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Weihnachten

So, da bin ich wieder....

Hat ja diesmal wirklich nicht so lange gedauert.
Erst mal ein ganz tolles neues Jahr an euch alle!
Wo hab ich aufgehört? Achja.......

Die Arbeit war immer noch unangenehm, vor allem weil es die letzen Tage wirklich ununterbrochen geregnet hat. Und der
Orchard-Manager hat gesagt, dass er die Arbeit bis 22.12. unbedingt schaffen möchte und dass wir also bei Wind und Wetter zu arbeiten haben. Ben wurde auch immer unausstehlicher, weil er natürlich auch den Druck vom Manager bekommen hat.
Lena und ich haben öfter mal einen Rüffel bekommen, weil wir zu viel quatschen oder zu langsam sind oder zu oft an
unserem MP3-Player "rumgespielt" haben, was natürlich nicht gestimmt hat.   Aber es war ja nicht mehr lange.

An einem Tag unserer letzten Arbeitswoche sind wir wie immer nach Hause gefahren und waren schon in unserer Straße,
als Lena plötzlich das Lenkrad rumgerissen hat und geschrien hat "Das ist doch...". Nachdem wir beinahe auf dem
Gehweg gelandet sind, meinte sie, dass da vorne Israel Dagg joggt. Wir hatten alle nur Fragezeichen im Gesicht.
Wer? Lena, eingefleischter Rugby-Fan, erklärte uns dann, dass Israel Dagg bei den All Blacks spielt und er im Finale
der WM ein wohl entscheidendes Tor(?) gemacht hätte. Wir haben natürlich alle die Köpfe verrenkt, als wir an ihm
vorbeigefahren sind. Als wir bei uns in der Einfahrt geparkt haben, sind Alisa und ich an die Straße gelaufen, als er
dann bei uns am Haus vorbeigejoggt ist. Wir haben nur das Muskelpaket angeglotzt.
Am nächsten Tag auf der Arbeit hat Lena dann ein Gespräch mitbekommen, dass Israel Dagg aus Hastings kommt und über
Weihnachten bei seinen Eltern ist. Wir haben dann jeden Abend um dieselbe Zeit am Straßenrand gestanden und gewartet.
Aber er kam nicht mehr vorbei. Hat sich wohl von unserer Glotzerei belästigt gefühlt.
Stellt euch doch mal vor, dass Schweini oder Poldi oder sonst wer an euch vorbeijoggen...

Dann kam der Donnerstag (unser letzter Arbeitstag). Ben hat frühs gesagt, wenn wir noch die letzten 2 Orchards schaffen,
können wir gehen, egal welche Uhrzeit. Wir haben uns natürlich alle beeilt, aber wir waren doch erst um halb fünf fertig.
Der letzte Tag war der Schlimmste von allen. Ben hat nur gemotzt und niemand hat irgendwas richtig gemacht. Ständig durften wir die Leiter wieder zurücktragen und mussten einen Baum nochmal machen. An dem Tag hat auch ausnahmsweise mal die Sonne gescheint und es war eine Bullenhitze. Wir waren alle fix und fertig, als wir endlich fertig waren, aber auch total
erleichtert, dass es rum ist.

Am 23. Dezember kam dann Melanie (auch noch aus der Hone Heke Lodge in Kerikeri), die Weihnachten mit uns verbringen wollte. Wir haben dann beschlossen, dass wir abends nochmal feiern gehen wollen. Wir sind um neun losgelaufen und wollten ins Breakers gehen. Dort waren allerdings nur 2 Leute. Also sind wir nach nebenan in die Billy-Bar gegangen. Dort war auch nicht
mehr los, aber wir waren ja auch noch zu früh. Dort haben wir dann was getrunken und da an dem Karaoke war, hat Lena noch
2 Lieder geträllert und um halb zwölf sind wir dann auf einen "Absacker" in die Cru-Bar gelaufen. Dort war der Teufel los.
Nach einer halben Stunde dasitzen war unser Tisch dann von betrunkenen Jungs umringt. Ich schreibe "Jungs", weil keiner der
sechs über 22 war. Aber es war eine lustige Truppe und wir hatten Riesenspaß und kostenlose Getränke. Die 32-jährige
Melanie hatte wohl auch den meisten Spaß mit den "Jungs". Alisa und Daniela waren irgendwann müde und sind heimgelaufen. Ich hab den ganzen Abend mit dem schwulen Samuel gequatscht, Melanie hat mit TJ getanzt und Lena hat den ganzen Abend mit Angus auf der Bühne geknutscht.
Um kurz nach drei, als die Musik aus und die Lichter angegangen sind, mussten wir dann leider gehen. Die Jungs wollten noch mit uns laufen, aber wir hatten Angst, dass wir sie nicht mehr losbekommen. Um halb vier waren wir dann endlich
daheim.
Da irgendwann an dem Abend jemand einen Absinth und eine Flasche Bier vor mich gestellt hat (einem geschenkten Gaul
guckt man ja nicht ins Maul), war ich dann am nächsten Tag ziemlich verkatert. Und es war Weihnachten!
Pünktlich zu Weihnachten hatten wir dann auch strahlenden Sonnenschein und es war total heiß.
Lena stand morgens schon in der Küche und wir anderen mussten schälen und schneiden.
Abends waren wir dann alle gestylt und haben uns um den schön gedeckten Tisch versammelt.
Es gab ein total leckeres Menü (Lena kann echt total gut kochen). Nach der Hauptspeise haben wir uns dann im Wohnzimmer versammelt und Alisa hat sich in rote Decken gewickelt und den Weihnachtsmann gespielt. Erst haben wir die Wichtelgeschenke ausgepackt und danach haben Lena und ich unsere Geschenke von daheim auspacken dürfen. Die anderen haben nichts von zu Hause bekommen.
Nach der Bescherung gab es dann den Nachtisch und danach haben wir uns wieder ins Wohnzimmer gesetzt und noch ein bißchen gequatscht. Da wir aber alle noch müde waren vom Vorabend, sind wir so gegen zwölf ins Bett gefallen.
Hier nochmal unser tolles Weihnachtsmnenü:

Aperitif:
Lindauer Summer Schaumwein mit geeistem Erdbeer-Likör (selbstgemacht) und Kiwi-Surprise (Eiswürfel in Kiwi-Form)

Vorspeise:
Lachsrolle an Salatgarnitur mit Cranberry-Jus und Honig-Senf-Sauce

Hauptgang:
Filet Wellington mit Kartoffeln und Kumara nach Herzogin Art und Salat

Dessert:
Eton-Mess-Baiser mit Sahne-Creme und frischen Beeren der Saison

Digestif:
Baileys mit Kiwi-Surprise

War wirklich lecker!

Am nächsten Tag waren wir mittags um eins zum Weihnachts-Barbecue im Hostel eingeladen. Wir haben uns unter Barbecue
eigentlich vorgestellt, dass gegrillt wird. Und da das Wetter total schön war, dachten wir auch, dass wir draußen sitzen.
Aber es gab ein Riesenbuffet mit allem drum und dran. Und wir haben drinnen in der Küche gesessen. Es war aber trotzdem
schön. Liz hat erst eine Ansprache gehalten und danach das Buffet eröffnet. Nach dem Essen haben wir uns nochmal raus in
den Garten gesetzt und nachmittags sind wir Mädels nochmal nach Napier gefahren. Dort gibt es auf einem Berg einen
Aussichtspunkt auf dem wir bis jetzt noch nicht waren. Von dort hatte man eine geniale Aussicht. Danach sind wir
nochmal am Strand spazieren gegangen und haben unsere Füße in einem Brunnen gebadet.  

Am 2. Weihnachtsfeiertag (Boxing Day) sind wir morgens in die Stadt zum Einkaufen gefahren. Da Boxing-Day-Sale war, haben
wir gehofft, dass wir ein paar Schnäppchen abstauben. In den Geschäften war die Hölle los! Ich hab bei Dick Smith (ein
Elektronikladen) ein tolles Schnäppchen gemacht. Da mein USB-Stick schon voll war (ich hab zu viele Fotos gemacht), wollte
ich mir noch einen Stick holen. Aber ein USB-Stick mit 32GB kostet in Neuseeland 200$. Ich wär fast rückwärts umgefallen.
Lena meinte dann, dass ich mal nach einer externen Festplatte gucken soll. Sie hat sich eine billige gekauft. Bei den
Festplatten hab ich dann tatsächlich eine mit 1TB für 179$ gefunden. Wie kann den ein Stick mit 32GB 200$ kosten und eine Festplatte mit 1000GB nur 199$??? Ich bin dann an die Kasse gelaufen und dort sagte mir die Verkäuferin dann, dass es wegen dem Boxing-Day-Sale nur noch 149$ kostet. Daniela ist auch gleich losgelaufen und hat sich eine geholt.
Mittags sind wir an den Ocean Beach gefahren und haben uns gesonnt. Es war diesmal sogar so warm, dass wir im Meer
baden konnten. War schon komisch an Weihnachten...

Einen Tag bevor Melanie abgereist ist, sind wir noch mal zu einem total leckeren Thailänder gegangen. So als Abschluss
für das tagelange Fressgelage.

Am 28. Dezember haben wir Melanie an ihren Bus gefahren und sind nach Napier gefahren, weil wir Mini-Golf spielen wollten.
Dort war der Teufel los, aber es war total lustig. Ich hab natürlich wie immer verloren. Danach haben wir noch
einen Kaffee getrunken und sind wieder heimgefahren.

Am 29. Dezember wollten wir dann mal einen anderen Strand aufsuchen. Auf dem Weg zum strand sind wir bei einem Erdbeerfeld vorbeigefahren und haben ein Eis gegessen (Softeis mit frisch pürierten Erdbeeren drin).
Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir endlich am Waimarama Beach angekommen und schon hat das Wetter umgeschlagen. Es wurde windig und düster. Nach einem kurzen Strandspaziergang haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht und kaum im Auto, hat es auch schon wieder angefangen zu regnen. Und nicht mehr aufgehört!

Am 30. Dezember hat Lena ihre beiden Freundinnen, die aus Deutschland angereist sind, am Flughafen in Napier abgeholt.
Eigentlich hatte Lena die beiden drüben im Hostel eingebucht, aber Liz hat es irgendwie verrafft. Also haben die beiden
bei uns im Wohnzimmer auf Matratzen geschlafen. Da sie am nächsten Tag abreisen wollten, ging das ja mal für eine Nacht.
Abends hat Lena für alle noch ein Curry gekocht und wir haben Alisa, die am 25. Januar zurück nach Deutschland geht,
unser Abschiedsgeschenk überreicht. Wir haben eine große neuseeländische Flagge gekauft und mit weißem Edding noch was draufgeschrieben.

Am nächsten Morgen haben wir uns von Lena und ihren Freundinnen verabschiedet und dann überlegt, was wir abends (Silvester) machen sollten. Ursprünglich hatten wir vor nach Napier zu fahren. Dort sollten am Strand ein paar Bands spielen. Hat sich total gut angehört, aber da es seit dem 29.12. ununterbrochen geregnet hat, ist diese Möglichkeit wortwörtlich ins Wasser gefallen. Wir haben dann überlegt, dass wir wieder in die Cru-Bar gehen könnten.
Abends haben wir zusammen gegessen und danach noch eine Flasche Sekt aufgemacht. Ziemlich angedüdelt sind wir dann um
halb elf bei Regen losgelaufen und wieder nüchtern in der überfüllten Cru-Bar angekommen. Dort waren nur Betrunkene in
sämtlichen Altersklassen. Wir haben ein Bier bestellt und uns irgendwo in eine freie Ecke gequetscht.
Um viertel vor zwölf wollten Alisa und ich noch eine letzte Zigarette im Jahr 2011 rauchen und wir sind alle rausgegangen.
Auf einmal wurde drinnen der countdown gezählt und wir haben uns ganz verdutzt angeguckt. Auf unseren Uhren waren es noch
10 Minuten Zeit. Wir haben beschlossen, dass wir nach unserer Uhr auf neue Jahr anstoßen. Als es soweit war, haben wir
uns ein frohes neues Jahr gewünscht und dann einfach dagestanden. Und jetzt? Es wurden keine Kracher oder Raketen losgelassen und gar nix. Es wurde einfach um zwölf angestoßen (zumindest die, die noch in der Lage waren), um sich dann weiter den Alkohol in den Hals zu schütten. Wir waren alle drei total enttäuscht. Das Publikum war auch etwas seltsam. In der Bar waren Mädels mit Schlafanzughosen und High-Heels (wir wussten, dass es Schlafanzughosen waren, weil Alisa dieselbe als Schlafanzughose gekauft hat), Mädels in Bikini und andere seltsame Gestalten. Um halb eins haben wir uns dann, wieder bei Regen, auf den Heimweg gemacht und uns daheim nochmal vor den Fernseher gesetzt. Silvester haben wir uns alle ein bißchen anders vorgestellt. Aber ich glaube, wir hatten einfach zu hohe Erwartungen was das Silvester in Neuseeland angeht.

Nach Silvester haben wir nicht mehr viel unternommen, da es immer noch jeden Tag regnet. Daniela und ich wollten eigentlich
einen (für mich) dritten East-Cape-Versuch starten, aber laut Wetterbericht soll es erst in ein paar Tagen wieder schön
werden. Aber wenigstens konnten wir doch mal das Gefühl "Weihnachten im Sommer" genießen.
Am Donnerstag soll dann unsere große Weiterreise starten... Bin schon gespannt!


Ich werde euch natürlich auf dem Laufenden halten....


Eure Anni

 

 

3.1.12 22:54

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