Neuseeland
Und weiter gehts...
Am nächsten Morgen sind wir ganz früh aufgestanden, haben aus dem Hostel ausgecheckt und sind Richtung Whitianga
gefahren. Dort waren wir mit einer Freundin von Daniela zum Kaffee verabredet. Sie war wohl auch mal in der Hone Heke Lodge in Kerikeri, aber sie war schon weg, als ich dort ankam. Da wir zu früh da waren, sind wir noch eine durch die Stadt gelaufen und haben in der Bücherei das kostenlose Internet genutzt.
Nach dem Kaffee mit Sandra sind wir weiter nach Hahei gefahren. Dort hatten wir 2 Nächte in der Tatahi Lodge gebucht.
Dort angekommen, haben wir nicht mehr sehr viel gemacht.
Am nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden und zum Cathedral Cove gelaufen. Nur bergauf, bergab, Treppen hoch und runter. Ich war fix und fertig, als wir nach über einer Stunde dort angekommen sind.
Der Cathedral Cove ist eine Strandbucht mit einem Riesenloch im Felsen durch das man zu einem anderen Strandabschnitt kommt. Der Durchgang war aber leider versperrt, weil da vor einer Weile ein Mann von einem Riesenfelsbrocken erschlagen wurde. Man konnte wohl
durchgehen, aber auf eigene Verantwortung. Ich habs lieber gelassen bevor ich meinen Rückflug in einer Holzkiste
hinter mich bringen muss.
Wir haben uns noch eine Weile am Strand aufgehalten und sind dann den ganzen Weg wieder
zurückgeklettert. Mittags sind wir noch mal (mit ein paar anderen aus dem Hostel: Bryan aus Irland, Richard aus San Francisco, Monique aus Holland und Petrina aus England) an den berühmten Hot Water Beach gefahren nachdem wir uns
im Hostel mit Schaufeln ausgestattet haben. Am Hot Water Beach war die Hölle los! Wo man hingeguckt hat, haben die
Leute gebuddelt. Nachdem wir ein Plätzchen gefunden haben, haben wir dann auch mal losgelegt.
Der Hot Water Beach ist ein Strand, der über einem Vulkan liegt. Und an einem kleinen Stück dieses Strandes ist das
Wasser richtig warm. Man buddelt sich also ein kleines Loch (ein großes Loch ging leider nicht, weil der Sand immer
wieder in sich zusammen fällt) und setzt sich rein. Neben uns haben zwei deutsche Jungs ein Loch gebuddelt, aber
sie konnten nicht reingehen, weil es so heiß war. Das Wasser hat sogar schon gebrodelt. In dem Loch, das Daniela
und ich gebuddelt haben, war es in einer Ecke kochend heiß und in der anderen Ecke viel zu kalt. Wir haben das Wasser
dann immer hin und her geschoben. An manchen Stellen war sogar der Sand so heiß, dass man nicht drüberlaufen konnte.
Nach 2 Stunden und jeder Menge Sand in der Bikinihose sind wir mit den anderen noch in ein Cafe gegangen und danach
zurück ins Hostel und ab unter die Dusche. Abends hab ich dann bei Familie Schwinn angerufen, wie mir ja wärmstens
empfohlen wurde (Danke Helga!).
Ich hatte auch gleich Ralf Schwinn am Telefon. Leider wusste er nicht, wer ich bin
und war total überrascht und überrumpelt. Er meinte, dass wir gerne mal vorbei kommen können, aber dass sie im Moment
wenig Zeit hätten. Er wollte auch nochmal mit seiner Frau Uli sprechen, aber wir sollten uns auf jeden Fall melden,
wenn wir in Te Puke angekommen sind. Ein paar Minuten später hat er mir auch gleich eine SMS geschickt, dass sie noch
2 Betten frei haben und dass wir gerne dort übernachten könnten. Am nächsten Morgen sind wir Richtung Mt. Maunganui
gefahren und haben uns dort noch die Stadt angeschaut und sind noch einmal um den Berg Mt. Maunganui gelaufen.
Eigentlich wollten wir auf den Berg raufklettern, aber das war uns dann doch zu steil. Danach sind wir nach Te Puke gefahren und haben dann nochmal bei den Schwinns angerufen. Uli hat mir nochmal den Weg erklärt und nach langem Suchen
haben wir auch deren Haus gefunden. Wir wurden freudig empfangen und auch gleich reingebeten. Ralf und Uli hatten keine Ahnung von mir oder dass ich mal vorbeikommen sollte. Aus Deutschland wurde mir ja mitgeteilt, dass sie sich sehr freuen würden, wenn ich mal vorbeikäme. Naja, das war dann wohl ein bißchen peinlich, sich einfach bei fremden Leuten einzunisten,
aber wir haben später erfahren, dass sie ständig Backpacker zu Besuch hätten. Manche sogar über mehrere Wochen und wir
wollten ja am nächsten Tag weiterfahren.
Wir haben dann ewig am KÜchentisch gesessen und gerätselt, von wem ich die Adresse bekommen habe. Das wusste ich nicht mehr.
Uli hat auch gleich bei ihren Eltern angerufen und gefragt, aber die wussten auch nichts von mir. Nach einem langen
Gespräch über Karlstein und Kleinostheim und Deutschland und Familie und Schubertstraße, sind Daniela und ich mit Felix
(ein total süßer, junger Collie) gassi gegangen und Uli hat was zu Essen gekocht. Zum Essen haben wir gleich den Wein
getrunken, den Daniela und ich noch als "Dankeschön" mitgebracht haben.
War eine total lockere Atmosphäre, weil
die Schwinns auch echt offen und freundlich waren. Sie waren auch fast ein bißchen enttäuscht, dass wir nur eine Nacht
bleiben wollten. Sie haben noch mehrfach erwähnt, dass wir auf jeden Fall wieder vorbeikommen könnten, wenn wir mal wieder
in der Ecke sind. Uli ist dann bald ins Bett, weil sie am nächsten Morgen früh raus musste. Wir haben uns noch bei ihr verabschiedet und bedankt und ausgemacht, dass wir auf jeden Fall in Kontakt bleiben werden.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück haben wir uns auch von Ralf verabschiedet und unser Gepäck wieder in die Autos
verstaut. Dann waren wir auch schon wieder auf dem Weg Richtung Whakatane.
Dort angekommen, sind wir ein bißchen durch die Stadt gelaufen und haben im Info-Center nach dem White Island gefragt.
Das ist ein aktiver Vulkan auf einer Insel in der Nähe der Stadt. Um den Vulkan ist immer eine riesengroße weiße Wolke.
Daher der Name White Island. Da uns die Tour mit Boot oder Hubschrauber zu teuer war, wollten wir fragen, ob man die
Insel auf vom Festland aus sehen kann. Aber wir hatten leider kein Glück mit dem Wetter, weils an dem Tag zu bewölkt war.
Naja, war immerhin eine schöne kleine Stadt zum durchbummeln.
Mittags sind wir dann weiter Richtung Rotorua gefahren, wo wir 3 Nächte im Blarney`s Rock Backpackers gebucht haben.
Dort arbeitet Melanie, die ich auch schon in der Hone Heke Lodge kennengelernt habe. Sie hat uns auch Vergünstigungen
bei der Übernachtung verschafft.
Zufällig war Lena (auch aus der Hone Heke Lodge) zu der Zeit auch in Rotorua und auch in dem Hostel. Da gab es dann
einige Wiedersehen.
Nachmittags sind Lena, Melanie, Daniela und ich noch zu den Redwoods gefahren. Das ist ein
Wald, in dem man ganz schön spazieren gehen kann. Melanie hat uns erklärt, dass die Kiwis versucht haben, mehrere
Bäume in dem Wald zu pflanzen um zu sehen, welcher sich bei dem Klima hält. Die Redwoods aus Kalifornien haben
gewonnen und so steht der ganze Wald voller roter, riesiger Bäume. Nach einem 1 1/2 stündigen Spaziergang sind wir
wieder ins Hostel gefahren, haben uns umgezogen und sind abends nochmal in ein Irish Pub (Pig & Whistle) gegangen, um
das Rugby-Spiel Neuseeland gegen Japan anzugucken. Nachdem Lena mir ein wenig die Regeln erklärt hat, fand ich das
Spiel auch spannend. Vorher war es für mich nur ein Chaos auf dem Spielfeld. Rugby ist echt interessant. Ich werde mir
zwar jetzt Feinde schaffen (Flo?), aber Rugby ist wesentlich spannender als Fußball.
Die Deutschen sollten das auch
mal ausprobieren. Im Pub war der Teufel los. Wir sind schon 2 Stunden vor Spielbeginn hingegangen, weil wir sowieso noch was essen wollten. Und wir haben gerade noch einen Platz erwischt. Neuseeland hat "natürlich" mit 83:7 gegen Japan gewonnen.
Am nächsten Morgen sind Lena, Daniela und ich ins Whakarewarewa Village gefahren. Das ist ein traditionelles Maori-Dorf, dass am nähesten von dem unterirdischen Vulkan liegt. Die ganze Stadt dampft und riecht nach Schwefel. Wir haben dort
eine Führung mitgemacht. Eigentlich heißt die Stadt Tewhakarewarewatangaoteopetauaawahiao, aber das war zu lang und dann haben sie es auf Whakarewarewa abgekürzt.
Die Führung ging hauptsächlich um die Maori-Kultur und die ganzen
Schwefelbäder. In dem Dorf waren auch 2 kleine Geysire, aber die waren eher langweilig. Nach der Führung sind wir noch
einen Walking-Track abgelaufen und danach gabs noch eine kleine Aufführung von ein paar Maoris. Es wurden Lieder
gesungen, Tänze aufgeführt und natürlich den berühmten maorischen Kriegstanz "Haka" vorgeführt. Den Haka tanzen auch die All Blacks vor jedem Rugby-Spiel. War total interessant.
Nach der Aufführung haben wir im Restaurant noch das "Hangi" ausprobiert. Die Maori haben um die dampfenden Löcher
HOlzkisten gebaut und da wird das Essen reingelegt und nur durch den Schwefeldampf gegart. Ich dachte schon, das ganze
Essen schmeckt nach verfaulten Eiern, aber dem war nicht so. Das Hangi war echt lecker und hat absolut nicht nach
Schwefel geschmeckt.
Nachmittags haben wir Melanie am Hostel abgeholt und sind noch zu einer Seilbahn gefahren. Wir wollten unbedingt das
Luge machen. Man fährt mit der Seilbahn einen Berg hoch und mit komischen Geräten wieder runter. Das ist so ähnlich wie
eine Sommerrodelbahn, aber auf betonierten Wegen. Man kann sich auch gegenseitig überholen. Man hatte 2 Fahrten nach unten und musste dann ein drittes Mal mit der Seilbahn nach oben um dann wieder mit der Gondel nach unten zu fahren.
Das hat total Spaß gemacht...
Abends waren wir dann müde von den ganzen Aktivitäten und sind früh ins Bett gefallen. 
Am Morgen danach (ich habe leider jegliches Zeitgefühl verloren, daher kann ich keine Wochentage mehr aufzählen)
haben Daniela und ich unsere Laufschuhe angezogen und sind eine große Stadtroute, die Melanie uns empfohlen hat,
abgelaufen. Das ging an noch mehr Schwefelseen und Matschseen vorbei, am Rotorua-See entlang und irgendwo in einem schönen großen Park wieder zurück. Wir waren fast 2 Stunden unterwegs. Danach sind wir mit Lena nochmal ins Whakarewarewa gefahren, weil wir mit dem dortigen Maori-Tättowierer einen Termin hatten. Wir haben mit ihm gesprochen
und jeder sollte seine Familien- und Lebensgeschichte erzählen. Er wollte daraufhin eine Tattoo-Vorlage für jeden erstellen. Nachmittags sollten wir wieder kommen. Da wir genug Zeit hatten, sind wir nochmal an den Blue Lake und an den Green Lake gefahren und 5.5 km um den Blue Lake gelaufen. An einem Look-out-Punkt konnte man auf beide Seen gucken.
Auf halber Strecke hat es dann allerdings wie aus Eimern geschüttet, so dass wir pitschnass am Auto angekommen sind.
Durch den ganzen Regen waren beide Seen grau, also konnten wir auch nicht den Unterschied erkennen, ob die Seen blau
oder grün sind.
Da wir immer noch genug Zeit hatten, haben wir in der Stadt noch einen Kaffee getrunken und sind dann nochmal ins
Whakarewarewa Village gefahren. Wir durften unsere Vorlage mitnehmen (ich war total begeistert) und sollten uns melden,
wenn wir das Tattoo haben wollen.
Abends bin ich mit Daniela nochmal ins Polynesian Spa gefahren. Das hat 21,50$ Eintritt gekostet und da wir 3 Nächte im Hostel gebucht hatten, haben wir vom Hostel 70% erstattet bekommen. Also haben wir nur noch 6,50$ für den Eintritt
bezahlt. Das Polynesian Spa sind auch lauter verschieden warme oder heiße Schwefelbäder, die vom Vulkan erhitzt werden.
Ich finde es unglaublich, dass man eine Stadt auf einen aktiven Vulkan gebaut hat, wo man genau weiß, dass er irgendwann
ausbrechen wird. Man weiß nur nicht, wann. Aber das müssen die Neuseeländer selbst wissen.
Naja, jedenfalls war das nochmal ein entspannender Abschluss nach dem vielen Wandern. 
Am nächsten Morgen sind Daniela und ich ein drittes und letztes Mal ins Whakarewarewa Village gefahren und haben endlich
unser Tattoo bekommen. Ich will auch gar nix verraten. Nur eines: Mein "gehasstes" chinesisches Zeichen ist endlich
verschwunden bzw. hat sich um einiges vergrößert. 
Da haben wir dann auch den ganzen Tag verbracht und waren abends nur noch einkaufen, kochen und ab ins Bett (wir haben
noch eine vierte Nacht im Hostel gebucht). Da ich morgens schon gemerkt hab, dass ich total erkältet bin (bestimmt von
unserem Spaziergang im strömenden Regen), hab ich mir im Supermarkt noch Cold + Flu Tabletten geholt und vor dem
Schlafengehen noch 2 Stück genommen. Als ich dann ewig im Bett gelegen hab und nicht schlafen konnte (trotz Erkältung),
hab ich mir die Packungsbeilage nochmal durchgelesen. Da die Tabletten Koffein enthalten, sollte man sie nicht nehmen,
bevor man schlafen geht. So, irgendwann bin ich dann eingeschlafen und morgens hat um 08:00 Uhr der Wecker wieder
geklingelt. Ich war so fertig und meine Erkältung ist noch schlimmer geworden. Da wir an dem Tag auschecken mussten,
konnte ich nicht mal ausschlafen. Mir war sogar das Packen und das Gepäck ans Auto schleppen zu viel.
In Kerikeri war ich nie krank. Da hätte ich jede Menge Zeit gehabt, mich auszukurieren. Aber doch nicht jetzt beim
Reisen!!!
Oh Gott! Ich komm nicht mehr hinterher mit Schreiben. Es passiert so viel!
Aber hier schon mal der Bericht bis letzte Woche. Der nächste kommt hoffentlich bald.
:-)
Ich werd mich beeilen....
Bis bald!
Eure Anni
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