musste. Daniela hat mich dann zurückgelassen, weil ich nach jeder zehnten Stufe eine Pause machen musste. Nach einer halben Stunde und (lt. Schild) 750 Treppenstufen war ich endlich oben am Leuchtturm angekommen. Daniela hat schon auf einer Bank gewartet. Der Ausblick war überwältigend und hat die Kletterei fast wieder gutgemacht. Außer der Muskelkater, den ich mehrere Tage lang in den Waden hatte. Wir waren noch eine Weile oben und haben Fotos gemacht und sind dann wieder runter geklettert, was fast noch schlimmer war als hochzusteigen. Unten angekommen, haben wir erst mal gaaaanz viel getrunken und sind dann weitergefahren. Unser nächstes Ziel war wieder Gisborne. Dort wollten wir noch eine Nacht bleiben bis wir weiterfahren. In Gisborne haben wir uns einen schönen Campingplatz - wieder direkt am Meer - ausgesucht und unsere Zelte aufgebaut. Da wir mittags schon in Gisborne waren, konnte ich mich noch hinlegen und evtl. meine Erkältung auskurieren. Ich hab mich in die Sonne gelegt und bin auch tatsächlich noch ein bisschen eingeschlafen. Nachmittags waren wir nochmal unten am Meer und haben unsere Füße ein bißchen im Meer abgekühlt. Eigentlich war es auch so heiß, dass wir nochmal im Meer baden gehen wollten. Aber da der Strand in einer Bucht lag, war das Wasser auch dementsprechend dreckig und wir habens doch gelassen. Am nächsten Morgen gings mir noch schlechter als am Tag vorher und ich konnte nur mit Mühe mein Zelt abbauen. Das Wetter war auch total bewölkt und wir haben gehofft, dass es doch noch schön wird. In Gisborne waren wir nochmal im Supermarkt und ich hab mir Cold+Flu Tabletten geholt. Danach gings dann weiter Richtung Lake Waikaremoana im Te Urewera National Park (was übrigens übersetzt "der verbrannte Penis" heißt). Alisa hat uns dort einen ganz tollen Campingplatz direkt am See empfohlen. Da das Wetter immer noch nicht besser war (immerhin hat es nicht geregnet), waren wir froh, als wir dort angekommen sind (nach einer üblen Gravel Road Strecke) und unsere Zelte endlich standen.

Wir sind noch ein bisschen rumgelaufen und haben uns alles angeschaut und sind dann pünktlich zum Regenbeginn an unseren Zelten angekommen. Wir haben uns jeder ins sein Zelt verkrümelt und gelesen. Als es nachmittags immer noch geregnet hat, haben wir die Hoffnung auf schönes Wetter aufgegeben. Wir haben praktisch den halben Tag im Zelt verbracht und sind nur zum Abendessen in die Küche gerannt. Gegen neun sind wir dann beide schlafen gegangen. Als ich dann eingemummelt in meinem Schlafsack lag, hab ich gemerkt, dass es von meiner Zeltdecke tropft (war aber noch nicht so schlimm). Irgendwann bin ich eingeschlafen und nachts aufgewacht, weil es total laut gegen mein Zelt geprasselt hat. Ich hab nachts schon gemerkt, dass die Ecken von meinem Kissen feucht waren, hab mir aber nix dabei gedacht. Am nächsten Morgen bin ich um halb sieben aufgewacht, weil ich auf einer Seit so nass war. Im ersten Moment hab ich gedacht, dass ich in der Nacht ganz schön geschwitzt haben muss. Und dann ist es mir in den Kopf geschossen. Ich hab mich aufgesetzt und um mich rum ist alles geschwommen. Meine 2 Kissen waren komplett durchweicht, meine Matratze war pitschnass, meine 2 Decken pitschnass, mein Schlafsack pitschnass, alles was im Zelt lag - nass. Ich hatte meine Handtasche mit im Zelt und der komplette Inhalt war nass - sogar der Inhalt in meinem Geldbeutel war durchweicht. Meine Kamera, die in der Handtasche und in einer wasserfesten Kameratasche war - nass. Als ich dann auf den Zeltboden gefasst hab, hatte ich das Gefühl, ich bin in einem Wasserbett. Das Zelt ist auf einer riesigen Pfütze geschwommen. Ich hab sofort mein ganzes Zeug zusammengepackt und bei strömendem Regen ins Auto verfrachtet. Dann hab ich das Zelt abgebaut und triefend nass ins Auto gepackt. Dann hab ich mich ins Auto gesetzt und gewartet bis Daniela aufwacht. Da sie ihr Zelt auf einem kleinen Abhang stehen hatte, hatte sie das Glück, dass ihr Zelt nicht in einer Pfütze stand und dementsprechend auch nicht von innen so nass wurde. Immerhin wissen wir jetzt, dass die Zelte nur bis zu einem gewissen Grad wasserdicht sind. Wir haben nicht mehr gefrühstückt, sondern nur trockene Sachen angezogen und sind gleich weitergefahren.


Da unser nächstes Ziel Taupo war und wir nicht den riesengroßen Umweg fahren wollte, den wir hergekommen sind, wollten wir die "Abkürzung" über den Berg nach Taupo fahren. Die Strecke sollte angeblich total schön, allerdings nur Gravel Road sein. Da wir um acht schon im Auto saßen und losgefahren sind, haben wir beschlossen, dass wir es riskieren und die kürzere, dafür aber zeitlich längere Gravel Road über den Berg fahren. Am Anfang war die Strecke noch ok., abgesehen von ein paar heftigen Schlaglöchern, um dich ich immer rumgefahren bin. Ich bin mir vorgekommen wie bei Mario Kart, weil man immer irgendwelchen Hindernissen ausweichen musste. War aber kein Problem, weil man sowieso nur 30 oder 40 km/h fahren konnte. Mal lagen riesengroße Felsbrocken auf der Straße, die der Regen vom Berg geströmt hat (Daniela und ich haben uns immer mit dem Satz beruhigt: "Immerhin sind die Brocken schon unten, wenn wir vorbeifahren und nicht auf unserem Dach gelandet", mal waren am Straßenrand ausgebüchste Kühe, Pferde und Kälber, die dort gegrast haben. Nach etlichen Kilometern kam zwischendurch immer mal wieder ein Stück normale Straße. Nachdem uns aber in großen Abständen auch Autos entgegengekommen sind, musste die Straße ja doch befahrbar sein und wir waren ein bisschen beruhigt. Wir sind gefahren und gefahren und gefahren und irgendwann sehen wir direkt auf der Straße einen riesengroßen Haufen Schlamm mit Felsbrocken, der die komplette linke Fahrbahn blockiert hat. Der Regen musste einiges von dem Berg gespült haben. Auf der rechten Seite lagen noch ein paar kleinere Felsbrocken, über die man aber fahren konnte. Ich musste auf einmal so lachen über die ganze Situation und Daniela hat gleich ihre Kamera ausgepackt und Fotos gemacht. Wir sind also vorsichtig um den Haufen rumgefahren und weiter gings. Irgendwann sagte Daniela dann zu mir, wenn unsere beiden Mütter wüssten, wo wir hier langfahren, würden beide einen Herzinfarkt kriegen. Das war wenigstens mal eine Abenteuerfahrt und nicht nur von A nach B fahren.


Gegen Mittag sind wir dann endlich in Taupo angekommen und haben dort einen Campingplatz gesucht. Da es immer noch geregnet hat, wollten wir nicht mehr im Zelt schlafen sondern auf einem Campingplatz eine Cabin buchen (je nachdem, was es gekostet hätte). Nachdem wir endlich ein MotorCamp mit angehörigem Spa ausfindig gemacht haben (direkt neben einem Hilton Hotel), haben wir dort nach Cabins gefragt, aber 279$ die Nacht war uns dann doch zu teuer. Das haben wir der Frau auch gesagt und sie meinte, dass wir aber gerne wiederkommen können, wenn wir eine Unterkunft gefunden haben und in die dortigen Hot Springs zum baden gehen könnten - bei dem Wetter ja keine schlechte Idee.

Wir haben dann doch beschlossen, in ein Hostel zu gehen und sind in die Rainbow Lodge (dort haben angeblich schon Pierce Brosnan, Cameron Diaz, David Hasselhoff und Anna Kurnikova übernachtet) gefahren und haben uns dort erst mal für 2 Nächte eingebucht. Dann haben wir alles ins Zimmer gebracht und erst mal alles (Decken, Kissen, Schlafsäcke, Klamotten, Matratze...) im Zimmer zum Trocknen aufgehängt. Danach haben wir Badesachen eingepackt und sind nochmal in das Spa gefahren. Eigentlich haben wir gedacht, dass das Ganze irgendwo im Inneren ist. Aber nein, die ganzen Pools waren im Freien. Es hat immer noch in Strömen geregnet, aber da wir ja sowieso nass wurden, war uns das auch egal. Wir sind gleich in den 38°C heißen Pool gegangen und haben uns von oben voll regnen lassen. An der Kasse wurde uns noch erklärt, dass wir zwischendurch ganz viel trinken sollen, weil die grünen, heißen Bäder Mineral-Pools wären. Wir wussten zwar nicht, was das bedeutet, aber nachdem wir eine halbe Stunde später aus dem Pool gestiegen sind, haben wir gewusst warum. Unser Kreislauf war auf null und wir haben erst mal drei Becher Wasser aus dem Wasserspender getrunken.

Nach 2 Stunden wurde uns langweilig und wir sind wieder gegangen. Da wir vom Hostel einen Voucher bekommen haben, haben wir auch nur 15$ statt 20$ bezahlt. War zwar immerhin was, aber es hat sich trotzdem nicht gelohnt für 2 Stunden. Es gab zwar auch Whirlpools und Rutschen und normale Pools, aber die waren alle viel zu kalt zum Baden. Wenn schöneres Wetter gewesen wäre, hätte es sich bestimmt eher gelohnt.


Am nächsten Morgen hat es wieder nur geregnet. Wir sind mal in die Stadt gefahren und haben nochmal alle Geschäfte abgeklappert (haben wir ja beim letzten Mal in Taupo schon dutzende Male gemacht). Wir waren auch schon bestimmt zum sechsten Mal im Reisebüro wegen unserem Fidji?-Cook Islands?-Tonga?-Samoa?-Urlaub. Es gab auch endlich die angekündigten Packages und wir haben uns ein paar Info-Blätter ausdrucken lassen. Mittags kam dann tatsächlich die Sonne raus und es wurde nochmal richtig warm. Nachmittags hab ich mich nochmal hingelegt und versucht zu schlafen, damit ich meine Erkältung auskurieren kann. Aber wenn das Wetter (endlich!) mal schön ist, will man ja auch nicht im Bett liegen. Ich hab mich dann mit meinem Buch in die Sonne gesetzt und den restlichen Tag genossen. Abends wollten wir eigentlich in ein Fischrestaurant gehen und endlich mal wieder Fisch essen. Der Hostelbesitzer hat uns eines empfohlen und wir sind so gegen halb sieben da hingefahren. Gut, dass wir vor der Tür auf die Speisekarte geguckt haben. Es gab kein Gericht unter 30$ und das war uns dann doch zu teuer. Also sind wir ins Breakers zum Burger essen. Da es noch warm war und die Sonne geschienen hat, konnten wir sogar draußen auf der Terrasse sitzen. Wir haben gegessen und danach noch einen langen Spaziergang (mit Sonnenuntergang) am Lake Taupo gemacht.


Am nächsten Tag wollte Lena mit ihren beiden Freundinnen aus Deutschland auch nach Taupo kommen. Morgens war die Sonne wieder da und Daniela und ich haben unsere Zelte auf einem Stück Wiese im Hof zum Trocknen aufgebaut. Mittags kamen Lena, Laura und Wera an und wir haben uns ein bisschen zusammengesetzt und Berichte ausgetauscht. Daniela und ich haben nochmal 2 Nächte verlängert, weil es mit meiner Erkältung immer noch nicht besser war. Abends wollten die drei Essen gehen und danach ins Mulligans (Irish Pub), weil sie gelesen haben, dass dort ein Pub-Quiz stattfinden sollte. Daniela und ich sind dann später auch ins Mulligans gekommen. Das Pub-Quiz hat so gegen 21:30 Uhr angefangen. Es war total lustig. Ein Moderater hat am Anfang ein paar Zettel verteilt, wo man seine Antworten notieren konnte. Dann hat er 50 Fragen vorgelesen und wir mussten die Antwort aufschreiben. Teilweise war es total schwierig, manchmal war es ja schon schwer, seine englischen, durchs Mikrofon gebrüllte Fragen überhaupt zu verstehen. Am Ende wurden die Zettel eingesammelt und ausgewertet. Wir waren mit unseren richtigen 25 von 50 Fragen gar nicht so schlecht, nachdem alle Ergebnisse vorgelesen wurden.


Am nächsten Tag hatten wir mal morgens schon strahlenden Sonnenschein und Daniela und ich sind nochmal in die Stadt gefahren und haben noch ein paar Einkäufe erledigt. Lena hat uns den Hot Stream empfohlen, also sind wir mittags nochmal da hingefahren. Das ist ein ganz breiter Fluss bei dem an einer Stelle eine ganz heiße Quelle reinfließt. Und da wo sich das heiße Quellwasser mit dem kalten Flusswasser trifft, war es richtig schön warm. Da wir keine Badesachen dabei hatten und im Wasser sowieso so viel los war, haben wir uns eine Weile da aufgehalten und sind wieder zurück ans Auto gelaufen. Danach haben wir uns ein paar Decken aus dem Kofferraum geholt und sind noch mal runter an den Lake Taupo und haben uns dort mit unseren Büchern auf die Wiese gelegt. Als es dann wieder kalt wurde, weil die Sonne langsam hinter Wolken verschwunden ist, wurde es uns zu ungemütlich und wir sind wieder zurück ins Hostel. Da die anderen 3 Mädels am nächsten Morgen schon um halb acht losfahren wollten, haben wir uns abends schon verabschiedet und da Daniela und ich auch auschecken mussten, sind wir alle schon früh ins Bett gegangen.

Eigentlich wollten wir ja nach Taupo den Tongariro Cross machen, aber da den anderen Mädels gesagt wurde, dass der Track im Moment wegen zu schlechtem Wetter gesperrt ist, brauchen wir es ja auch nicht versuchen. Also waren unser nächstes Reiseziel die Waitomo Caves. Daniela hat im Internet schon das Blackwater-Rafting gebucht. Da dieses Abenteuer in einer Höhle stattfindet, mussten wir uns auch nicht so nach dem Wetter richten. Da Laura und Wera allerdings erzählt haben, dass ihre Tour vor ein paar Tagen die letzte war, weil nach dem Dauerregen auch die Caves überflutet waren, haben wir vorsichtshalber vorher nochmal angerufen und gefragt, ob es auch wirklich stattfindet. Alles ok! Die Tour war für Freitag 09:45 Uhr gebucht. Donnerstags gings also morgens weg aus Taupo und ab nach Waitomo. Die Fahrt hat nur ungefähr 2 Stunden gedauert. In der i-Site haben wir nochmal nach dem Wetter gefragt, aber es hieß, dass es abends regnen soll. Also wurde uns die Entscheidung Hostel oder Camping schon abgenommen. Wir haben eine Nacht im Hostel Juno Hall Backpackers gebucht und den restlichen Tag gefaulenzt.


Am nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden, haben unseren Kram wieder im Auto verstaut und noch was gefrühstückt. Danach haben wir uns zu Fuß auf den Weg zu der Station vom Blackwater-Rafting gemacht. Dort sind wir an den Thresen gegangen und haben unsere Bescheinigung vorgezeigt. Die Frau sagte uns dann, dass sie versucht hat, uns anzurufen (Daniela hatte ihr Handy ausgeschaltet), weil das Blackwater-Rafting ausfällt, weil die Caves vom vielen Regen wieder mal überflutet waren. Wir konnten es nicht fassen! Alles, worauf wir uns gefreut haben, fällt buchstäblich ins Wasser. Nachdem wir also umsonst Geld an Übernachtung und Sprit ausgegeben haben, haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht. Nächster Stop war Turangi (wo wir eigentlich für den Tongariro Cross übernachtet hätten, der ja auch nicht stattfindet wegen zu schlechtem Wetter). In Taupo haben wir nochmal kurz in einer Apotheke angehalten und ich hab mir nochmal eine Packung Tabletten (schon die 3.) und Nasenspray gekauft. Danach gings direkt am See entlang nach Turangi. Die Strecke war total schön und ich hab den See mal aus einer anderen Perspektive als von Taupo aus sehen können. Mittags sind wir in Turangi angekommen und haben uns in der i-Site nach dem Wetter fürs Campen erkundigt. Dort hat man uns gesagt, dass es nur regnen und sehr kalt werden soll. Also haben wir uns für eine Nacht ins A-Plus Hostel eingebucht. Dort haben wir wieder unsere Sachen aus dem Auto geschleppt und sind nochmal wegen Internet in die Bücherei gefahren. Im Internet haben wir auch gleich unsere Fähre auf die Südinsel gebucht (ENDLICH!). Da noch Ferien sind, sind die Fährpreise noch etwas erhöht. Wir haben für 2 Personen und 1 Auto 220$ bezahlt. Aber auf dem Rückweg zur Nordinsel sollte es dann wieder günstiger sein.

Am selben Tag haben wir Aoife (mein Wwoofing-Platz) in Masterton gefragt, ob wir bei ihr und Lyndon übernachten dürfen. Sie war natürlich mit einverstanden. Sie hat ja bei meiner Abreise auch gesagt, dass wir sie auf jeden Fall mal besuchen sollen, wenn wir wieder in der Nähe sind. Also haben wir uns am nächsten Tag auf den Weg nach Masterton gemacht. Das Wetter war mal wieder wie der deutsche April. Regen, Sonne, Regen, Sonne...

Da ich auf jeden Fall nochmal den Highway 1 fahren wollte (Desert Highway), sind wir so nach Masterton gefahren. Der Desert Highway ist der einzige Ort auf der Nordinsel, der landschaftlich komplett anders aussieht als der Rest. Erst sind wir durch palmige, bewaldete und kurvige Berge gefahren und auf einmal war alles komplett flach und verdorrt (wie in der Wüste) und die Straße ging kerzengeradeaus. Das war schon ein Wahnsinnsbild. Ganz weit weg konnte man dann auf der linken Seite nebelige Hügel erkennen und auf der rechten Seite hat man den schneebedeckten Mt. Ruapehu (Tongariro National Park) gesehen. War ganz komisch, aber die landschaftlichen Veränderungen werden wir auf der Südinsel ja noch öfter erleben.


Auf dem Weg nach Masterton haben wir in Woodville bei „Yummy Mummy`s Cheesecake“ nochmal Halt gemacht und uns ein Stück von dem angeblich weltbesten Cheesecake geholt. War total lecker, aber mehr als 3 Gabeln kann man davon echt nicht essen und für 9,50$(!!!) das Stück war das auch eher mal eine Ausnahme.

Mittags um halb zwei sind wir bei strahlendem Sonnenschein in Masterton angekommen. Da wir so früh waren, haben wir beschlossen, dass wir gleich zur größten Swing-Bridge Neuseelands fahren (war eigentlich für den nächsten Tag geplant). Also sind wir weiter nach Carterton gefahren und dann Richtung Berge abgebogen.

Nach weiteren kurvigen Bergstraßen und einer langen Gravel-Road sind wir endlich am Waiohine Gorge angekommen. Die Brücke war echt rießig. Da ein paar Leute vor uns über die Brücke gelaufen sind, haben wir erst mal gesehen, wie sehr das Ding schwingt. Als die anderen drüben waren, sind wir auch rüber gelaufen. Bei jedem Schritt hat die ganze Brücke gewackelt. Es war total unheimlich. Da ich nicht stolpern wollte, hab ich immer nach unten auf meine Füße geguckt, aber da der Boden nur ein Gitter war, war das wohl nicht so gut. Als ich dann am höchsten Punkt war und unter mir der Fluss vorbeigerauscht ist, ist es mir schon anders geworden. In der Mitte der Brücke hab ich ein paar Fotos gemacht (unter anderem ein kleiner Wasserfall – meine Leidenschaft für das Meer und für Leuchttürme hat sich auch auf Wasserfälle übertragen). Als wir drüben waren, sind wir ein bisschen durch den Wald gelaufen und dann gings über die Brücke wieder zurück. Als wir zum Auto gelaufen sind, hatten wir immer noch das Gefühl, als würden wir schwingen.

Gegen vier sind wir dann bei Aoife angekommen und wurden herzlich begrüßt (nur die Kids waren am Anfang noch total verschämt). Lyndon war über Nacht nicht da, also waren wir ein reiner Frauenhaushalt.

Da Aoife zu Weihnachten ein Pferd bekommen hat, mussten wir natürlich gleich mit Ruby das Pferd (Chester) angucken gehen. Sie hat uns dann auch gleich gesagt, dass Chester 3 Jahre alt ist – Aoife hat uns dann später erzählt, dass er schon 15 ist.

Dann hat Ruby uns noch in den Hühnerstall geführt, um uns das Hühnerküken zu zeigen. War echt putzig! Wir haben dann noch Goaty, die Ziege, begrüßt und sind wieder zurück ins Haus. Da Aoife nichts kochen wollte, ist sie nochmal losgefahren, um Tiefkühl-Pizza zu holen. Daniela und ich haben solange mit den 2 Mädels gespielt. Lelia krabbelt mittlerweile. Ich weiß aber nicht, ob man das krabbeln nennen kann. Sie robbt sich im Sitzen vorwärts, aber mit einer Geschwindigkeit... Abends sind wir nochmal raus und haben die Hühner gefüttert, die Kälber besucht (unter anderem meine „Freundin&ldquo, Ponys vom Nachbarhof angeguckt und Pflaumen von den Bäumen gegessen. Dann wurden die Kids gebadet und wir haben nochmal mit den beiden gespielt. Danach gings ins Bett für die 2 Mäuse und Aoife wollte nochmal ausreiten. Daniela und ich haben in der Zeit unsere Pizza gemacht und waren nochmal kurz im Internet (wo ich mir endlich Open Office runtergeladen hab – kann jetzt endlich wieder im Word meinen Blog schreiben). Als Aoife zurückkam, haben wir uns alle noch vor den Fernseher gesetzt und einen Film geguckt. Um halb zwölf bin ich dann endlich ins Bett gefallen. Am nächsten Morgen bin ich aufgewacht (natürlich von Kindergeschrei) und ins Bad gegangen. Ich hab gedacht, ich seh nicht richtig. Ich war über und über mit kleinen Pusteln. Da Ruby im Moment die Windpocken hat, war mein erster Gedanke: Chicken-Pox! Aber das konnte ja nicht sein, weil ich als Kind die Windpocken hatte. Keine Ahnung, was es diesmal ist, aber ich warte einfach mal ab. Vielleicht geht es ja wieder von alleine weg.

 

Wir haben uns von Aoife und den Kids verabschiedet (Aoife hasst Abschiede, deswegen hat sie einfach vorgegeben, dass wir uns ja sowieso wiedersehen werden) und sind gegen halb zehn bei schönstem Wetter Richtung Süden gefahren.

Unser nächstes Ziel war das Cape Palliser. Wir sind erst mal nach Lake Ferry gefahren und haben geguckt, wo ein Campingplatz ist und dann haben wir uns auf den Weg ans Cape gemacht. Die Strecke am Meer entlang war total schön und auch zum größten Teil asphaltiert. Nur das letzte Stück war wieder mal Gravel Road. Als wir um eine Ecke gebogen sind, haben wir auch schon den rot-weiß gestreiften Leuchtturm gesehen.

Nach ein paar Minuten an rauen Sandstränden (mit kohlrabenschwarzem Sand) sind wir an den Parkplatz gekommen. Zuerst wollten wir die Seal-Colony sehen. Wir sind den Weg entlang gelaufen und immer mal an den Strand, aber von einer Seal-Colony war weit und breit nichts zu sehen. Wir haben bloß 3 Robben am Meer liegen sehen. Wir waren wohl zu der falschen Uhrzeit da – die waren bestimmt alle beim Mittagessen.

Wieder am Parkplatz angekommen, wollten wir natürlich auch noch die extremsteile Treppe zum Leuchtturm hochsteigen. Da es dieses Mal nur 250 und keine 750 Stufen waren, bin ich auch hochgeklettert. Von oben hatte man eine tolle Aussicht über das ganze Cape! Jetzt hab ich alle 4 Leuchttürme in allen 4 Himmelsrichtungen gesehen (Norden: Cape Reinga – Osten: East Cape – Süden: Cape Palliser – Westen: Cape Egmont)! Nachdem wir wieder unten waren, sind wir wieder zurück nach Lake Ferry gefahren und haben auf dem Campingplatz nach der Wettervorhersage gefragt. Der Mann meinte, dass es sonnig und warm bleiben soll, also haben wir eine Tent-Site gebucht. Da es den ganzen Tag schon total windig war, hatten wir auch unseren Spaß als wir versucht haben, die Zelte aufzubauen. Da man kaum laufen konnte, vor lauter Wind, war das Zeltaufbauen unmöglich und wir haben in der Rezeption nach einer freien Cabin gefragt. Wir haben jeder 20$ für die Cabin bezahlt (was seeeeehr günstig ist) und die Zelte wieder im Auto verstaut. Am nächsten Tag ging es dann für eine Nacht ab nach Wellington. Jeder, der schon mal in Wellington war, hat gesagt, dass es eher eine kleine Stadt ist. Stimmt ja irgendwie auch. Aber zum Autofahren ist es trotzdem vieeel zu groß. Wir haben auf anhieb die i-Site gefunden und dort nach einem billigen Hostel gefragt. Der Typ hat uns auch gleich ins billigste Hostel eingebucht und wir sind, mit Stadtplan bewaffnet, ins Hostel gefahren (das wir auch gleich gefunden haben). Campen wollten wir nicht, weil wir um sieben Uhr morgens an der Fähre sein mussten und nicht noch Zeit mit Zelt abbauen verschwenden wollten. Im Hostel haben wir erst mal das Nötigste ins Zimmer transportiert und wollten uns nochmal in der Stadt umschauen und auf jeden Fall Cable Car fahren. Eigentlich sollte von der Stadtmitte ein Cable Car direkt in den Botanischen Garten fahren, den wir uns auch noch angucken wollten. Nachdem wir ca. eine Stunde rumgefahren sind und die Station für das Cable Car gefunden haben, hatten wir die Nase voll und wollten mit dem Auto in den Botanischen Garten fahren. Da beide Straßenkarten, die wir haben, überhaupt nicht mit dem übereingestimmt hat, was wir gefahren sind, konnten wir das Cable Car so auch nicht finden. Mal waren Straßen eingezeichnet, wenn eine Rasenfläche war. Mal war eine Rasenfläche eingezeichnet, wenn eine Straße entlang ging. Mal stand ein anderer Straßenname auf der Karte als auf dem Straßenschild und mal gab es eine Straße gar nicht auf den Karten. Sehr seltsam! Das haben wir bisher in keiner Stadt erlebt. Nachdem wir endlich den Botanischen Garten gefunden haben und zum Parkplatz unter einer Unterführung gefahren sind, ist auf einmal über uns das Cable Car entlang gefahren. Immerhin waren wir auf der richtigen Spur. Wir sind am Botanischen Garten entlanggelaufen und den Schildern Richtung Cable Car gefolgt. Und schon standen wir an der Station. Wir sind dann einmal nach unten in die Stadt gefahren und wussten dann, warum wir das nicht finden konnten. Wir haben uns beide eingebildet, dass es dort einen Parkplatz gibt und dass dort riesige Schilder auf das Cable Car hindeuten. Aber dem war nicht so. Dort gab es nur eine kleine Gasse, die zum Cable Car führt mit einem einzigen Schild, dass daraufhin weißt. Da hätten wir lange suchen können. Wir sind dann ein bisschen durch die Straßen und die Geschäfte gelaufen. Als wir in einem Buchladen waren, ist auf einmal Danielas Flipflop gerissen und sie musste barfuß weiterlaufen. Nach einer Weile sind wir wieder nach oben in den Botanischen Garten gefahren. Aber ohne Schuhe war es sinnlos nochmal durchzulaufen. Also haben wir uns wieder auf den Weg ins Hostel gemacht. Dort haben wir erst was gegessen und wollten dann nochmal in eine Cocktailbar gehen (Lena hat uns zu Weihnachten eine Liste gemacht, wo wir überall in Wellington „unbedingt“ hin müssen). Wir sind so um halb sechs vom Hostel losgelaufen und waren natürlich viel zu früh da. Die Cocktailbar war noch zu. Da wir aber am nächsten Morgen so früh raus mussten, wollten wir sowieso nicht so lange bleiben. Wir haben uns dann vor eine Bar gesetzt, ein Bier getrunken und die Leute beobachtet. Später sind wir nochmal durch die berühmte Cuba Street gelaufen und haben uns schon mal vorgemerkt, wo wir alles hinwollen, wenn wir dann nach der Südinsel eine Woche in Wellington sind. Auf dem Heimweg sind wir an einer ganz unscheinbaren Bar vorbeigekommen und sind da auch nochmal für ein Getränk rein. Innen war es total gemütlich (mit Glasdach und überall Pflanzen und Backsteine). Zurück im Hostel haben sind wir ganz früh ins Bett gegangen.

Morgens um sechs hat der Wecker geklingelt und wir haben das Auto beladen und die Sachen, die wir auf der Fähre brauchen, in die Tasche gepackt. Da um die Zeit kein Verkehr in Wellington war, waren wir auch sehr schnell unten am Meer und haben die Einfahrt zur „Bluebridge“ auch gleich gefunden. Nach ewig langem Warten durften wir endlich aufs Schiff fahren, haben unser Auto abgestellt und uns oben an Deck auf eine Bank gesetzt, damit wir auch alles sehen, wenn wir aus dem Hafen fahren. Der Ausblick war echt der Hammer und vom Schiff aus, sah Wellington dann doch nicht mehr sooo groß aus.

Um acht Uhr gings dann endlich los. Die Fahrt hat ca. 3 Stunden gedauert und man konnte schon vom Wellingtoner Hafen die Südinsel sehen (wir hatten superklares Wetter und Sonnenschein – nur auf dem Schiff war es total kalt). Da wir nach einer Weile so gefroren haben, sind wir nach drinnen gegangen und haben uns ein bisschen umgeguckt. Auf der Bluebridge gab es eine Lounge, ein Cafe, ein kleines Kino und ganz viele gemütliche Ecken. Nach einer Weile sind wir wieder nach oben und haben gesehen, dass wir schon durch Marlborough Sounds fahren. Lauter hügelige, grüne Berge und zwischendrin die Meeresstraßen. Sah echt gigantisch aus. Nachdem wir noch eine weitere Stunde durch die Sounds gefahren sind, haben wir endlich den Hafen von Picton gesehen. Soooo, ich könnte euch ja schon mal berichten, wie die Südinsel bisher ist, aber das spar ich mir für einen neuen Blogeintrag auf.


Den Tongariro Crossing und das Blackwater-Rafting wollen wir dann nach der Südinsel auf jeden Fall noch machen (wenn das Wetter mitspielt).


Unsere Reisepläne haben wir vorerst aufgegeben, weil Daniela die Hotels zu teuer waren oder mir die billigen Hotels (Ballermann-Bunker) nicht gefallen haben. Wenn ich schon auf so einer Insel bin, möchte ich auch gerne dementsprechend Urlaub machen (z. B. in einer tollen Strandhütte) und nicht in einem Beton-Klotz. Da wir uns nicht so einig geworden sind, haben wir das Projekt „Urlaub“ erst mal auf Eis gelegt. Mal sehen, wieviel Geld am Ende noch übrig ist. Vielleicht werde ich alleine nochmal Urlaub auf einer der Inseln machen.

So, jetzt bin ich aber endlich mal auf dem neuesten Stand. Demnächst gibt es bestimmt noch mehr zu berichten.


Bis bald!


Eure Anni


19.1.12 22:13

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