Neuseeland

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Südinsel

So, wo war ich? Achja... Wir haben also von der Fähre aus schon den Hafen von Picton gesehen. Als wir dann endlich angekommen sind, durften wir wieder nach unten, wo die Autos standen und haben gewartet bis wir endlich rausfahren durften. Da wir in Wellington nichts gefrühstückt hatten, hatten wir totalen Hunger. Wir haben das Auto auf einem Parkplatz am Hafen stehenlassen und sind in die (kleine) Cafe-Souvenir-Einkaufsstraße gelaufen und haben in einem Cafe erst mal was gegessen. Danach sind wir ein bißchen durch Picton spaziert (Picton ist wirklich total klein) und danach haben wir in der i-Site nach einer Autowerkstatt gefragt. Da ich in den letzten Wochen immer ein Ruckeln beim Bremsen bemerkt hab, wollten wir das Auto erst mal durchchecken, bevor wir dann losfahren. In Picton gab es 2 Werkstätten. Wir sind erst mal zur nächstgelegenen gefahren und haben gefragt, ob sie Zeit hätten, nach dem Auto zu schauen. Da die dort total unfreundlich waren und nur gemeint haben, wir sollen gegen 15:00 Uhr nochmal kommen, sind wir gleich zur nächsten Werkstatt gefahren. Dort hatte man auch sofort Zeit und die haben sich das erst mal angeguckt. Meine Bremsscheiben waren wohl schon ziemlich durchgefahren und sollten erneuert werden. Das Geräusch, wenn das Auto steht, wäre zwar nicht schlimm, aber wir sollten es mal beobachten. Da wir noch keine Unterkunft hatten, haben wir gesagt, dass wir das Auto später wieder vorbei bringen. Wir haben nach einem Campingplatz gesucht und uns dann für den billigen und etwas außerhalb gelegenen „Alexanders Campground“ entschieden und haben für 2 Nächte bezahlt. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten und alles aus dem Auto geschafft haben, haben wir das Auto wieder in die Werkstatt gefahren und sind zurück zum Campingplatz gelaufen. Es sollte nachmittags oder spätestens am nächsten Morgen fertig sein. Abends wollten wir dann was zu Essen kochen und haben plötzlich festgestellt, dass unsere ganzen Lebensmittel und die Töpfe und das Geschirr alles im Kofferraum sind. Tja, das haben wir wohl vergessen. Wir haben uns dann spontan für Fish`n Chips entschieden und sind zum nächsten Takeaway gelaufen. Am nächsten Morgen haben wir kurz Besuch von Lena, Laura und Wera bekommen. Sie hatten ihr Kühlakkus in Taupo im Gefrierfach vergessen und wir haben die Akkus für sie mitgenommen. Da die 3 an dem Tag abreisen wollten, haben sie uns kurz besucht (wir konnten die Akkus ja nicht bringen ohne Auto) und die Akkus geholt und uns noch ein paar Tips gegeben. Wir sollten auf jeden Fall zur Bob`s Bay laufen. Da wärs total schön. Wir haben noch eine Weile gequatscht und uns dann zum x-ten Mal verabschiedet. Nachdem wir um zwölf Uhr mittags immer noch nichts von der Autowerkstatt gehört haben und wir keine Lust mehr hatten, auf dem Campingplatz zu hocken, sind wir einfach mal hingelaufen. Das Auto war fertig, aber einen Telefonanruf haben wir nicht bekommen. Typisch Neuseeländer! Der ganze Spaß hat 140$ gekostet, aber dafür sind meine Bremsen jetzt wieder sicher. Da wir uns auf dem Campingplatz schon für die Tour zur Bob`s Bay angezogen haben, sind wir direkt von der Werkstatt an den Hafen gefahren, haben geparkt und sind dann losgelaufen. Da wir direkt am Meer entlanglaufen wollten, haben wir die untere Strecke genommen, waren allerdings schon nach einer halben Stunde da. Eigentlich war die Strecke viel zu kurz, aber da es so heiß war, waren wir doch froh, dass wir nicht noch länger laufen mussten. Wir haben unsere Schuhe ausgezogen und unsere Füße im kalten Wasser abgekühlt. Danach haben wir uns noch eine Weile auf die Wiese gesetzt und den Schiffen zugeguckt. Als wir wieder in der Stadt waren, sind wir noch ein bisschen durch die Geschäfte geschlendert und danach wollten wir uns eigentlich noch mit einem Handtuch runter ans Meer legen. Als wir unten angekommen sind, hat es sich auf einmal so zugezogen. Es war total bewölkt, windig und saukalt. Also sind wir doch wieder zurück auf den Campingplatz gefahren und haben uns dort noch draußen hingesetzt. Da es dort nicht so windig war, wars auch wesentlich angenehmer. Morgens haben wir dann die Zelte abgebaut und sind über den Queen Charlotte Drive nach Nelson gefahren. Da die Strecke über die Berge ging und wieder total kurvig war, mussten wir zweimal anhalten, weil Daniela total schlecht geworden ist (an meinen Fahrkünsten lag es jedenfalls nicht). Der Queen Charlotte Drive war total schön. Man ist direkt am Meer und an den Sounds entlang gefahren. Wir haben auch ein paar Mal angehalten, um Fotos zu machen. Eigentlich wollten wir in Havelock anhalten, weil Alisa gesagt hat, dass es ein total schönes kleines Örtchen sein soll. Aber so beim Durchfahren hat es nicht wirklich nach „anhalten und aussteigen“ ausgesehen und wir sind direkt weitergefahren. Mittags sind wir in Nelson, unserem nächsten Stop, angekommen. Da viele Campingplätze entweder zu teuer oder zu weit außerhalb waren, haben wir eine Nacht im Kiwi Holiday Park bezahlt. Nelson war im Vergleich zu Picton richtig groß. Dort gab es wenigstens einen McDonalds, wo wir mal wieder kostenloses Internet nutzen konnten. Nachdem wir auf dem Holiday Park die Zelte aufgebaut haben, sind wir nochmal in die Stadt gefahren, um uns umzugucken. Da es in Nelson mit Parkplätzen nicht so einfach war, haben wir etwas außerhalb geparkt und sind dann in die Stadt gelaufen. Ich hatte mir ja in Hastings im Kathmandu (Outdoor-Shop) während des SALE eine Wanderhose gekauft. Da ich die Hose nie anhatte, weil wir ja nie richtig wandern waren, hab ich auch nicht gemerkt, dass sie mir eigentlich zu groß ist. Als wir in Picton zur Bob`s Bay gelaufen sind, wollte ich die Hose anziehen, hab aber dann gemerkt, dass sie viel zu groß ist. In Nelson haben wir beim Durchfahren gesehen, dass die einen Kathmandu haben und ich hab sie dann mitgenommen. Den Kassenzettel hab ich leider nicht mehr gefunden in meinem Chaos, aber ich hab gedacht, ich versuchs einfach mal. Ich bin mit meiner Hose in den Laden und hab gesagt, dass ich die Hose zu Weihnachten bekommen hätte, aber sie leider nicht anprobiert hab und jetzt gemerkt hab, dass sie zu groß ist. Ich hatte also weder Kassenzettel noch waren die Schildchen an der Hose. Da Lena eine Kundenkarte hat und wir immer alles über ihre Kundenkarte haben laufen lassen, hat die Frau ganz schnell den Kassenzettel gefunden und ausgedruckt. Da sie das nicht entscheiden konnte, wollte sie erst ihre Chefin fragen. Nach einer Ewigkeit kam die Chefin und hat sich die Hose gaaaaanz genau angeschaut. Ich hab ihr dann gesagt, dass ich die Hose noch nie getragen hab (was ja auch stimmte). Sie hat auch an der Hose gerochen und meinte, dass sie nach Waschmittel riecht. Ich hab ihr dann gesagt, dass ich die Hose in meinem Rucksack mit gewaschener Wäsche hatte (was ja auch stimmte). Nach langem Hin und Her hat sie mir dann die Hose eine Nummer kleiner gegeben und ich hab sie (vorsichtshalber) anprobiert. Hat perfekt gepasst und ich durfte sie mitnehmen. Da ich die Hose im SALE gekauft hab und nur 89$ bezahlt hab (anstatt 178$), hatte ich Glück, dass ich sie umgetauscht bekommen hab. Jetzt hab ich also eine reduzierte Hose ohne Kassenzettel oder Schildchen nach fast einem Monat umgetauscht. Das wäre in Deutschland nie möglich gewesen. „Umtausch nur innerhalb von 14 Tagen mit Kassenbon“. Nachdem wir das erledigt hatten, sind wir in Nelsons Innenstadt gelaufen und haben uns die Stadt angeschaut. Nelson war nichts Besonderes und eine schöne Stadt war es auch nicht unbedingt. Das einzige, was unsere Laune gehoben hat, war „Der Wurstladen – German Sausages“. Wir sind natürlich sofort reingegangen und dort gab es tatsächlich ein paar Wurstsorten aus Deutschland. Auf einem Regal standen auch noch saure Gurken von Kühne und Puddingpulver von Dr. Oetker. War total lustig! Da es aber doch im Vergleich zu Deutschland recht teuer war, haben wir uns zusammen eine Rolle Zwiebel-Tartar gekauft. Ich weiß nicht genau, was die in Deutschland kostet - wir haben über 7$ bezahlt. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Der Verkäufer war zwar nicht aus Deutschland, aber die Wurst hat dafür umso mehr nach „Heimat“ geschmeckt. Nachdem wir uns die Stadt ein bisschen angeguckt haben, sind wir auf dem Weg zum Campingplatz nochmal an den Strand gefahren und haben noch einen Strandspaziergang gemacht. Als wir wieder „daheim“ waren, haben wir uns in die Küche gesetzt und mal unsere ganzen Geräte an die Steckdose gehängt. Am nächsten Morgen gings dann weiter nach Marahau. Nach einem kurzen Zwischenstop in Motueka, haben wir in Marahau 2 Nächte auf dem Campingplatz „Old McDonalds Farm“ bezahlt. Eigentlich wollten wir am nächsten Tag eine Kajak-Tour am Abel Tasman National Park machen, aber da es zu teuer war, haben wir das dann doch gelassen. Das Kajak hätte 55$ pro Person für einen halben Tag gekostet. Aber da wir weder eine Tour machen noch einen halben Tag Kajak fahren wollten, haben wir die Pläne gestrichen. Wir wollten eigentlich einfach nur 2 oder 3 Stunden ein bisschen paddeln. Und das können wir billiger auf irgendeinem See machen. Da wir aber schon 2 Tage auf dem Campingplatz bezahlt hatten, haben wir beschlossen, dass wir am nächsten Tag im Abel Tasman wandern gehen. Der Campingplatz lag direkt an einem Bach. Irgendjemand hat im Bach einen Staudamm gebaut, damit sich das Wasser dort sammelt. Also konnte man schön baden gehen. Es war immer noch total heiß und Daniela und ich sind zum Abkühlen in den eiskalten Bach gegangen. Da man durch die Hitze nach ein paar Minuten wieder trocken war, hab ich das mehrfach wiederholt. War echt total schön! Am nächsten Morgen haben wir Wanderschuhe angezogen und haben uns auf den Weg zum Abel Tasman gemacht. Der Wanderweg war total schön (schattig) und einfach zu laufen. Wir sind an mehreren Bay`s vorbeigekommen und haben gaaaanz viele schöne Fotos gemacht. Irgendwann hatte Dani keine Lust mehr zu laufen (normalerweise bin ich immer diejenige, die zum Umkehren anstiftet) und wir sind umgedreht. Nach (nur!) 2 Stunden waren wir wieder am Auto und haben Wanderschuhe gegen Flip Flops ausgetauscht und sind nochmal an den Strand gefahren und haben uns in die Sonne gelegt. Nachdem es zu warm wurde, bin ich ein Stück im Meer gelaufen (es war Ebbe und man konnte kilometerweit laufen). Auf einmal hab ich im Wasser was kleines sternförmiges gesehen und hab es auf meinen Flip Flop gesetzt. Das war ein ganz kleiner Mini-Seestern. Nachdem er sich so komisch zusammengezogen hat, hab ich ihn wieder ins Wasser gelassen und bin weitergelaufen. Und dann hab ich noch ganz viele andere Seesterne gefunden in allen Größen. Ich hab sie natürlich fotografiert. Nachdem wir noch eine Weile am Strand waren sind wir in ein Cafe am Abel Tasman gegangen und haben dort was zu Mittag gegessen. Da immer noch so schönes Wetter war (hier auf der Südinsel haben wir echt Glück mit dem Wetter), sind wir wieder auf den Campingplatz und haben uns dort noch ein bisschen in die Sonne gesetzt (ich bin zwischendurch immer mal wieder in den Bach zum Abkühlen – Dani war es zu kalt). Am nächsten Morgen sollte es weiter nach Collingwood gehen. Dort wollten wir eine Tour zum Farewell Spit machen. Gegen Mittag sind wir in Collingwood angekommen und haben eine Nacht auf dem Collingwood Holiday Park bezahlt. Da es total windig war, war es schwierig die Zelte aufzubauen. Eigentlich wollten wir uns noch ein bißchen in dem Ort in der Golden Bay umgucken. Aber Collingwood ist so klein, es gab nur eine Straße und nach 10 Minuten waren wir wieder auf dem Campingplatz. Wir sind dann in den nächsten Ort (mit ungefähr 5 Häusern) gefahren und haben im Old School Cafe die Farewell Spit Tour für den nächsten Tag gebucht (für 120$). Da man die Tour nur bei Ebbe machen kann und wir erst mittags um eins gestartet sind, haben wir gleich noch eine Übernachtung bezahlt. Den restlichen Tag haben wir auf dem Campingplatz mit Lesen verbracht. Das Farewell Spit ist übrigens eine kilometerweite Sandbank mit Dünen und LEUCHTTURM! Am nächsten Morgen konnten wir endlich mal ausschlafen und haben in aller Ruhe gefrühstückt. Gegen zwölf sind wir dann nach Puponga gefahren, von wo aus wir mit dem Bus zum Farewell Spit fahren sollten. Da wir (typisch deutsch) wie immer zu früh waren, haben wir dort noch einen Kaffee getrunken. Um 13:00 Uhr durften wir endlich in den Bus einsteigen und die Fahrerin (und Führerin) hat sich vorgestellt. Sie hat uns dann auch erklärt, was uns erwartet und wo wir hinfahren. Dann meinte sie noch, dass vor ein paar Minuten die Nachricht eingegangen ist, dass am Farewell Spit Wale gestrandet sind und dass wir versuchen werden, so nah wie möglich an die Wale ranzukommen. Wir haben uns natürlich total gefreut, obwohl es ja traurig ist, dass die Wale gestrandet sind. Aber Daniela und ich haben noch nie Wale gesehen (außer im Fernsehen). Wir sind also dorthin gefahren und das Whale Rescue Team war auch schon vor Ort. Die haben uns dann gesagt, dass die Wale zu weit draußen sind, um sie von Land aus zu sehen. Da die Tour zum Spit am äußeren Strand entlangging und die Wale am inneren Strand gestrandet sind, hatte es sich also erledigt. Schade! Wir sind also auf den äußeren Strand gefahren und erst mal nach links zum Cape Farewell abgebogen. Dort durften wir dann aussteigen und sind ein Stück gelaufen. Wir haben erst gar nicht gewusst, warum alle so aufgeregt sind. Außer Felsen lag dort nichts am Strand. Bis wir unter den Felsen (gut getarnt) ein paar Seerobben erkannt haben. Uns wurde auch gesagt, dass man auf keinen Fall zwischen die Robben und das Meer gehen sollte. Das ist der Fluchtweg der Robben und wenn man den versperrt, greifen sie einen an. Ich wollte es also nicht riskieren und hab immer schön Abstand gehalten. Die Frau (ich hab leider ihren Namen vergessen) hat uns dann noch was zu den verschiedenen Gesteinen erklärt und uns Fosilien gezeigt. Nachdem wir alle aus schön braver und sicherer Entfernung die Robben fotografiert haben, sind wir wieder in den Bus gestiegen und in die andere Richtung gefahren. Auf dem gesamten Farewell Spit lagen immer mal wieder die Robben faul im Sand oder haben mit ihren Flossen gewunken. Die waren soooo süß! Manchmal hat der Bus die Robben aufgeschreckt und die sind dann mit einer Geschwindigkeit ins Meer gewatschelt, die man den trägen Viechern gar nicht zugetraut hätte. Die Frau hat uns auch ganz viel über die Vögel erzählt, die am Farewell Spit leben, aber nachdem wir die Robben gesehen haben, waren die Vögel uninteressant. Es wurde auch viel über die Geschichte des Spits und allgemein über Neuseeland geredet, aber ich hab nicht alles verstanden. Und wir haben Milliarden „Jellyfish“ (Quallen) gesehen, die einfach im Sand geklebt haben nachdem die Flut weg war. Als wir am Leuchtturm angekommen sind, war ich etwas enttäuscht. Nach dem rot-weiß-gestreiften Leuchtturm am Cape Palliser war dieser geradezu hässlich. Ich weiß auch gar nicht, wie ich ihn beschreiben soll, hab ihn aber fotografiert. Am Leuchtturm haben wir eine Pause gemacht und es gab Kaffee, Tee und belegte Brötchen. Danach ging es wieder auf den Rückweg mit Zwischenstopps an einem großen See, der von Jahr zu Jahr kleiner wird und an einer riesigen Sanddüne auf die wir dann raufgeklettert sind. Gegen 17:00 Uhr waren wir wieder am Auto und sind total beseelt und durchgefroren (am Spit ging ein höllischer Wind) wieder zurück auf den Campingplatz gefahren. Am nächsten Morgen hieß es wieder Zelte abbauen und alles im Auto verstauen. Mittlerweile haben wir unsere Ordnung, wo was hin muss, damit alles reinpasst. Mir graut jetzt schon davor, wenn ich das Auto verkaufen muss. Ich werde auch versuchen, Zelt, Matratze, Campingstuhl... mit zu verkaufen. Unser nächstes Ziel war Murchison. Nach ewiglanger Fahrt sind wir endlich in der „Stadt“ Murchison angekommen und haben festgestellt, dass es dort nicht mal einen Supermarkt gibt. Da es erst Mittag war und wir noch zu der Swingbridge in der Nähe fahren wollten, haben wir beschlossen, dass wir erst mal zur Swingbridge fahren und je nachdem wie spät es ist, weiter nach Westport fahren. Wir sind also zur Buller Gorge Swingbridge gefahren und mussten feststellen, dass die 5$ wollen, damit man einmal drüber laufen darf. Wir haben erst überlegt, aber dann entschieden, dass wir halt bezahlen, wenn wir schon mal da sind. Schon frech, aber gut. Wir haben bezahlt und sind einmal über die Swingbridge gelaufen. War schon komisch, über die Schlucht und den reißenden Fluss zu laufen. Vor allem, da die Swingbridge mehr geswingt hat als die in Carterton. Als wir drüben waren, haben wir gesehen, dass man einen 20-minütigen Loop-Track laufen kann. Wir dachten uns, wenn wir schon bezahlt haben, dann laufen wir jetzt auch. War nicht gerade angenehm bei der Bullenhitze, aber bezahlt ist bezahlt. Als wir wieder am Auto waren, haben wir die Zeit gerechnet und entschieden, dass wir weiter nach Westport fahren. Irgendwann abends sind wir in Westport angekommen und haben in der i-Site nach Campingplätzen gefragt (bis jetzt hatten wir Glück mit dem Wetter wegen campen). Da Westport nicht sehr schön und auch nicht sehr groß ist, waren wir im New World und haben eingekauft und sind dann ein paar Kilometer weiter nach Carters Beach gefahren. Dort haben wir eine Nacht auf einem Top 10 Holiday Park bezahlt und nachdem wir die Zelte aufgebaut haben, sind wir nochmal ans Meer gelaufen und haben bei gefühlter Windstärke 9 einen Strandspaziergang gemacht. Als es zu kalt wurde, sind wir wieder zurück gelaufen. Morgens sind wir früh aufgestanden, weil wir ans Cape Foulwind laufen wollten. Es war total bewölkt (das erste Mal auf der Südinsel) und es sah nach Regen aus. Wir haben wieder alles ins Auto gepackt und sind ans Cape gelaufen. Dort gab es einen Walk auf dem Cape Foulwind und zu einer Seal Colony. Vom Parkplatz aus konnte man auch schon den Leuchtturm sehen (der auch nicht so schön war). Wir sind den Berg hoch gelaufen und am Cape entlang. Der Weg war nur schmal und ging direkt an den Klippen entlang (wie immer ohne Geländer). Aber die Aussicht war atemberaubend und das düstere Wetter hat irgendwie gepasst. An fast jedem Cape sind rauhe Felsen im und ums Wasser. Total genial! Nachdem wir eine Stunde gelaufen sind und noch nichts von einer Seal Colony gesehen haben (die liegen ja meistens am Strand und wir sind auf dem Berg gelaufen), haben wir umgedreht und sind wieder zurück gelaufen. Auf dem Rückweg kam endlich die Sonne raus und es wurde schlagartig wieder heiß. Wir sind dann die längere, aber schönere Strecke nach Punakaiki gefahren und waren so gegen zwölf im einzigen Hostel. Punakaiki ist eigentlich kein Ort. Da wurden nur mehrere Unterkünfte wegen den Pancake Rocks gebaut. Es gibt eine Bar und sonst nichts. Da das Hostel auch Camp-Sites hatte, wollten wir im Garten die Zelte aufbauen. Wir haben eine Nacht bezahlt und die Zelte aufgebaut. Man soll die berühmten Pancake Rocks besuchen, wenn Flut ist, damit man die „Blow Holes“ sehen kann. Wir haben an der Rezeption gefragt, wann Flut ist und man hat uns gesagt um 13:14 Uhr. Also hatten wir noch eine halbe Stunde. Dann mussten wir nicht bis zum nächsten Tag warten. Da die Pancake Rocks in der Nähe waren, sind wir hingelaufen. Wir waren pünktlich zur Flut da, konnten aber nicht entdecken, was „Blow Holes“ sind. Die Pancake Rocks waren der Wahnsinn! So was hab ich noch nicht gesehen (wie eigentlich alles hier in Neuseeland). Ich kann es wieder schlecht beschreiben. Ihr müsst einfach auf die Fotos warten. Wir haben ganz viel geknipst und sind dann nochmal in das gegenüberliegende Souvenier-Geschäft gegangen. Hab ich schon erwähnt, dass Daniela süchtig nach Souvenier-Geschäften ist. Wir kennen mittlerweile fast jedes Geschäft in Neuseeland. Es könnte ja in einem Geschäft was geben, was es in einem anderen Geschäft noch nicht gab (bis jetzt kam das noch nicht vor). In dem Souvenierladen haben wir dann auf verschiedenen Postkarten gesehen, was Blow Holes sind. Wenn das Meer sehr stürmisch ist, schwappt das Meer durch die verschiedenen Höhlen und spritzt meterweit nach oben (nur bei Flut). Eigentlich dachten wir, dass es stürmisch war an dem Tag, war aber leider nicht so. Auf dem Rückweg haben wir noch einen Abstecher zu einer Höhle gemacht. Da unsere Taschenlampen nicht mehr ganz funktionsfähig waren, konnten wir in der Höhle leider nicht viel sehen. Eine Frau, die da stand, meinte, dass man normalerweise in der Höhle einen Kreis laufen kann. Aber das war uns zu riskant ohne was zu sehen. Wieder im Hostel haben wir gesehen, dass man im 16km entfernten Barrytown „Knifemaking“ machen kann. Wir haben dort angerufen und gefragt, ob für den nächsten Tag noch 2 Plätze frei sind. Wir hatten Glück! Wir haben eine Nacht verlängert und haben den restlichen Tag mit Lesen verbracht (wie meistens, wenn wir früh irgendwo ankommen). Da wir am nächsten Morgen um viertel nach neun in Barrytown sein mussten, sind wir früh aufgestanden, haben gefrühstückt und sind losgefahren. Wir waren (wie immer) viel zu früh und haben im Auto gewartet. Das Wetter war wieder total bewölkt und hat auch nicht nach Besserung ausgesehen. Aber hier in Neuseeland weiß man ja nie. Um halb zehn ging das Knifemaking los. Wir haben erst alte Hemden, Handschuhe, Schutzbrille und eine Sicherheitseinweisung bekommen und mussten unsere Namen auf ein Stück Klebeband schreiben und aufs Hemd kleben. Da wir dann immer direkt mit Namen angesprochen wurden, war es gleich total familiär. Steven und seine Frau Robyn (beide schon ziemlich alt) machen das „Knifemaking“ schon seit mehreren Jahren und haben mit ihren „Schülern“ schon über 17000 Messer produziert. Wir haben dann alle ein Stück Eisen bekommen, was wir ins Feuer halten sollten bis es glüht. Dann mussten wir es mit einem Hammer bearbeiten (sieht immer so einfach aus, ist aber total anstrengend). Es ging weiter mit Griff aussägen, schleifen, kleben, bohren... Gegen Mittag sind wir alle ins Haus und es gab Sandwiches, Kaffee, Tee und Obst. Nach dem Mittagessen hat uns Robyn zu einer großen Schaukel geführt und jemand sollte sich freiwillig für den Anfang melden. Da ich gerne schaukele, hab ich mich gleich gemeldet und ich musste mich auf die Schaukel setzen. Dann haben 5 Leute an einem dicken Seil gezogen, dass an der Schaukel hing und die Schaukel hat sich meterweit in die Luft gezogen. War wie Achterbahn fahren. Und da ich nicht damit gerechnet hab, dass es so hoch geht, hab ich natürlich geschrien. Und da ich die erste war und so geschrien hab, wollten die anderen Mädels dann doch nicht mehr schaukeln. Nach der Mittagspause ging es wieder an die Messer. Wir haben den Griff noch bearbeitet, das ganze mit einer Schicht überzogen, damit es wasserfest wird und die Klinge poliert. Zum Schluss hat Steven die Klinge noch geschärft und wir durften unser selbstgemachtes Messer mit nach Hause nehmen. Gegen fünf waren wir dann fertig und haben uns verabschiedet. War total schön! Nachdem wir wieder im Beach Hostel waren, hat sich das Wetter total zugezogen und abends hat es dann angefangen zu regnen. Am nächsten Morgen sind wir wieder mal nass aufgewacht und haben wieder mal die Zelte bei Regen abgebaut. Leider haben wir auch an diesem Morgen keine Delphine gesehen. Als Melanie in diesem Hostel war, konnte sie vom Frühstückstisch aus die Delphine im Meer sehen. Wir hatten aber ja bisher gar kein Glück bei so was. Nach dem Frühstück ging es dann weiter nach Hokitika. Da das Wetter dort wieder schön war, wollte ich campen. Daniela wollte aber mal wieder in einem richtigen Bett schlafen. Also ist sie in ein Hostel gegangen und ich hab mein Zelt auf dem Kiwi Holiday Park etwas außerhalb aufgestellt. Danach sind wir nochmal in die Stadt gefahren und ein bißchen durch die Straßen gelaufen. In einer Seitenstraße war ein Kiwi-Center wo ich unbedingt mal rein wollte. Dort gab es ein Aquarium und (endlich) lebendige Kiwi-Birds. Da ich noch keinen Kiwi gesehen hab, wollte ich unbedingt rein. Daniela hat draußen gewartet, weil ihr der Eintritt (18,50$) zu teuer war. Ich hab bezahlt und der Typ meinte, ich soll noch 5 Minuten warten, bevor ich zu den Kiwis gehe, weil er sie eben erst gefüttert hat und sie dann wohl für eine Weile verschwinden. Also hab ich mir erst mal die Fische, Krabben, Schildkröten und Riesen-Aale angeguckt. Nach einer Weile bin ich dann zu den Kiwis gegangen. In dem Raum war es stockdunkel und ich hab erst gar nichts gesehen. Dann hab ich in einer Ecke ein Geräusch gehört und bin da hingelaufen. Da hab ich direkt an der Scheibe ein großes Etwas gesehen. Leider war es zu dunkel um irgendwas anderes außer Umrisse zu sehen. Ich hab dann mit dem Fingernagel an die Scheibe geklopft und da kam auch gleich der lange, dünne Schnabel an die Scheibe. Ich bin dann an der Scheibe entlanggelaufen und hab immer wieder mit dem Fingernagel drangeklopft. Der Kiwi ist immer meinem Klopfen gefolgt. In einer Ecke war ein schwaches Licht, dort hab ich ihn dann hingeführt, damit ich ihn mal sehen kann. Total süß (auch wenn die schon irgendwie hässlich sind)! Nachdem ich wieder draußen war, sind Daniela und ich nochmal an den Strand gegangen. Dort war ein Treibholz-Wettbewerb und man konnte ganz tolle Gebilde aus Treibholz angucken (auf was für Ideen manche Leute kommen). Da es total windig war, haben wir es aber nicht lange am Strand ausgehalten. Danach sind wir nochmal in die Bücherei wegen Internet. Da wir dringend mal wieder waschen mussten, haben wir den Nachmittag getrennt verbracht und uns abends wieder in der Stadt getroffen. Wir haben im Fat Pipi eine Pizza gegessen (Neusseländer habens nicht so mit Pizza, hab noch keine gegessen, die richtig schmeckt) und sind danach noch in eine Bar und haben was getrunken. Dann haben wir nochmal einen Spaziergang gemacht und sind dann wieder jeder in seine Unterkunft. Da es in Hokitika so nicht viel zu sehen gibt, waren wir auch nur eine Nacht dort. Am nächsten Morgen gings dann weiter zu den Gletschern. Auf dem Weg zum Franz Josef Glacier hat es wieder angefangen zu regnen und nicht mehr aufgehört. Dort angekommen wollten wir eigentlich zu dem Gletscher laufen, aber da es so geregnet hat, hatten wir beide keine Lust. Wir sind also weiter an den Fox Glacier gefahren. Dieser sollte sowieso schöner und nicht so touristisch sein. Dort haben wir eine Nacht im Fox Glacier Inn (war ein Hotel mit integriertem Backpacker-Hostel) bezahlt (25$ pro Nacht) und später gesehen, dass nebenan ein BBH-Hostel (Ivory Towers) für 22$ pro Nacht ist. Da wir sowieso zwei Nächte bleiben wollten, wollten wir dann am nächsten Morgen grad ins Hostel nebenan ziehen. Seitdem gucken wir vorher immer, was am billigsten ist. Abgesehen davon, dass das Hostel viel schöner war als das Hotel. Kaum zu glauben! Da es ununterbrochen geregnet hat, haben wir den ganzen Mittag geschlafen und sind nach dem Essen gleich wieder ins Bett. Am nächsten Morgen war es total bewölkt, aber immerhin hat es nicht geregnet. Wir wollten eigentlich zum Fox Glacier laufen, aber beide Zufahrtsstraßen waren gesperrt. Toll! Also sind wir zum Lake Matheson gefahren, der ein Stück außerhalb liegt. Wenn es ganz windstill ist, kann man die schneebedeckten Berge im Wasser sehen wie ein Spiegelbild. Wir sind eine Stück gelaufen bis wir am See waren und natürlich war es nicht windstill. Wir hatten aber auch ein Pech! Wir haben dann gelesen, dass man frühmorgens oder in der Abenddämmerung an den See gehen soll. Also sind wir wieder zurück zum Auto und haben nochmal beide Zufahrtsstraßen zum Gletscher überprüft, ob sie jetzt frei waren. War natürlich nicht der Fall. Ich wollte den Gletscher aber unbedingt sehen. Wir sind also in das Booking-Center und ich hab gefragt, ob die Touren trotzdem stattfinden. Da dies der Fall war, hab ich für 17:00 Uhr eine zweistündige Tour zum Gletscher für 49$ gebucht. Ich bin nochmal ins Hostel zurück und hab mich entsprechend angezogen und bin wieder zum Booking-Center. Um fünf gings los. Da wir nur 3 Leute waren, war die Tour ganz angenehm. Wir wurden erst mit dem Bus (durch die gesperrten Straßen) auf einen Parkplatz gefahren und dann sind wir ca. eine Stunde zum Gletscher gelaufen. Mandy, unsere „Führerin“ hat uns ganz viel über den Gletscher und die Umgebung erzählt. War alles total interessant. Die Straßen waren übrigens für normale Leute, die keine Tour machen gesperrt, weil in der Nacht mehrere Felsbrocken vom Berg gekommen sind. An einem sind wir sogar vorbeigefahren, der hatte einen Durchmesser von 2x3 Metern. Die Touren haben trotzdem unter hohen Schutzmaßnahmen stattgefunden. Wir durften bei der Tour zum Gletscher auch nicht sehr lange an einem Fleck stehenbleiben. Keine Ahnung warum! Leider durfte man nicht ganz bis zum Gletscher, weil dort schon mehrere tödliche Unfälle durch runterstürzende Eisplatten passiert sind. Aber es war trotzdem total interessant. Am Ende hab ich noch ein Zertifikat ausgestellt bekommen, damit ich die Tour „überlebt“ habe. Am nächsten Morgen sind Daniela und ich ganz früh aufgestanden, weil wir nochmal einen Versuch am Lake Matheson wagen wollten. Die Sonne hat geschienen und man konnte zum ersten Mal seit unserer Ankunft die schneebedeckten Berge Mt. Cook und Mt. Tasman sehen (beide sind die letzten Tage unter Nebelschwaden verschwunden). Wir sind wieder an den See gelaufen und haben dieses Mal gaaanz tolle Spiegelbild-Bilder mit schneebedeckten Bergen gemacht. Da wir so früh unterwegs waren, sind wir einmal um den ganzen See gelaufen. Nach eineinhalb Stunden waren wir wieder am Ausgang und haben dort in einem Cafe noch einen Tee getrunken und uns dann auf den Weg nach Wanaka gemacht. Wir haben auf dem Weg dorthin noch einen Abstecher nach Jackson Bay gemacht, weil man dort angeblich Pinguine sehen kann. Aber wie immer haben wir keine gesehen. Jackson Bay war nur ganz klein und wir haben uns dann nicht weiter dort aufgehalten. Dann sind wir weiter nach Wanaka gefahren. Die Strecke dorthin war total schön! Wir sind erst am Lake Wanaka und dann am Lake Hawea vorbeigefahren. Beide Seen waren von Bergen umgeben. Die komplette Landschaft sah aus wie gemalt. Ich bin mir vorgekommen, wie wenn ich durch eine Postkarte fahre. Das war bis jetzt die schönste Strecke, die ich hier in Neuseeland gefahren bin. Ich hab so oft angehalten um Fotos zu machen, dass Dani fast durchgedreht ist. In Wanaka angekommen, haben wir erst für eine Nacht auf einem Campingplatz bezahlt. Wir haben dann versucht, unsere Zelte aufzubauen, aber der Boden war so hart, dass wir unsere Heringe nicht in den Boden bekommen haben. Und der Wind war auch viel zu stark. Wir sind dann wieder ins Office gegangen und haben nach einem anderen Platz gefragt. Aber auf dem neuen Platz gingen die Heringe genauso wenig in den Boden und der Wind hat uns die Zelte um die Ohren gehauen. Nachdem mein Zelt einmal durch die Luft geflogen ist, ging auch noch die Zeltstange kaputt. Wir sind wieder ins Office und haben gefragt, ob wir unser Geld wieder zurückbekommen, weil es geradezu unmöglich war, die Zelte aufzubauen. Wir wollten dann doch lieber in ein Hostel. Wir haben unser Geld bekommen und uns in den günstigsten Hostels nach freien Dorm-Rooms erkundigt. Leider war fast jedes Hostel komplett ausgebucht. Nach langem Suchen haben wir dann zwei freie Betten in der Matterhorn Lodge bekommen. War zwar total teuer, aber wenigstens hatten wir eine Unterkunft. Wanaka ist wohl im Winter ein ganz beliebtes Skigebiet, aber wir haben auf keinem einzigen Berg einen Skilift gesehen. Den restlichen Tag haben wir im Hostel verbracht. Am nächsten Morgen sind wir noch ein bisschen in Wanaka und am See entlanggelaufen und danach gings ab ins „Puzzling World“. Das war so abgefahren. Erst mussten wir durch ein Labyrinth laufen und danach sind wir die verschiedenen Attraktionen abgelaufen. Da war zum Beispiel ein Raum, wenn du dich auf die eine Seite gestellt hast, hast du total klein ausgesehen und auf der anderen Seite total groß. Da waren ganz viele Räume mit Sinnestäuschungen. In einem anderen Raum war ein Brunnen, in dem das Wasser aufwärts geflossen ist. War total interessant! Nach diesem Spaß sind wir dann weiter nach Queenstown gefahren. Da Regen gemeldet war, haben wir wieder nach einem Hostel geschaut und sind für eine Nacht in der Pinewood Lodge gelandet. Queentstown ist eine große Stadt, aber total schön. Wir sind durch die Stadt gelaufen und haben uns alles wichtige angeguckt. Da wir vorher im Internet waren und ich meinen Kontostand gecheckt hab, hab ich dann den Swing, den ich in Queenstown machen wollte, dann doch lieber sein lassen. Da man sonst nichts weiter in Queenstown machen konnte, sind wir auch nur eine Nacht geblieben. Da meine Erkältung gerade erst verschwunden war und ich schon wieder entzündete Stirnhöhlen hatte, wollte ich am nächsten Morgen zum Arzt gehen. Wir sind also ins Medical Centre gefahren und dort musste ich erst mal 150$ bezahlen, damit ich überhaupt den Arzt sehen konnte und 9$ für die Untersuchung des Arztes. Der hat mir dann sofort Antibiotika verschrieben und wir sind in die nächste Apotheke gefahren. Dort hab ich dann fürs Antibiotika nochmal 27$ bezahlt (das war dann das Geld für den Swing, den ich nicht gemacht hab, aber ich bekomm ja hoffentlich alles von der Versicherung wieder). Nach meinem teuren Arztbesuch sind wir dann weiter nach Te Anau gefahren. Da das Wetter wieder so schlecht war, mussten wir wieder in ein Hostel gehen. Wir haben eine Nacht in der Barnyard Lodge bezahlt und wegen dem Wetter nicht mehr viel gemacht. Wir waren nur nochmal in der Bücherei wegen Internet und in der i-Site, um unsere Cruise-Tour durch die Milford Sounds zu buchen. Am nächsten Morgen sind wir bei schönerem Wetter zu den Milford Sounds gefahren. Die Landschaft war echt der Hammer und am Homer-Tunnel mussten wir erst warten, bis wir durchfahren durften. Also haben wir das Auto auf den Parkplatz gestellt und sind zu den Eisbergen gelaufen, die dort in der Nähe waren. War total komisch, direkt vor den Füßen den Schnee zu haben. Als die Ampel am Tunnel endlich grün wurde, sind wir wieder ins Auto eingestiegen und durch den Berg gefahren. Daniela und ich hatten beide ein total mulmiges Gefühl. Es war stockdunkel, gab keine Notausgänge und das Wasser kam von der Decke runter. Also nach deutschen Vorschriften wäre der Tunnel schon längst gesperrt worden oder bzw. anders gebaut. In Milford haben wir dann einen kleinen Spaziergang gemacht und wollten uns dann eigentlich ans Wasser setzen und lesen bis die Tour losgeht. Leider hat es dort nur so von Sandflys gewimmelt. Die Biester sind ätzender als Mücken, weil die Stiche 24 Stunden am Tag und 3 Wochen lang jucken. Wir wollten uns dann eigentlich ins Auto setzen zum Lesen, aber dort war so eine Hitze, dass uns die Brühe nur so gelaufen ist. Und das Fenster konnten wir auch nicht aufmachen, weil dann die Sandflys reingekommen sind. Wir haben uns dann in die Abfahrtshalle von der Cruise-Tour gesetzt und haben dort noch bis drei Uhr gelesen. Dann ging die Tour los. Wir sind aufs Boot und dann den Milford Sound entlanggefahren. War total schön! Überall aus den Bergen kamen Wasserfälle runter und die Landschaft war Wahnsinn! Also landschaftlich ist die Südinsel um einiges schöner als die Nordinsel. Jeder hat immer gesagt, es wäre total abwechslungsreich, aber am Anfang hat man gar keinen Unterschied gemerkt. Aber je weiter wir in den Süden gekommen sind, desto abwechslungsreicher wurde es. Erst hätte man meinen können, dass man auf einer deutschen Landstraße fährt und ein paar Kilometer weiter standen wieder überall Palmen. Nach weiteren Kilometern war alles ausgedörrt und überall standen graue Bäume ohne Blätter oder sonst irgendwas. Und nach weiteren Kilometern war man in einer Felslandschaft. Also total genial! So, wo war ich... Die Tour durch den Milford Sound ging ca. 2 Stunden. Und die 69$ haben sich auf jeden Fall gelohnt. Wir sind noch an einem Robbenfelsen vorbeigefahren, aber Robben haben wir ja in letzter Zeit mehr als genug gesehen. Da das Wetter schön war und wir nicht wieder in ein teures Hostel gehen wollten, wollten wir auf einem DOC schlafen. Campingplätze gab es in der Umgebung nicht. Eigentlich hab ich ja auf dem DOC in Mt. Bruce schlechte Erfahrungen gemacht, aber vielleicht war es ja gar nicht so schlimm. Da auf dem Rückweg nach Te Anau ganz viele DOC's waren, sind wir erst noch ein bisschen gefahren, bevor wir uns für einen entschieden haben. Nur nochmal zur Erinnerung: ein DOC-Campingplatz ist nur ein Stück Wiese ohne fließendes Wasser oder Klo. Wir hatten uns in Milford auf einer öffentlichen Toilette schon mehrere Wasserflaschen abgefüllt (kochen, Zähne putzen, Hände waschen). Wie sich herausgestellt hat, gab es dort doch ein kleines Klohäuschen. Aber ich hätte mich lieber in ein Gebüsch kutschen sollen, weil ich den Gestank des Klos heute noch in der Nase hab. Daniela hatte sich in Hastings einen Gaskocher gekauft, also konnten wir sogar was kochen. Und nachdem ich meine kaputte Zeltstange geklebt hab, konnte ich das Zelt auch wieder aufbauen. Das Ganze wurde unangenehm begleitet von Milliarden von Sandflys. Wir hatten uns vorher mit einem Zeug eingesprüht, so dass wir nicht gestochen werden. Aber leider hält die Wirkung nicht sehr lange und ich kämpfe heute noch mit den Stichen und aufgekratzten Wunden. Daniela hatte irgendwann die Schnauze voll und ist ins Zelt gegangen. Ich hab noch eine Weile draußen am Tisch gesessen und plötzlich hat irgendwas gegen meinen Schuh geklopft. Ich hab nach unten geguckt und da saß zwischen meinen Füßen ein Vogel, der ständig an meiner Hose und an meinen Schuhen gepickt hat. Ich hab ihn immer wieder verscheucht bis ich gemerkt hab, dass er die Sandflys frisst, die sich um meine Beine versammelt haben. Dann hab ich ihn natürlich sitzen lassen. Nachdem die Wirkung des Sprays nachgelassen hat und ich schon meine Hand blutig gekratzt hab, bin ich dann auch ins Zelt. Am nächsten Morgen bin ich aufgewacht und hab gedacht, dass es regnet. Als ich dann endlich die Augen aufgemacht hab, hab ich gesehen, dass es nicht regnet, sondern dass Milliarden Sandflys zwischen meinem Innen- und Außenzelt waren. Das Geräusch hat sich angehört, als würde es regnen. Es war der Horror! Ich hab das Zelt geschüttelt und wollte gar nicht rausgehen. Ich konnte sowieso fast die ganze Nacht nicht schlafen, weil ich mich ständig kratzen musste. Auch wenn wir alleine auf dem DOC waren, war es doch wesentlich angenehmer als meine letzte Erfahrung. Das liegt aber wahrscheinlich daran, dass Daniela auch im Zelt geschlafen hat und sich nicht, wie Alisa, im Auto eingeschlossen hat. Am nächsten Tag hatten wir eine lange Strecke vor uns. Wir wollten bis nach Invercargill fahren. Die Strecke war nicht so schön und da es nicht viel zu gucken gab, wurde ich irgendwann müde und hab dann das erste Mal seit wir unterwegs sind, Dani ans Steuer gelassen. Nachmittags sind wir dann endlich in Invercargill angekommen. Die Stadt an sich ist total hässlich, aber von dort kommt man gut an die Fähre nach Stewart Island. Da Daniela nicht mehr so viel Geld übrig hat, wollte sie nicht mit nach Stewart Island kommen. Mein Kontostand hätte es mir zwar auch nicht wirklich erlaubt, aber ich wollte unbedingt hin, wenn ich schon mal hier in Neuseeland bin. In Invercargill sind wir zuerst in die i-Site gegangen und ich hab dort die Fähre (69$ hin und 69$ zurück), ein Hostel (18$ fürs Campen!) und die Kiwi-Spotting-Tour (140$) für Stewart Island gebucht. Danach sind wir nochmal ein bisschen in der Stadt rumgelaufen, haben aber nichts wirklich interessantes entdeckt. Gegen Abend haben wir dann einen günstigen Campingplatz (Beach Road Holiday Park) gefunden und haben wieder mal unsere Zelte aufgebaut. Daniela hat für 3 Nächte und ich für 2 Nächte bezahlt, da ich ja eine Nacht in Stewart Island war. Am nächsten Morgen hieß es ganz früh aufstehen, weil ich ja zur Fähre musste. Ich hatte abends schon mein Zelt, Schlafsack, Matratze und ein paar Klamotten in meinen großen Rucksack gepackt und hab in der Nacht bei Daniela im Zelt geschlafen, damit ich frühs nicht auch noch mein Zelt abbauen muss. Da die Hostels auf Stewart Island total teuer sind, hab ich ein Hostel mit Campingmöglichkeit gebucht. Also musste ich das ganze Zeug auch noch mitschleppen. Wir sind dann nach Bluff gefahren (ein kleiner Ort in der Nähe von Invercargill, von dem die Fähre abgeht) und Daniela hat mich dort abgesetzt und ist mit dem Auto wieder zurück nach Invercargill gefahren. Um 09:30 Uhr ging die Fähre. Da das Wetter wieder mal so schlecht war, hat man leider nicht viel gesehen. Eine Stunde später bin ich auf Stewart Island angekommen. Auf ganz Stewart Island gibt es nur einen einzigen Ort, an dem auch die Fähre ankommt: Oban. Man kann es auch nicht wirklich als Ort bezeichnen. Es gibt einen Mini-Supermarkt, zwei Hostels, ein Restaurant und ein Souvenierladen. Es ist eher ein kleines Fischerdorf (ich frag mich, wer da freiwillig lebt). Ich hab mir erst mal denn billigsten Kaffee seit meinem Neuseelandaufenthalt für 3$ gekauft und danach auf dem „Stadt“plan das Hostel gesucht. Ich hab mir beide Rucksäcke aufgeschnallt (einer vorne und einer hinten) und bin ins Stewart Island Backpackers gelaufen. Das erste Mal seit Ewigkeiten, dass ich mich mal wieder als „Backpacker“ gefühlt hab. Im Hostel wollte ich Daniela eine SMS schreiben, dass ich gut angekommen bin. Aber es gibt wohl auf Stewart Island keinen Antennenmast. Ich hatte weder Empfang noch gab es irgendwo ein Telefon. Ich war also komplett vom Rest der Welt abgeschnitten. War aber auch mal ein ganz angenehmes Gefühl. Nachdem ich mein Zelt aufgebaut hab, hat es auch schon angefangen zu regnen, aber Gott sei dank nur kurz. Den Rest des Tages hab ich im Zelt mit lesen verbracht. War mal richtig entspannend, nicht jeden Tag von A nach B zu hetzen und immer wieder auf Achse zu sein. Ich hab das rumgammeln mal richtig genossen. Leider hab ich dann ein komplettes Buch an einem Nachmittag gelesen und mich dann den Rest des Abends gelangweilt. Gegen halb neun abends bin ich dann wieder runter an den Hafen gelaufen, weil von dort aus die Kiwi-Spotting-Tour losging. Um dreiviertel neun durften wir aufs Boot. Ich war die Jüngste an Board (anscheinend ist das Kiwi-Spotting kein Backpacker-Ding). Sonst waren nur Leute über 40 mit dabei. Der Captain hat uns dann erklärt, wo wir hinfahren und was wir dann machen. Um kurz nach neun als es schon fast dunkel war sind wir endlich losgefahren. Als wir aus dem Hafen rausgefahren sind, sind wir an einem großen Felsen im Wasser vorbeigefahren und der Kapitän hat auf ganz kleine Pinguine auf dem Felsen gezeigt. Die waren so süß, aber im vorbeifahren hab ich leider nur ein unscharfes Foto machen können. Aber auf der Fahrt zur Peninsula sind ein paar Pinguine neben unserem Boot hergeschwommen. Als wir an der Peninsula angekommen sind, hat uns der Kapitän noch ein bisschen was über Kiwis erzählt, vor allem über die Kiwis auf Stewart Island. Dort gibt es noch 22000 Kiwis, weil es dort nicht den Kiwi-Feind Opossum gibt, der auf der Nord- und Südinsel die Kiwis tötet. Eigentlich muss ich ja „Kiwi-Bird“ schreiben, weil so die Vögel heißen. Kiwi-Fruit sind die Früchte und Kiwis werden die Neuseeländer genannt. Ich hab mal den Fehler gemacht und zu einem Neuseeländer gesagt, dass ich keine Kiwis mag. Der hat dann etwas skeptisch geguckt, aber ich meinte die Früchte und nicht die Neuseeländer. Auf Stewart Island gibt es auch die größten Kiwi-Birds von ganz Neuseeland und dort sieht man die Kiwis sogar bei Tageslicht. Normalerweise kommen Kiwis ja erst bei Nacht raus. Der Kapitän hat uns auch noch aufgeklärt, wie wir uns verhalten sollen, wenn wir einen sehen und dass wir gerne Fotos machen können, aber Blitz und alle Kamerageräusche ausschalten sollen, weil das die Kiwis verschreckt. Wir haben dann jeder eine Taschenlampe bekommen uns sind mit einem anderen Typ, der mit an Board war und die Tour führt, an Land geklettert und durch den „Dschungel“ gelaufen. Wir mussten ganz leise sein und haben immer mit der Taschenlampe ins Gebüsch geleuchtet. Leider haben wir nirgendwo Kiwis gesehen. Nachdem wir eine Weile gelaufen sind, sind wir an einem Strand angekommen und mussten dort unsere Taschenlampen ausschalten. Der Guide hatte eine Speziallampe und hat dann den Strand abgeleuchtet und schon sind wir über einen Kiwi gestolpert, der dort am Strand gefressen hat. Wir sind ganz nah hingelaufen und konnten Fotos machen. Leider war ein Kandidat dabei, der seine Kamerageräusche nicht ausgeschaltet hat und beim ersten Foto von dem Typ ist der Kiwi natürlich abgehauen. Wir sind dann weiter gelaufen und schon standen wir vor dem nächsten Kiwi. Der hat gar nicht gemerkt, dass wir da waren. Wir durften bis auf 2 Meter zu ihm hin. Unser Guide hat seine Taschenlampe immer so eingestellt, damit wir den Kiwi am besten sehen konnten, er aber nicht vom Licht verschreckt wird. Da meine Kamera nicht so gut ist, wenn es zu dunkel ist (Blitz durften wir ja nicht anstellen), hab ich dann alles Kiwis immer gefilmt, weil da die Qualität komischerweise besser war als auf den Fotos. Irgendwann hat es dann angefangen zu regnen, aber das hat niemanden gestört. Wir waren so ins Kiwi-Spotting vertieft, dass wir den immer stärker werdenden Regen nicht gemerkt haben. Am Ende hat der Guide uns noch gezeigt, was die Kiwis am Strand immer fressen. Er hat ein Stück Algen mit dem Fuß weggekickt und schon hat man Millionen ekelhafter, springender Viecher gesehen. Er meinte dann, dass der Erste, der sich meldet, um so ein Ding zu essen, das Geld für die Tour zurück bekommt. Ich war ernsthaft am Überlegen, weil ich es dringend gebrauchen könnte. Aber die Dinger sahen bei näherem Gucken noch viel ekelhafter aus. Hab mich also nicht getraut. Aber im Nachhinein hätte ich wahrscheinlich doch so ein Ding in den Mund gestopft für 140$. Sonst hat sich auch keiner gemeldet. Nach einer Weile sind wir dann pitschnass wieder zurück zum Boot gelaufen. Im „Dschungel“ haben wir wieder keine Kiwis gesehen, aber 4 Stück am Strand ist doch immerhin was. Als wir wieder am Boot angekommen sind, gab es dann Tee, Kaffee und Kakao zum Aufwärmen. Wir sind dann wieder zurück nach Oban gefahren und waren dann so gegen zwölf wieder an Land. In Oban hat es wohl auch geregnet, aber als wir dort angekommen sind, hatte es zum Glück schon wieder aufgehört. Am nächsten Morgen hab ich mein Zelt wieder abgebaut und wollte eigentlich noch ein bisschen auf der Insel entlanglaufen. Aber leider konnte man sein Gepäck nicht im Hostel stehenlassen. Und mit zwei Rucksäcken wollte ich nicht unbedingt eine Wanderung machen. Da meine Fähre erst um 15:30 Uhr wieder zurück nach Bluff fahren sollte und ich schon um 10:00 Uhr aus dem Hostel rausmusste, hab ich mich einfach ans Meer auf eine Bank gesetzt und mir im Supermarkt 2 Zeitschriften geholt (mein Buch hatte ich ja leider schon gelesen). Ich hab dann bis drei Uhr mittags Zeitschriften gelesen und Rätsel gemacht (bei Eiseskälte) und bin gegen drei wieder zum Ferry-Terminal gelaufen. Ich hab mein Gepäck aufgegeben und durfte dann bald schon an Board gehen. Dort war ich so müde, dass ich kurz eingenickt bin. Als wir in Bluff angekommen sind, war dort strahlender Sonnenschein und ich hab erst mal keine ganzen Lagen von Pullovern ausgezogen. Daniela hat schon auf mich gewartet. Wir haben mein Zeug ins Auto geschmissen und sind in Bluff zum Sterling Point gefahren. Das ist so ähnlich wie am Cape Reinga (diese Schilder, die in verschiedene Richtungen zeigen und angeben, wie viele Kilometer es bis wohin ist). Danach sind wir nochmal einkaufen gegangen und dann wieder zurück auf den Campingplatz gefahren, wo wir noch eine Nacht bleiben wollten. Auf dem Campingplatz hab ich meinen großen Rucksack wieder eingeräumt und gleichzeitig ein paar Klamotten ausgemistet. Und da ich gerade dabei war, hab ich mir den Kofferraum vorgenommen und gleich alles ausgemistet, was ich nicht mehr brauche. Da ist einiges im Müll gelandet (ich hab aber auch jeden Mist aufgehoben). Danach hatten wir auch gleich mehr Platz im Auto. Am nächsten Morgen war es wieder nix mit ausschlafen und es ging weiter nach Dunedin. Wir haben die längere, aber schönere Strecke durch die Catlins genommen. Dort gab es einige Abzweigungen an ein paar schönen Stellen. Die erste Abzweigung hat uns zu einem Leuchtturm geführt. Da es total bewölkt war, hat der Leuchtturm seinen Charme gehabt mit den Nebelschwaden und dem grauen Meer voller Felsen. Die zweite Abzweigung ging an einen Wasserfall. Wir haben am Parkplatz das Auto abgestellt und mussten ein Stück durch den Wald laufen. Am Wasserfall angekommen, waren wir eher enttäuscht. Wir haben auf jeden Fall schon schönere und größere Wasserfälle gesehen. Die dritte Abzweigung ging auch wieder an einen Wasserfall, der um einiges schöner war. Nach etlichen Fotos sind wir wieder zurück ans Auto gelaufen. Mittlerweile hat die Sonne wieder geschienen und unsere Laune wurde besser. Unsere vierte und letzte Abzweigung führte zum Nugget Point. Dort stand auf einem Berg wieder ein Leuchtturm. Wir mussten eine Weile dort hin laufen. Es war so windig auf dem Berg, dass ich nach ein paar Minuten schon wieder Ohrenschmerzen hatte. Aber die Aussicht war total schön! Nachdem wir aus dem Wasserfall-Leuchtturm-Gebiet draußen waren, sind wir den längeren Tourist-Drive gefahren, der direkt am Meer entlang nach Dunedin führt. Nachmittags sind wir in Dunedin angekommen. Da Feiertag war, war in der Großstadt auch nicht viel los und wir konnten uns problemlos vom Auto aus die Stadt angucken. Wir kannten Dunedin nur von Fotos und haben uns beide eine schönere Stadt vorgestellt, als es in Wirklichkeit war. Wir haben uns den günstigen Kiwi Holiday Park ausgesucht und dort für 2 Nächte bezahlt. Da es schon so spät war, haben wir nicht mehr viel unternommen. Am nächsten Morgen konnten wir endlich mal wieder ausschlafen! Gegen elf sind wir dann in die Stadt gefahren und haben uns nochmal alles zu Fuß angeguckt. Dunedin hat wirklich ein paar schöne Fleckchen, aber es ist eben eine Großstadt. Mittags sind wir in die Schokoladenfabrik von Cadbury gegangen. Da die kurzen Touren durch die Fabrik nur morgens stattfinden und die lange Tour viel zu teuer war, konnten wir dann für 5$ durch ein paar Gänge im Verkaufsraum laufen und uns die Geschichte von Cadbury anschauen. Es war ein bisschen wie in einem Museum. Beim Bezahlen haben wir noch eine kleine Tüte mit 4 Schokoriegeln von Cadbury bekommen. Die hätten im Supermarkt schon alleine über 5$ gekostet. Danach sind wir noch durch ein paar Geschäfte gelaufen (unter anderem Esprit!), waren aber standhaft und haben nichts gekauft. Dann gings zum berühmten Bahnhof von Dunedin. Der war wirklich total schön! Wir sind einmal durch den Bahnhof gelaufen und haben etliche Fotos gemacht und sind dann mit dem Auto in den Botanischen Garten gefahren. Dort sind wir auch noch ein bisschen rumgelaufen und haben uns von Enten an einem Teich über die Füße laufen lassen. Nach dem Botanischen Garten wollten wir nochmal an das uralte und total schöne Schloss fahren. Nach ewiglanger Fahrt sind wir endlich angekommen. Leider konnte man das Schloss nicht sehen und am Eingang des Geländes war ein Häuschen in dem ein Mann saß. Dort hing ein Schild, dass der Eintritt 27$ kostet. Wir wollten das Schloss nur mal angucken und nicht kaufen! Für ein paar Fotos von dem tollen Schloss waren uns 27$ pro Person dann doch zu teuer und der Mann im Häuschen hat gefragt, ob wir kurz zum Wenden reinfahren wollen. Wir haben also gewendet und sind den ganzen Weg wieder zurück gefahren ohne auch nur einen Blick auf das Schloss. Wir haben uns dann in einer Broschüre ein Foto angeschaut. Es sieht wirklich total toll aus, aber es sieht nicht nach 27$ Eintritt aus. Da es schon gegen Abend war und wir alles gesehen haben, sind wir wieder zurück auf den Campingplatz gefahren. Am nächsten Tag wollten wir eigentlich nach Timaru fahren, aber da es in Oamaru zwei Pinguin-Colonys gibt, haben wir dann dort noch eine Übernachtung geplant. In Oamaru angekommen, sind wir erst ein bisschen durch die Stadt gelaufen, die sehr schön war. Alles in einem viktorianischen Stil aufgebaut und ganz süß angelegt. In der i-Site haben wir einen Campingplatz für 11$ pro Person empfohlen bekommen, was für neuseeländische Verhältnisse total günstig ist. Wir sind also zu dem Waitaki Waters Holiday Park gefahren und haben dort eine Nacht bezahlt und bei schönstem Wetter unsere Zelte aufgestellt. Da das Wetter so schön war und wir die Pinguine erst abends sehen konnten, haben wir den restlichen Tag in der Sonne verbracht. Abends um halb sieben sind wir dann nochmal an den Strand in der Nähe des Holiday Parks gegangen, aber da es ein Steinstrand war und die Umgebung auch nicht so schön war, sind wir dann wieder zurück nach Oamaru gefahren und sind den Schildern zur Pinguin-Colony gefolgt. Dort standen die Autos schon die komplette Straße entlang. Wir haben geparkt und sind ein Stück gelaufen bis wir schon Menschenmassen gesehen haben. Wir haben uns mit an die Absperrung gestellt und gewartet. Wir waren oben auf dem Berg, weil man abends nicht mehr an den Strand darf, sonst kommen die Pinguine nicht aus dem Meer. Aber natürlich gibt es immer ein paar Idioten, die sich nicht an die Regeln halten und spazieren am Strand entlang und setzen sich dann dort in den Sand. Wir haben gehofft, dass die Yellow-Eyed-Penguins trotzdem kommen. Wir haben aufs Wasser gestarrt und bestimmt eine dreiviertel Stunde gewartet. Auf einmal ist da was kleines an Land geschwommen und aus dem Wasser gewatschelt. Sooooo süß! Leider konnten wir ihn nicht wirklich sehen, weil da gleich ein Berg im Weg war. Nach weiterem Warten haben wirs dann aufgegeben und wollten gerade gehen, als ganz weit weg der nächste aus dem Wasser gewatschelt kam. Ich hab versucht Fotos zu machen, aber meine Kamera schafft es auf die Entfernung nicht (irgendwann spar ich mal für eine richtig gute Spiegelreflexkamera). Immerhin haben wir zwei Pinguine gesehen. Wir dachten eigentlich, da kommen hunderte aus dem Wasser, aber Lena hat uns später erzählt, dass dort im Moment nur 3 Stück leben, die dort brühten. Also haben wir 2 von 3 gesehen. Ist doch ein guter Schnitt! In Oamaru gibt es noch eine Blue-Penguin-Colony zu der wir dann auch noch gefahren sind. Aber die wollten 20$ für das Begaffen von Pinguinen. Da wir jetzt schon zwei gesehen haben, war uns das keine 20$ wert. Die wollen für alles hier Geld. Hätte nicht gedacht, dass Neuseeland so teuer ist! Also sind wir wieder zurück auf den Campingplatz gefahren, der übrigens total schön ist. Am nächsten Morgen haben wir das Auto wieder beladen und ich hab meine heiß-geliebten Salomon-Schuhe in den Müll geworfen. Hätte heulen können, aber die waren schon so ausgelatscht. Hab noch ewig vor dem blöden Müll-Container gestanden und reingeglotzt. Aber ich kann ja nicht alles aufheben... So, ich bin jetzt schon FAST auf dem neuesten Stand, aber ich will euch nicht länger auf die Folter spannen und geb euch hier schon mal einiges zu lesen. Der nächste Bericht folgt hoffentlich bald! So langsam freu ich mich schon wieder auf daheim.

Ihr fehlt mir!

Eure Anni

P.S. Ich hab in Queenstown meinen Flug für Australien gebucht. Am 31.03. geht’s los!

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Der Rest der Nordinsel

 

Der Rest der Nordinsel


An unserem Abreisetag in Hastings hatten wir das schönste und heißeste Wetter seit langem. Daniela und ich haben unsere ganzen Sachen im Auto verstaut (mit rumrangieren - wir hatten doch mehr Zeug, als wir dachten), haben uns noch von Alisa verabschiedet und sind gegen halb zehn losgefahren. Unser erstes Ziel war Gisborne. Die Fahrt war gut und wir sind nach 3 Stunden in Gisborne angekommen. Dort sind wir in die Bücherei gegangen und haben erst mal das kostenlose Internet genutzt und danach gings weiter Richtung East Cape. Alle guten Dinge sind drei und nach meinem dritten East Cape Versuch hat es ENDLICH geklappt.

Da die Strecke dorthin nicht gerade angenehm zu fahren ist, haben wir nochmal fast 3 Stunden nach Te Araroa gebraucht. Dort haben wir in der i-Site nach einem Campingplatz gefragt und sind auch direkt dort hingefahren. Wir haben bezahlt (15$ pro Person - die Hälfte von dem, was man im Hostel bezahlt) und auch gleich unsere Zelte aufgebaut. Da der Campingplatz direkt am Meer ist, war es total windig und die Zelte hatten ganz schön zu kämpfen. Aber es war abends trotzdem noch relativ warm. Da ich so empfindlich bin, was die Klimaanlage angeht, haben wir auf der extrem heißen Fahrt nur die Fenster offen gehabt. Ich hab abends schon gemerkt, dass meine Nase total zu ist und meine Augen getränt haben, hab dies aber auf die offenen Fenster geschlossen. Am nächsten Morgen bin ich aufgewacht und hatte schon wieder eine üble Erkältung.

Ich weiß nicht, warum ich hier in Neuseeland so oft krank bin. Eigentlich müsste ich hier - ständig an der frischen Luft, ständig in Bewegung - kerngesund sein. Aber wie immer, wenn wir hier auf Reisen gehen, hats mich schon wieder erwischt. Wir haben also unsere Zelte abgebaut und uns auf den Weg ans East Cape gemacht. Das Wetter war super und lt. Lonley Planet kann man mit dem Auto bis ans East Cape fahren, also musst ich mich mit der Erkältung auch nicht bewegen. Die Strecke war ok. außer die typische Gravel Road direkt an den Klippen entlang. Als wir um eine große Ecke gefahren sind, hat es uns fast die Sprache verschlagen. Der Anblick vom East Cape war total genial und wir haben gleich angehalten und Fotos gemacht. Nachdem wir noch ein Stück gefahren sind, konnte man auch schon den Leuchtturm auf dem Berg erkennen. Das East Cape ist übrigens der 1. Punkt von ganz Neuseeland, der morgens die Sonne zu Gesicht bekommt (zumindest laut Reiseführer). Wir sind noch weitergefahren bis die Straße aufgehört hat und haben dann dort geparkt. Bis zum Leuchtturm hoch musste man allerdings den Berg hoch laufen. Da es nicht so hoch aussah (!), haben wir bequeme Schuhe angezogen und uns auf den Weg gemacht. Nach einem kurzen Stück auf einem Weg sind wir an einer Treppe angekommen. Mit meiner Erkältung war ich schon nach ca. 30 Stufen fix und fertig. Die Treppe war auch keine richtig Treppe, sondern nur Holzdielen, die einfach in den Boden gehämmert wurden. Mal waren die Stufen so niedrig, dass man fast geradeaus laufen konnte, mal waren sie so hoch, dass man richtig klettern musste. Daniela hat mich dann zurückgelassen, weil ich nach jeder zehnten Stufe eine Pause machen musste. Nach einer halben Stunde und (lt. Schild) 750 Treppenstufen war ich endlich oben am Leuchtturm angekommen. Daniela hat schon auf einer Bank gewartet. Der Ausblick war überwältigend und hat die Kletterei fast wieder gutgemacht. Außer der Muskelkater, den ich mehrere Tage lang in den Waden hatte. Wir waren noch eine Weile oben und haben Fotos gemacht und sind dann wieder runter geklettert, was fast noch schlimmer war als hochzusteigen. Unten angekommen, haben wir erst mal gaaaanz viel getrunken und sind dann weitergefahren. Unser nächstes Ziel war wieder Gisborne. Dort wollten wir noch eine Nacht bleiben bis wir weiterfahren. In Gisborne haben wir uns einen schönen Campingplatz - wieder direkt am Meer - ausgesucht und unsere Zelte aufgebaut. Da wir mittags schon in Gisborne waren, konnte ich mich noch hinlegen und evtl. meine Erkältung auskurieren. Ich hab mich in die Sonne gelegt und bin auch tatsächlich noch ein bisschen eingeschlafen. Nachmittags waren wir nochmal unten am Meer und haben unsere Füße ein bißchen im Meer abgekühlt. Eigentlich war es auch so heiß, dass wir nochmal im Meer baden gehen wollten. Aber da der Strand in einer Bucht lag, war das Wasser auch dementsprechend dreckig und wir habens doch gelassen. Am nächsten Morgen gings mir noch schlechter als am Tag vorher und ich konnte nur mit Mühe mein Zelt abbauen. Das Wetter war auch total bewölkt und wir haben gehofft, dass es doch noch schön wird. In Gisborne waren wir nochmal im Supermarkt und ich hab mir Cold+Flu Tabletten geholt. Danach gings dann weiter Richtung Lake Waikaremoana im Te Urewera National Park (was übrigens übersetzt "der verbrannte Penis" heißt). Alisa hat uns dort einen ganz tollen Campingplatz direkt am See empfohlen. Da das Wetter immer noch nicht besser war (immerhin hat es nicht geregnet), waren wir froh, als wir dort angekommen sind (nach einer üblen Gravel Road Strecke) und unsere Zelte endlich standen.

Wir sind noch ein bisschen rumgelaufen und haben uns alles angeschaut und sind dann pünktlich zum Regenbeginn an unseren Zelten angekommen. Wir haben uns jeder ins sein Zelt verkrümelt und gelesen. Als es nachmittags immer noch geregnet hat, haben wir die Hoffnung auf schönes Wetter aufgegeben. Wir haben praktisch den halben Tag im Zelt verbracht und sind nur zum Abendessen in die Küche gerannt. Gegen neun sind wir dann beide schlafen gegangen. Als ich dann eingemummelt in meinem Schlafsack lag, hab ich gemerkt, dass es von meiner Zeltdecke tropft (war aber noch nicht so schlimm). Irgendwann bin ich eingeschlafen und nachts aufgewacht, weil es total laut gegen mein Zelt geprasselt hat. Ich hab nachts schon gemerkt, dass die Ecken von meinem Kissen feucht waren, hab mir aber nix dabei gedacht. Am nächsten Morgen bin ich um halb sieben aufgewacht, weil ich auf einer Seit so nass war. Im ersten Moment hab ich gedacht, dass ich in der Nacht ganz schön geschwitzt haben muss. Und dann ist es mir in den Kopf geschossen. Ich hab mich aufgesetzt und um mich rum ist alles geschwommen. Meine 2 Kissen waren komplett durchweicht, meine Matratze war pitschnass, meine 2 Decken pitschnass, mein Schlafsack pitschnass, alles was im Zelt lag - nass. Ich hatte meine Handtasche mit im Zelt und der komplette Inhalt war nass - sogar der Inhalt in meinem Geldbeutel war durchweicht. Meine Kamera, die in der Handtasche und in einer wasserfesten Kameratasche war - nass. Als ich dann auf den Zeltboden gefasst hab, hatte ich das Gefühl, ich bin in einem Wasserbett. Das Zelt ist auf einer riesigen Pfütze geschwommen. Ich hab sofort mein ganzes Zeug zusammengepackt und bei strömendem Regen ins Auto verfrachtet. Dann hab ich das Zelt abgebaut und triefend nass ins Auto gepackt. Dann hab ich mich ins Auto gesetzt und gewartet bis Daniela aufwacht. Da sie ihr Zelt auf einem kleinen Abhang stehen hatte, hatte sie das Glück, dass ihr Zelt nicht in einer Pfütze stand und dementsprechend auch nicht von innen so nass wurde. Immerhin wissen wir jetzt, dass die Zelte nur bis zu einem gewissen Grad wasserdicht sind. Wir haben nicht mehr gefrühstückt, sondern nur trockene Sachen angezogen und sind gleich weitergefahren.


Da unser nächstes Ziel Taupo war und wir nicht den riesengroßen Umweg fahren wollte, den wir hergekommen sind, wollten wir die "Abkürzung" über den Berg nach Taupo fahren. Die Strecke sollte angeblich total schön, allerdings nur Gravel Road sein. Da wir um acht schon im Auto saßen und losgefahren sind, haben wir beschlossen, dass wir es riskieren und die kürzere, dafür aber zeitlich längere Gravel Road über den Berg fahren. Am Anfang war die Strecke noch ok., abgesehen von ein paar heftigen Schlaglöchern, um dich ich immer rumgefahren bin. Ich bin mir vorgekommen wie bei Mario Kart, weil man immer irgendwelchen Hindernissen ausweichen musste. War aber kein Problem, weil man sowieso nur 30 oder 40 km/h fahren konnte. Mal lagen riesengroße Felsbrocken auf der Straße, die der Regen vom Berg geströmt hat (Daniela und ich haben uns immer mit dem Satz beruhigt: "Immerhin sind die Brocken schon unten, wenn wir vorbeifahren und nicht auf unserem Dach gelandet", mal waren am Straßenrand ausgebüchste Kühe, Pferde und Kälber, die dort gegrast haben. Nach etlichen Kilometern kam zwischendurch immer mal wieder ein Stück normale Straße. Nachdem uns aber in großen Abständen auch Autos entgegengekommen sind, musste die Straße ja doch befahrbar sein und wir waren ein bisschen beruhigt. Wir sind gefahren und gefahren und gefahren und irgendwann sehen wir direkt auf der Straße einen riesengroßen Haufen Schlamm mit Felsbrocken, der die komplette linke Fahrbahn blockiert hat. Der Regen musste einiges von dem Berg gespült haben. Auf der rechten Seite lagen noch ein paar kleinere Felsbrocken, über die man aber fahren konnte. Ich musste auf einmal so lachen über die ganze Situation und Daniela hat gleich ihre Kamera ausgepackt und Fotos gemacht. Wir sind also vorsichtig um den Haufen rumgefahren und weiter gings. Irgendwann sagte Daniela dann zu mir, wenn unsere beiden Mütter wüssten, wo wir hier langfahren, würden beide einen Herzinfarkt kriegen. Das war wenigstens mal eine Abenteuerfahrt und nicht nur von A nach B fahren.


Gegen Mittag sind wir dann endlich in Taupo angekommen und haben dort einen Campingplatz gesucht. Da es immer noch geregnet hat, wollten wir nicht mehr im Zelt schlafen sondern auf einem Campingplatz eine Cabin buchen (je nachdem, was es gekostet hätte). Nachdem wir endlich ein MotorCamp mit angehörigem Spa ausfindig gemacht haben (direkt neben einem Hilton Hotel), haben wir dort nach Cabins gefragt, aber 279$ die Nacht war uns dann doch zu teuer. Das haben wir der Frau auch gesagt und sie meinte, dass wir aber gerne wiederkommen können, wenn wir eine Unterkunft gefunden haben und in die dortigen Hot Springs zum baden gehen könnten - bei dem Wetter ja keine schlechte Idee.

Wir haben dann doch beschlossen, in ein Hostel zu gehen und sind in die Rainbow Lodge (dort haben angeblich schon Pierce Brosnan, Cameron Diaz, David Hasselhoff und Anna Kurnikova übernachtet) gefahren und haben uns dort erst mal für 2 Nächte eingebucht. Dann haben wir alles ins Zimmer gebracht und erst mal alles (Decken, Kissen, Schlafsäcke, Klamotten, Matratze...) im Zimmer zum Trocknen aufgehängt. Danach haben wir Badesachen eingepackt und sind nochmal in das Spa gefahren. Eigentlich haben wir gedacht, dass das Ganze irgendwo im Inneren ist. Aber nein, die ganzen Pools waren im Freien. Es hat immer noch in Strömen geregnet, aber da wir ja sowieso nass wurden, war uns das auch egal. Wir sind gleich in den 38°C heißen Pool gegangen und haben uns von oben voll regnen lassen. An der Kasse wurde uns noch erklärt, dass wir zwischendurch ganz viel trinken sollen, weil die grünen, heißen Bäder Mineral-Pools wären. Wir wussten zwar nicht, was das bedeutet, aber nachdem wir eine halbe Stunde später aus dem Pool gestiegen sind, haben wir gewusst warum. Unser Kreislauf war auf null und wir haben erst mal drei Becher Wasser aus dem Wasserspender getrunken.

Nach 2 Stunden wurde uns langweilig und wir sind wieder gegangen. Da wir vom Hostel einen Voucher bekommen haben, haben wir auch nur 15$ statt 20$ bezahlt. War zwar immerhin was, aber es hat sich trotzdem nicht gelohnt für 2 Stunden. Es gab zwar auch Whirlpools und Rutschen und normale Pools, aber die waren alle viel zu kalt zum Baden. Wenn schöneres Wetter gewesen wäre, hätte es sich bestimmt eher gelohnt.


Am nächsten Morgen hat es wieder nur geregnet. Wir sind mal in die Stadt gefahren und haben nochmal alle Geschäfte abgeklappert (haben wir ja beim letzten Mal in Taupo schon dutzende Male gemacht). Wir waren auch schon bestimmt zum sechsten Mal im Reisebüro wegen unserem Fidji?-Cook Islands?-Tonga?-Samoa?-Urlaub. Es gab auch endlich die angekündigten Packages und wir haben uns ein paar Info-Blätter ausdrucken lassen. Mittags kam dann tatsächlich die Sonne raus und es wurde nochmal richtig warm. Nachmittags hab ich mich nochmal hingelegt und versucht zu schlafen, damit ich meine Erkältung auskurieren kann. Aber wenn das Wetter (endlich!) mal schön ist, will man ja auch nicht im Bett liegen. Ich hab mich dann mit meinem Buch in die Sonne gesetzt und den restlichen Tag genossen. Abends wollten wir eigentlich in ein Fischrestaurant gehen und endlich mal wieder Fisch essen. Der Hostelbesitzer hat uns eines empfohlen und wir sind so gegen halb sieben da hingefahren. Gut, dass wir vor der Tür auf die Speisekarte geguckt haben. Es gab kein Gericht unter 30$ und das war uns dann doch zu teuer. Also sind wir ins Breakers zum Burger essen. Da es noch warm war und die Sonne geschienen hat, konnten wir sogar draußen auf der Terrasse sitzen. Wir haben gegessen und danach noch einen langen Spaziergang (mit Sonnenuntergang) am Lake Taupo gemacht.


Am nächsten Tag wollte Lena mit ihren beiden Freundinnen aus Deutschland auch nach Taupo kommen. Morgens war die Sonne wieder da und Daniela und ich haben unsere Zelte auf einem Stück Wiese im Hof zum Trocknen aufgebaut. Mittags kamen Lena, Laura und Wera an und wir haben uns ein bisschen zusammengesetzt und Berichte ausgetauscht. Daniela und ich haben nochmal 2 Nächte verlängert, weil es mit meiner Erkältung immer noch nicht besser war. Abends wollten die drei Essen gehen und danach ins Mulligans (Irish Pub), weil sie gelesen haben, dass dort ein Pub-Quiz stattfinden sollte. Daniela und ich sind dann später auch ins Mulligans gekommen. Das Pub-Quiz hat so gegen 21:30 Uhr angefangen. Es war total lustig. Ein Moderater hat am Anfang ein paar Zettel verteilt, wo man seine Antworten notieren konnte. Dann hat er 50 Fragen vorgelesen und wir mussten die Antwort aufschreiben. Teilweise war es total schwierig, manchmal war es ja schon schwer, seine englischen, durchs Mikrofon gebrüllte Fragen überhaupt zu verstehen. Am Ende wurden die Zettel eingesammelt und ausgewertet. Wir waren mit unseren richtigen 25 von 50 Fragen gar nicht so schlecht, nachdem alle Ergebnisse vorgelesen wurden.


Am nächsten Tag hatten wir mal morgens schon strahlenden Sonnenschein und Daniela und ich sind nochmal in die Stadt gefahren und haben noch ein paar Einkäufe erledigt. Lena hat uns den Hot Stream empfohlen, also sind wir mittags nochmal da hingefahren. Das ist ein ganz breiter Fluss bei dem an einer Stelle eine ganz heiße Quelle reinfließt. Und da wo sich das heiße Quellwasser mit dem kalten Flusswasser trifft, war es richtig schön warm. Da wir keine Badesachen dabei hatten und im Wasser sowieso so viel los war, haben wir uns eine Weile da aufgehalten und sind wieder zurück ans Auto gelaufen. Danach haben wir uns ein paar Decken aus dem Kofferraum geholt und sind noch mal runter an den Lake Taupo und haben uns dort mit unseren Büchern auf die Wiese gelegt. Als es dann wieder kalt wurde, weil die Sonne langsam hinter Wolken verschwunden ist, wurde es uns zu ungemütlich und wir sind wieder zurück ins Hostel. Da die anderen 3 Mädels am nächsten Morgen schon um halb acht losfahren wollten, haben wir uns abends schon verabschiedet und da Daniela und ich auch auschecken mussten, sind wir alle schon früh ins Bett gegangen.

Eigentlich wollten wir ja nach Taupo den Tongariro Cross machen, aber da den anderen Mädels gesagt wurde, dass der Track im Moment wegen zu schlechtem Wetter gesperrt ist, brauchen wir es ja auch nicht versuchen. Also waren unser nächstes Reiseziel die Waitomo Caves. Daniela hat im Internet schon das Blackwater-Rafting gebucht. Da dieses Abenteuer in einer Höhle stattfindet, mussten wir uns auch nicht so nach dem Wetter richten. Da Laura und Wera allerdings erzählt haben, dass ihre Tour vor ein paar Tagen die letzte war, weil nach dem Dauerregen auch die Caves überflutet waren, haben wir vorsichtshalber vorher nochmal angerufen und gefragt, ob es auch wirklich stattfindet. Alles ok! Die Tour war für Freitag 09:45 Uhr gebucht. Donnerstags gings also morgens weg aus Taupo und ab nach Waitomo. Die Fahrt hat nur ungefähr 2 Stunden gedauert. In der i-Site haben wir nochmal nach dem Wetter gefragt, aber es hieß, dass es abends regnen soll. Also wurde uns die Entscheidung Hostel oder Camping schon abgenommen. Wir haben eine Nacht im Hostel Juno Hall Backpackers gebucht und den restlichen Tag gefaulenzt.


Am nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden, haben unseren Kram wieder im Auto verstaut und noch was gefrühstückt. Danach haben wir uns zu Fuß auf den Weg zu der Station vom Blackwater-Rafting gemacht. Dort sind wir an den Thresen gegangen und haben unsere Bescheinigung vorgezeigt. Die Frau sagte uns dann, dass sie versucht hat, uns anzurufen (Daniela hatte ihr Handy ausgeschaltet), weil das Blackwater-Rafting ausfällt, weil die Caves vom vielen Regen wieder mal überflutet waren. Wir konnten es nicht fassen! Alles, worauf wir uns gefreut haben, fällt buchstäblich ins Wasser. Nachdem wir also umsonst Geld an Übernachtung und Sprit ausgegeben haben, haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht. Nächster Stop war Turangi (wo wir eigentlich für den Tongariro Cross übernachtet hätten, der ja auch nicht stattfindet wegen zu schlechtem Wetter). In Taupo haben wir nochmal kurz in einer Apotheke angehalten und ich hab mir nochmal eine Packung Tabletten (schon die 3.) und Nasenspray gekauft. Danach gings direkt am See entlang nach Turangi. Die Strecke war total schön und ich hab den See mal aus einer anderen Perspektive als von Taupo aus sehen können. Mittags sind wir in Turangi angekommen und haben uns in der i-Site nach dem Wetter fürs Campen erkundigt. Dort hat man uns gesagt, dass es nur regnen und sehr kalt werden soll. Also haben wir uns für eine Nacht ins A-Plus Hostel eingebucht. Dort haben wir wieder unsere Sachen aus dem Auto geschleppt und sind nochmal wegen Internet in die Bücherei gefahren. Im Internet haben wir auch gleich unsere Fähre auf die Südinsel gebucht (ENDLICH!). Da noch Ferien sind, sind die Fährpreise noch etwas erhöht. Wir haben für 2 Personen und 1 Auto 220$ bezahlt. Aber auf dem Rückweg zur Nordinsel sollte es dann wieder günstiger sein.

Am selben Tag haben wir Aoife (mein Wwoofing-Platz) in Masterton gefragt, ob wir bei ihr und Lyndon übernachten dürfen. Sie war natürlich mit einverstanden. Sie hat ja bei meiner Abreise auch gesagt, dass wir sie auf jeden Fall mal besuchen sollen, wenn wir wieder in der Nähe sind. Also haben wir uns am nächsten Tag auf den Weg nach Masterton gemacht. Das Wetter war mal wieder wie der deutsche April. Regen, Sonne, Regen, Sonne...

Da ich auf jeden Fall nochmal den Highway 1 fahren wollte (Desert Highway), sind wir so nach Masterton gefahren. Der Desert Highway ist der einzige Ort auf der Nordinsel, der landschaftlich komplett anders aussieht als der Rest. Erst sind wir durch palmige, bewaldete und kurvige Berge gefahren und auf einmal war alles komplett flach und verdorrt (wie in der Wüste) und die Straße ging kerzengeradeaus. Das war schon ein Wahnsinnsbild. Ganz weit weg konnte man dann auf der linken Seite nebelige Hügel erkennen und auf der rechten Seite hat man den schneebedeckten Mt. Ruapehu (Tongariro National Park) gesehen. War ganz komisch, aber die landschaftlichen Veränderungen werden wir auf der Südinsel ja noch öfter erleben.


Auf dem Weg nach Masterton haben wir in Woodville bei „Yummy Mummy`s Cheesecake“ nochmal Halt gemacht und uns ein Stück von dem angeblich weltbesten Cheesecake geholt. War total lecker, aber mehr als 3 Gabeln kann man davon echt nicht essen und für 9,50$(!!!) das Stück war das auch eher mal eine Ausnahme.

Mittags um halb zwei sind wir bei strahlendem Sonnenschein in Masterton angekommen. Da wir so früh waren, haben wir beschlossen, dass wir gleich zur größten Swing-Bridge Neuseelands fahren (war eigentlich für den nächsten Tag geplant). Also sind wir weiter nach Carterton gefahren und dann Richtung Berge abgebogen.

Nach weiteren kurvigen Bergstraßen und einer langen Gravel-Road sind wir endlich am Waiohine Gorge angekommen. Die Brücke war echt rießig. Da ein paar Leute vor uns über die Brücke gelaufen sind, haben wir erst mal gesehen, wie sehr das Ding schwingt. Als die anderen drüben waren, sind wir auch rüber gelaufen. Bei jedem Schritt hat die ganze Brücke gewackelt. Es war total unheimlich. Da ich nicht stolpern wollte, hab ich immer nach unten auf meine Füße geguckt, aber da der Boden nur ein Gitter war, war das wohl nicht so gut. Als ich dann am höchsten Punkt war und unter mir der Fluss vorbeigerauscht ist, ist es mir schon anders geworden. In der Mitte der Brücke hab ich ein paar Fotos gemacht (unter anderem ein kleiner Wasserfall – meine Leidenschaft für das Meer und für Leuchttürme hat sich auch auf Wasserfälle übertragen). Als wir drüben waren, sind wir ein bisschen durch den Wald gelaufen und dann gings über die Brücke wieder zurück. Als wir zum Auto gelaufen sind, hatten wir immer noch das Gefühl, als würden wir schwingen.

Gegen vier sind wir dann bei Aoife angekommen und wurden herzlich begrüßt (nur die Kids waren am Anfang noch total verschämt). Lyndon war über Nacht nicht da, also waren wir ein reiner Frauenhaushalt.

Da Aoife zu Weihnachten ein Pferd bekommen hat, mussten wir natürlich gleich mit Ruby das Pferd (Chester) angucken gehen. Sie hat uns dann auch gleich gesagt, dass Chester 3 Jahre alt ist – Aoife hat uns dann später erzählt, dass er schon 15 ist.

Dann hat Ruby uns noch in den Hühnerstall geführt, um uns das Hühnerküken zu zeigen. War echt putzig! Wir haben dann noch Goaty, die Ziege, begrüßt und sind wieder zurück ins Haus. Da Aoife nichts kochen wollte, ist sie nochmal losgefahren, um Tiefkühl-Pizza zu holen. Daniela und ich haben solange mit den 2 Mädels gespielt. Lelia krabbelt mittlerweile. Ich weiß aber nicht, ob man das krabbeln nennen kann. Sie robbt sich im Sitzen vorwärts, aber mit einer Geschwindigkeit... Abends sind wir nochmal raus und haben die Hühner gefüttert, die Kälber besucht (unter anderem meine „Freundin&ldquo, Ponys vom Nachbarhof angeguckt und Pflaumen von den Bäumen gegessen. Dann wurden die Kids gebadet und wir haben nochmal mit den beiden gespielt. Danach gings ins Bett für die 2 Mäuse und Aoife wollte nochmal ausreiten. Daniela und ich haben in der Zeit unsere Pizza gemacht und waren nochmal kurz im Internet (wo ich mir endlich Open Office runtergeladen hab – kann jetzt endlich wieder im Word meinen Blog schreiben). Als Aoife zurückkam, haben wir uns alle noch vor den Fernseher gesetzt und einen Film geguckt. Um halb zwölf bin ich dann endlich ins Bett gefallen. Am nächsten Morgen bin ich aufgewacht (natürlich von Kindergeschrei) und ins Bad gegangen. Ich hab gedacht, ich seh nicht richtig. Ich war über und über mit kleinen Pusteln. Da Ruby im Moment die Windpocken hat, war mein erster Gedanke: Chicken-Pox! Aber das konnte ja nicht sein, weil ich als Kind die Windpocken hatte. Keine Ahnung, was es diesmal ist, aber ich warte einfach mal ab. Vielleicht geht es ja wieder von alleine weg.

 

Wir haben uns von Aoife und den Kids verabschiedet (Aoife hasst Abschiede, deswegen hat sie einfach vorgegeben, dass wir uns ja sowieso wiedersehen werden) und sind gegen halb zehn bei schönstem Wetter Richtung Süden gefahren.

Unser nächstes Ziel war das Cape Palliser. Wir sind erst mal nach Lake Ferry gefahren und haben geguckt, wo ein Campingplatz ist und dann haben wir uns auf den Weg ans Cape gemacht. Die Strecke am Meer entlang war total schön und auch zum größten Teil asphaltiert. Nur das letzte Stück war wieder mal Gravel Road. Als wir um eine Ecke gebogen sind, haben wir auch schon den rot-weiß gestreiften Leuchtturm gesehen.

Nach ein paar Minuten an rauen Sandstränden (mit kohlrabenschwarzem Sand) sind wir an den Parkplatz gekommen. Zuerst wollten wir die Seal-Colony sehen. Wir sind den Weg entlang gelaufen und immer mal an den Strand, aber von einer Seal-Colony war weit und breit nichts zu sehen. Wir haben bloß 3 Robben am Meer liegen sehen. Wir waren wohl zu der falschen Uhrzeit da – die waren bestimmt alle beim Mittagessen.

Wieder am Parkplatz angekommen, wollten wir natürlich auch noch die extremsteile Treppe zum Leuchtturm hochsteigen. Da es dieses Mal nur 250 und keine 750 Stufen waren, bin ich auch hochgeklettert. Von oben hatte man eine tolle Aussicht über das ganze Cape! Jetzt hab ich alle 4 Leuchttürme in allen 4 Himmelsrichtungen gesehen (Norden: Cape Reinga – Osten: East Cape – Süden: Cape Palliser – Westen: Cape Egmont)! Nachdem wir wieder unten waren, sind wir wieder zurück nach Lake Ferry gefahren und haben auf dem Campingplatz nach der Wettervorhersage gefragt. Der Mann meinte, dass es sonnig und warm bleiben soll, also haben wir eine Tent-Site gebucht. Da es den ganzen Tag schon total windig war, hatten wir auch unseren Spaß als wir versucht haben, die Zelte aufzubauen. Da man kaum laufen konnte, vor lauter Wind, war das Zeltaufbauen unmöglich und wir haben in der Rezeption nach einer freien Cabin gefragt. Wir haben jeder 20$ für die Cabin bezahlt (was seeeeehr günstig ist) und die Zelte wieder im Auto verstaut. Am nächsten Tag ging es dann für eine Nacht ab nach Wellington. Jeder, der schon mal in Wellington war, hat gesagt, dass es eher eine kleine Stadt ist. Stimmt ja irgendwie auch. Aber zum Autofahren ist es trotzdem vieeel zu groß. Wir haben auf anhieb die i-Site gefunden und dort nach einem billigen Hostel gefragt. Der Typ hat uns auch gleich ins billigste Hostel eingebucht und wir sind, mit Stadtplan bewaffnet, ins Hostel gefahren (das wir auch gleich gefunden haben). Campen wollten wir nicht, weil wir um sieben Uhr morgens an der Fähre sein mussten und nicht noch Zeit mit Zelt abbauen verschwenden wollten. Im Hostel haben wir erst mal das Nötigste ins Zimmer transportiert und wollten uns nochmal in der Stadt umschauen und auf jeden Fall Cable Car fahren. Eigentlich sollte von der Stadtmitte ein Cable Car direkt in den Botanischen Garten fahren, den wir uns auch noch angucken wollten. Nachdem wir ca. eine Stunde rumgefahren sind und die Station für das Cable Car gefunden haben, hatten wir die Nase voll und wollten mit dem Auto in den Botanischen Garten fahren. Da beide Straßenkarten, die wir haben, überhaupt nicht mit dem übereingestimmt hat, was wir gefahren sind, konnten wir das Cable Car so auch nicht finden. Mal waren Straßen eingezeichnet, wenn eine Rasenfläche war. Mal war eine Rasenfläche eingezeichnet, wenn eine Straße entlang ging. Mal stand ein anderer Straßenname auf der Karte als auf dem Straßenschild und mal gab es eine Straße gar nicht auf den Karten. Sehr seltsam! Das haben wir bisher in keiner Stadt erlebt. Nachdem wir endlich den Botanischen Garten gefunden haben und zum Parkplatz unter einer Unterführung gefahren sind, ist auf einmal über uns das Cable Car entlang gefahren. Immerhin waren wir auf der richtigen Spur. Wir sind am Botanischen Garten entlanggelaufen und den Schildern Richtung Cable Car gefolgt. Und schon standen wir an der Station. Wir sind dann einmal nach unten in die Stadt gefahren und wussten dann, warum wir das nicht finden konnten. Wir haben uns beide eingebildet, dass es dort einen Parkplatz gibt und dass dort riesige Schilder auf das Cable Car hindeuten. Aber dem war nicht so. Dort gab es nur eine kleine Gasse, die zum Cable Car führt mit einem einzigen Schild, dass daraufhin weißt. Da hätten wir lange suchen können. Wir sind dann ein bisschen durch die Straßen und die Geschäfte gelaufen. Als wir in einem Buchladen waren, ist auf einmal Danielas Flipflop gerissen und sie musste barfuß weiterlaufen. Nach einer Weile sind wir wieder nach oben in den Botanischen Garten gefahren. Aber ohne Schuhe war es sinnlos nochmal durchzulaufen. Also haben wir uns wieder auf den Weg ins Hostel gemacht. Dort haben wir erst was gegessen und wollten dann nochmal in eine Cocktailbar gehen (Lena hat uns zu Weihnachten eine Liste gemacht, wo wir überall in Wellington „unbedingt“ hin müssen). Wir sind so um halb sechs vom Hostel losgelaufen und waren natürlich viel zu früh da. Die Cocktailbar war noch zu. Da wir aber am nächsten Morgen so früh raus mussten, wollten wir sowieso nicht so lange bleiben. Wir haben uns dann vor eine Bar gesetzt, ein Bier getrunken und die Leute beobachtet. Später sind wir nochmal durch die berühmte Cuba Street gelaufen und haben uns schon mal vorgemerkt, wo wir alles hinwollen, wenn wir dann nach der Südinsel eine Woche in Wellington sind. Auf dem Heimweg sind wir an einer ganz unscheinbaren Bar vorbeigekommen und sind da auch nochmal für ein Getränk rein. Innen war es total gemütlich (mit Glasdach und überall Pflanzen und Backsteine). Zurück im Hostel haben sind wir ganz früh ins Bett gegangen.

Morgens um sechs hat der Wecker geklingelt und wir haben das Auto beladen und die Sachen, die wir auf der Fähre brauchen, in die Tasche gepackt. Da um die Zeit kein Verkehr in Wellington war, waren wir auch sehr schnell unten am Meer und haben die Einfahrt zur „Bluebridge“ auch gleich gefunden. Nach ewig langem Warten durften wir endlich aufs Schiff fahren, haben unser Auto abgestellt und uns oben an Deck auf eine Bank gesetzt, damit wir auch alles sehen, wenn wir aus dem Hafen fahren. Der Ausblick war echt der Hammer und vom Schiff aus, sah Wellington dann doch nicht mehr sooo groß aus.

Um acht Uhr gings dann endlich los. Die Fahrt hat ca. 3 Stunden gedauert und man konnte schon vom Wellingtoner Hafen die Südinsel sehen (wir hatten superklares Wetter und Sonnenschein – nur auf dem Schiff war es total kalt). Da wir nach einer Weile so gefroren haben, sind wir nach drinnen gegangen und haben uns ein bisschen umgeguckt. Auf der Bluebridge gab es eine Lounge, ein Cafe, ein kleines Kino und ganz viele gemütliche Ecken. Nach einer Weile sind wir wieder nach oben und haben gesehen, dass wir schon durch Marlborough Sounds fahren. Lauter hügelige, grüne Berge und zwischendrin die Meeresstraßen. Sah echt gigantisch aus. Nachdem wir noch eine weitere Stunde durch die Sounds gefahren sind, haben wir endlich den Hafen von Picton gesehen. Soooo, ich könnte euch ja schon mal berichten, wie die Südinsel bisher ist, aber das spar ich mir für einen neuen Blogeintrag auf.


Den Tongariro Crossing und das Blackwater-Rafting wollen wir dann nach der Südinsel auf jeden Fall noch machen (wenn das Wetter mitspielt).


Unsere Reisepläne haben wir vorerst aufgegeben, weil Daniela die Hotels zu teuer waren oder mir die billigen Hotels (Ballermann-Bunker) nicht gefallen haben. Wenn ich schon auf so einer Insel bin, möchte ich auch gerne dementsprechend Urlaub machen (z. B. in einer tollen Strandhütte) und nicht in einem Beton-Klotz. Da wir uns nicht so einig geworden sind, haben wir das Projekt „Urlaub“ erst mal auf Eis gelegt. Mal sehen, wieviel Geld am Ende noch übrig ist. Vielleicht werde ich alleine nochmal Urlaub auf einer der Inseln machen.

So, jetzt bin ich aber endlich mal auf dem neuesten Stand. Demnächst gibt es bestimmt noch mehr zu berichten.


Bis bald!


Eure Anni


1 Kommentar 19.1.12 22:13, kommentieren

Weihnachten

So, da bin ich wieder....

Hat ja diesmal wirklich nicht so lange gedauert.
Erst mal ein ganz tolles neues Jahr an euch alle!
Wo hab ich aufgehört? Achja.......

Die Arbeit war immer noch unangenehm, vor allem weil es die letzen Tage wirklich ununterbrochen geregnet hat. Und der
Orchard-Manager hat gesagt, dass er die Arbeit bis 22.12. unbedingt schaffen möchte und dass wir also bei Wind und Wetter zu arbeiten haben. Ben wurde auch immer unausstehlicher, weil er natürlich auch den Druck vom Manager bekommen hat.
Lena und ich haben öfter mal einen Rüffel bekommen, weil wir zu viel quatschen oder zu langsam sind oder zu oft an
unserem MP3-Player "rumgespielt" haben, was natürlich nicht gestimmt hat.   Aber es war ja nicht mehr lange.

An einem Tag unserer letzten Arbeitswoche sind wir wie immer nach Hause gefahren und waren schon in unserer Straße,
als Lena plötzlich das Lenkrad rumgerissen hat und geschrien hat "Das ist doch...". Nachdem wir beinahe auf dem
Gehweg gelandet sind, meinte sie, dass da vorne Israel Dagg joggt. Wir hatten alle nur Fragezeichen im Gesicht.
Wer? Lena, eingefleischter Rugby-Fan, erklärte uns dann, dass Israel Dagg bei den All Blacks spielt und er im Finale
der WM ein wohl entscheidendes Tor(?) gemacht hätte. Wir haben natürlich alle die Köpfe verrenkt, als wir an ihm
vorbeigefahren sind. Als wir bei uns in der Einfahrt geparkt haben, sind Alisa und ich an die Straße gelaufen, als er
dann bei uns am Haus vorbeigejoggt ist. Wir haben nur das Muskelpaket angeglotzt.
Am nächsten Tag auf der Arbeit hat Lena dann ein Gespräch mitbekommen, dass Israel Dagg aus Hastings kommt und über
Weihnachten bei seinen Eltern ist. Wir haben dann jeden Abend um dieselbe Zeit am Straßenrand gestanden und gewartet.
Aber er kam nicht mehr vorbei. Hat sich wohl von unserer Glotzerei belästigt gefühlt.
Stellt euch doch mal vor, dass Schweini oder Poldi oder sonst wer an euch vorbeijoggen...

Dann kam der Donnerstag (unser letzter Arbeitstag). Ben hat frühs gesagt, wenn wir noch die letzten 2 Orchards schaffen,
können wir gehen, egal welche Uhrzeit. Wir haben uns natürlich alle beeilt, aber wir waren doch erst um halb fünf fertig.
Der letzte Tag war der Schlimmste von allen. Ben hat nur gemotzt und niemand hat irgendwas richtig gemacht. Ständig durften wir die Leiter wieder zurücktragen und mussten einen Baum nochmal machen. An dem Tag hat auch ausnahmsweise mal die Sonne gescheint und es war eine Bullenhitze. Wir waren alle fix und fertig, als wir endlich fertig waren, aber auch total
erleichtert, dass es rum ist.

Am 23. Dezember kam dann Melanie (auch noch aus der Hone Heke Lodge in Kerikeri), die Weihnachten mit uns verbringen wollte. Wir haben dann beschlossen, dass wir abends nochmal feiern gehen wollen. Wir sind um neun losgelaufen und wollten ins Breakers gehen. Dort waren allerdings nur 2 Leute. Also sind wir nach nebenan in die Billy-Bar gegangen. Dort war auch nicht
mehr los, aber wir waren ja auch noch zu früh. Dort haben wir dann was getrunken und da an dem Karaoke war, hat Lena noch
2 Lieder geträllert und um halb zwölf sind wir dann auf einen "Absacker" in die Cru-Bar gelaufen. Dort war der Teufel los.
Nach einer halben Stunde dasitzen war unser Tisch dann von betrunkenen Jungs umringt. Ich schreibe "Jungs", weil keiner der
sechs über 22 war. Aber es war eine lustige Truppe und wir hatten Riesenspaß und kostenlose Getränke. Die 32-jährige
Melanie hatte wohl auch den meisten Spaß mit den "Jungs". Alisa und Daniela waren irgendwann müde und sind heimgelaufen. Ich hab den ganzen Abend mit dem schwulen Samuel gequatscht, Melanie hat mit TJ getanzt und Lena hat den ganzen Abend mit Angus auf der Bühne geknutscht.
Um kurz nach drei, als die Musik aus und die Lichter angegangen sind, mussten wir dann leider gehen. Die Jungs wollten noch mit uns laufen, aber wir hatten Angst, dass wir sie nicht mehr losbekommen. Um halb vier waren wir dann endlich
daheim.
Da irgendwann an dem Abend jemand einen Absinth und eine Flasche Bier vor mich gestellt hat (einem geschenkten Gaul
guckt man ja nicht ins Maul), war ich dann am nächsten Tag ziemlich verkatert. Und es war Weihnachten!
Pünktlich zu Weihnachten hatten wir dann auch strahlenden Sonnenschein und es war total heiß.
Lena stand morgens schon in der Küche und wir anderen mussten schälen und schneiden.
Abends waren wir dann alle gestylt und haben uns um den schön gedeckten Tisch versammelt.
Es gab ein total leckeres Menü (Lena kann echt total gut kochen). Nach der Hauptspeise haben wir uns dann im Wohnzimmer versammelt und Alisa hat sich in rote Decken gewickelt und den Weihnachtsmann gespielt. Erst haben wir die Wichtelgeschenke ausgepackt und danach haben Lena und ich unsere Geschenke von daheim auspacken dürfen. Die anderen haben nichts von zu Hause bekommen.
Nach der Bescherung gab es dann den Nachtisch und danach haben wir uns wieder ins Wohnzimmer gesetzt und noch ein bißchen gequatscht. Da wir aber alle noch müde waren vom Vorabend, sind wir so gegen zwölf ins Bett gefallen.
Hier nochmal unser tolles Weihnachtsmnenü:

Aperitif:
Lindauer Summer Schaumwein mit geeistem Erdbeer-Likör (selbstgemacht) und Kiwi-Surprise (Eiswürfel in Kiwi-Form)

Vorspeise:
Lachsrolle an Salatgarnitur mit Cranberry-Jus und Honig-Senf-Sauce

Hauptgang:
Filet Wellington mit Kartoffeln und Kumara nach Herzogin Art und Salat

Dessert:
Eton-Mess-Baiser mit Sahne-Creme und frischen Beeren der Saison

Digestif:
Baileys mit Kiwi-Surprise

War wirklich lecker!

Am nächsten Tag waren wir mittags um eins zum Weihnachts-Barbecue im Hostel eingeladen. Wir haben uns unter Barbecue
eigentlich vorgestellt, dass gegrillt wird. Und da das Wetter total schön war, dachten wir auch, dass wir draußen sitzen.
Aber es gab ein Riesenbuffet mit allem drum und dran. Und wir haben drinnen in der Küche gesessen. Es war aber trotzdem
schön. Liz hat erst eine Ansprache gehalten und danach das Buffet eröffnet. Nach dem Essen haben wir uns nochmal raus in
den Garten gesetzt und nachmittags sind wir Mädels nochmal nach Napier gefahren. Dort gibt es auf einem Berg einen
Aussichtspunkt auf dem wir bis jetzt noch nicht waren. Von dort hatte man eine geniale Aussicht. Danach sind wir
nochmal am Strand spazieren gegangen und haben unsere Füße in einem Brunnen gebadet.  

Am 2. Weihnachtsfeiertag (Boxing Day) sind wir morgens in die Stadt zum Einkaufen gefahren. Da Boxing-Day-Sale war, haben
wir gehofft, dass wir ein paar Schnäppchen abstauben. In den Geschäften war die Hölle los! Ich hab bei Dick Smith (ein
Elektronikladen) ein tolles Schnäppchen gemacht. Da mein USB-Stick schon voll war (ich hab zu viele Fotos gemacht), wollte
ich mir noch einen Stick holen. Aber ein USB-Stick mit 32GB kostet in Neuseeland 200$. Ich wär fast rückwärts umgefallen.
Lena meinte dann, dass ich mal nach einer externen Festplatte gucken soll. Sie hat sich eine billige gekauft. Bei den
Festplatten hab ich dann tatsächlich eine mit 1TB für 179$ gefunden. Wie kann den ein Stick mit 32GB 200$ kosten und eine Festplatte mit 1000GB nur 199$??? Ich bin dann an die Kasse gelaufen und dort sagte mir die Verkäuferin dann, dass es wegen dem Boxing-Day-Sale nur noch 149$ kostet. Daniela ist auch gleich losgelaufen und hat sich eine geholt.
Mittags sind wir an den Ocean Beach gefahren und haben uns gesonnt. Es war diesmal sogar so warm, dass wir im Meer
baden konnten. War schon komisch an Weihnachten...

Einen Tag bevor Melanie abgereist ist, sind wir noch mal zu einem total leckeren Thailänder gegangen. So als Abschluss
für das tagelange Fressgelage.

Am 28. Dezember haben wir Melanie an ihren Bus gefahren und sind nach Napier gefahren, weil wir Mini-Golf spielen wollten.
Dort war der Teufel los, aber es war total lustig. Ich hab natürlich wie immer verloren. Danach haben wir noch
einen Kaffee getrunken und sind wieder heimgefahren.

Am 29. Dezember wollten wir dann mal einen anderen Strand aufsuchen. Auf dem Weg zum strand sind wir bei einem Erdbeerfeld vorbeigefahren und haben ein Eis gegessen (Softeis mit frisch pürierten Erdbeeren drin).
Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir endlich am Waimarama Beach angekommen und schon hat das Wetter umgeschlagen. Es wurde windig und düster. Nach einem kurzen Strandspaziergang haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht und kaum im Auto, hat es auch schon wieder angefangen zu regnen. Und nicht mehr aufgehört!

Am 30. Dezember hat Lena ihre beiden Freundinnen, die aus Deutschland angereist sind, am Flughafen in Napier abgeholt.
Eigentlich hatte Lena die beiden drüben im Hostel eingebucht, aber Liz hat es irgendwie verrafft. Also haben die beiden
bei uns im Wohnzimmer auf Matratzen geschlafen. Da sie am nächsten Tag abreisen wollten, ging das ja mal für eine Nacht.
Abends hat Lena für alle noch ein Curry gekocht und wir haben Alisa, die am 25. Januar zurück nach Deutschland geht,
unser Abschiedsgeschenk überreicht. Wir haben eine große neuseeländische Flagge gekauft und mit weißem Edding noch was draufgeschrieben.

Am nächsten Morgen haben wir uns von Lena und ihren Freundinnen verabschiedet und dann überlegt, was wir abends (Silvester) machen sollten. Ursprünglich hatten wir vor nach Napier zu fahren. Dort sollten am Strand ein paar Bands spielen. Hat sich total gut angehört, aber da es seit dem 29.12. ununterbrochen geregnet hat, ist diese Möglichkeit wortwörtlich ins Wasser gefallen. Wir haben dann überlegt, dass wir wieder in die Cru-Bar gehen könnten.
Abends haben wir zusammen gegessen und danach noch eine Flasche Sekt aufgemacht. Ziemlich angedüdelt sind wir dann um
halb elf bei Regen losgelaufen und wieder nüchtern in der überfüllten Cru-Bar angekommen. Dort waren nur Betrunkene in
sämtlichen Altersklassen. Wir haben ein Bier bestellt und uns irgendwo in eine freie Ecke gequetscht.
Um viertel vor zwölf wollten Alisa und ich noch eine letzte Zigarette im Jahr 2011 rauchen und wir sind alle rausgegangen.
Auf einmal wurde drinnen der countdown gezählt und wir haben uns ganz verdutzt angeguckt. Auf unseren Uhren waren es noch
10 Minuten Zeit. Wir haben beschlossen, dass wir nach unserer Uhr auf neue Jahr anstoßen. Als es soweit war, haben wir
uns ein frohes neues Jahr gewünscht und dann einfach dagestanden. Und jetzt? Es wurden keine Kracher oder Raketen losgelassen und gar nix. Es wurde einfach um zwölf angestoßen (zumindest die, die noch in der Lage waren), um sich dann weiter den Alkohol in den Hals zu schütten. Wir waren alle drei total enttäuscht. Das Publikum war auch etwas seltsam. In der Bar waren Mädels mit Schlafanzughosen und High-Heels (wir wussten, dass es Schlafanzughosen waren, weil Alisa dieselbe als Schlafanzughose gekauft hat), Mädels in Bikini und andere seltsame Gestalten. Um halb eins haben wir uns dann, wieder bei Regen, auf den Heimweg gemacht und uns daheim nochmal vor den Fernseher gesetzt. Silvester haben wir uns alle ein bißchen anders vorgestellt. Aber ich glaube, wir hatten einfach zu hohe Erwartungen was das Silvester in Neuseeland angeht.

Nach Silvester haben wir nicht mehr viel unternommen, da es immer noch jeden Tag regnet. Daniela und ich wollten eigentlich
einen (für mich) dritten East-Cape-Versuch starten, aber laut Wetterbericht soll es erst in ein paar Tagen wieder schön
werden. Aber wenigstens konnten wir doch mal das Gefühl "Weihnachten im Sommer" genießen.
Am Donnerstag soll dann unsere große Weiterreise starten... Bin schon gespannt!


Ich werde euch natürlich auf dem Laufenden halten....


Eure Anni

 

 

1 Kommentar 3.1.12 22:54, kommentieren

Hastings

Sorry, dass es so lange gedauert hat...

Mittwochs bin ich dann morgens nach Hastings gefahren. Als ich dort angekommen bin, hab ich Daniela angerufen und sie hat
mir den Weg in die Wohnung erklärt. Dort angekommen, hab ich mir erst mal die Wohnung angeschaut. Total schön! Klein, aber
knuffig. Alisa wohnt in dem kleineren Zimmer mit Stockbett und Daniela und ich teilen uns das große Zimmer mit 2 normalen Betten. Nachmittags sind wir rüber ins benachbarte Hostel gegangen. Die Wohnung gehört der Besitzerin des Hostels.
Dort hab ich dann gleich meine Miete für eine Woche (100$ pro Woche) bezahlt und hab dann mein ganzes Zeug aus dem
Auto geräumt.
Da wir noch keinen genauen Starttermin für die Arbeit hatten, haben wir so noch einiges unternommen.
Einmal sind wir zu unserer zukünftigen Arbeitsstelle (bei der Alisa letztes Jahr schon gearbeitet hat) und haben eine
Application Form ausgefüllt. Leider konnte man uns immer noch keinen genauen Arbeitsbeginn nennen.

An einem heißen Tag sind wir an den Ocean Beach gefahren. Ein total schöner Strand. Dort haben wir ein paar Stunden
verbracht und sind dann irgendwann wieder heimgefahren, weils zu heiß war. Abends hab ich dann festgestellt, dass ich
mich übel verbrannt hab. Ich hatte mich zwar eingecremt, aber die Sonne hier in Neuseeland ist extrem heftig.
An einem anderen Tag sind wir zum "Longest Place Name of the World" gefahren. Alisa meinte, es wäre eine halbe Stunde von
Hastings. Wir sind gefahren und gefahren und gefahren und gefahren und nach eineinhalb Stunden waren wir dann endlich da.
So viel zu "hier um die Ecke"... Dort angekommen zeigte ein Pfeil nach rechts mit der Aufschrift "Longest Place Name"
und ich hab den Blinker gesetzt und wollte rechts abbiegen. Plötzlich stand ich auf einem Parkplatz und hinter dem
Parkplatz stand ein weißes großes Schild "TaumataWhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu".
Das war der Longest Place Name of the World. Daniela und ich waren total enttäuscht. Da stand einfach in der Wildnis zwischen
ein paar Schafs- und Kuhherden dieses Schild. Sonst nix! Wir sind eineinhalb Stunden gefahren und waren 5 Minuten dort. Wir
haben nur ein paar Fotos gemacht und sind wieder gefahren. Zwischendurch sind wir mal in einer Kuhherde steckengeblieben, die mitten auf der Straße stand.
Als wir wieder in Hastings angekommen sind, haben wir nochmal einen Abstecher nach Havelock North auf den Te Mata Peak
gemacht. Das ist ein Berg auf den man mit dem Auto hochfahren kann und von dem aus man eine supertolle Aussicht in alle Richtungen hat. Man konnte sogar bis ans Meer gucken (Hastings liegt ja leider nicht am Meer). Die Aussicht hat uns dann wieder entschädigt, dafür dass der Longest Place Name so enttäuschend war.
Da wir von der Arbeit immer noch nichts gehört hatten, hat Alisa nochmal bei Paul angefragt. Da sie letztes Jahr schon
auf dem Orchard gearbeitet hat, hatte sie noch die Handynummer von Paul. Dieser meinte, dass es mindestens noch 2 Wochen dauert bis es losgeht. Der Winter war dieses Jahr besonders hart und deshalb brauchen die Äpfel länger.
Wir haben dann beschlossen, dass wir nochmal einen Versuch starten und ans East Cape fahren. Leider hat es bei mir ja
beim letzten Mal nicht geklappt wegen Dauerregen. Das Wetter hat sich gebessert und so wollten wir donnerstags losfahren
und bis Sonntag bleiben.
Wir haben Mittwochabend unsere Sachen gepackt und uns für den nächsten Morgen den Wecker gestellt. Um neun wollten wir
losfahren. Am nächsten Morgen haben wir aus dem Fenster geguckt und es hat wieder mal geregnet. Wir haben im Internet
nochmal nach dem Wetter am East Cape geguckt und dort hieß es, dass es nachmittags wieder aufklaren sollte und in den
nächsten Tagen schön bleiben sollte. Wie sind also doch losgefahren und das Wetter wurde immer schlechter. Als wir
3 Stunden später in Gisborne angekommen sind (dort wollten wir einmal übernachten), hat es ohne Ende geschüttet.
Da wir eigentlich auf dem Campingplatz übernachten wollten, sind wir erst nochmal in die Bücherei und haben im Internet
nochmal nach dem Wetter geguckt. Dort hieß es dann, dass das Wetter bis Sonntag total regnerisch sein soll. Da wir nicht
bei Regenwetter campen oder ans East Cape wollten, sind wir nur nochmal durch Gisborne gelaufen und danach wieder zurück
nach Hastings gefahren. Wir haben also sechs Stunden im Auto gesessen für nix... Da der 2. East-Cape-Versuch auch
nicht geklappt hat, haben wir beschlossen, einen Wochenendausflug draus zu machen, wenn wir arbeiten. Als wir dann in Hastings angekommen sind, war dort natürlich das schönste Wetter. Typisch!

Wir waren auch ganz oft in Napier. Das ist ungefähr 25km von Hastings entfernt und liegt direkt am Meer. Wenn wir also
mal Sehnsucht nach dem Meer und der schönen Art-Deco-Stadt haben, fahren wir dort hin. Meistens fahren wir sonntags
nach Napier und gehen dort im Esquires einen Kaffee trinken und nutzen das freie Internet und danach gehen wir immer
noch an der Strandpromenade spazieren. Einmal wollten wir wieder an der Strandpromenade in Napier spazieren gehen und
da es total heiß war an dem Tag, haben wir beschlossen, dass wir barfuß laufen. Der Weg war ja geteert, also sollte ja auch
nicht viel passieren. Dachten wir... Als wir wieder am Auto waren, hatte Daniela 5 Blasen an dem einen und 3 Blasen an
dem anderen Fuß. Ich hatte 3 Blasen an dem einen und 2 Blasen an dem anderen Fuß. Inklusive Ferse (wer bekommt den an der Ferse Blasen???). Alisa hatte eine klitzekleine Blase an einem Fuß.

Daniela und ich wollten ans Cape Kidnappers laufen und Alisa hat uns gesagt, dass wir vorher im Internet die Ebbe- und
Flutzeiten raussuchen müssten, weil man ans Cape nur über den Strand kommt und der Strand nicht existiert, wenn gerade
Flut ist. Also haben wir im Internt nach den passenden Zeiten geguckt und wollten an einem Samstag dann endlich loslaufen.
Die Flut war um 07:24 Uhr und man soll 3 Stunden später loslaufen. Wir sind also an den Parkplatz vom Cape gefahren und dort hat man schon gesehen, dass das Meer riesengroße Wellen schlägt und auch nicht so aussieht als wäre die Flut schon
3 Stunden her. Wir haben dann an dem Schild mit den Tide-Times gestanden und nochmal gelesen. Da kam ein Mann auf uns zu und meinte, dass das Meer heute total verrückt spielt und dass wir vielleicht an einem anderen Tag ans Cape laufen
sollten. Und wenn wir es doch versuchen wollen, sollten wir seeehr vorsichtig sein und versuchen nur auf den roten
Steinen zu laufen und die blauen zu meiden. Wir wussten nicht ganz so genau, was er meint, aber wir haben gesagt, dass wir
aufpassen und sehr vorsichtig sind. Wir sind also erst mal zum Campingplatz gelaufen über den man gehen muss bis man
an dem Punkt ist, wo man am Strand bis zum Cape läuft. Das ist übrigens der Campingplatz auf dem ich mit Alisa eine
Woche lang war. Auf dem Campingplatz kam uns ein Mann im Auto entgegen und meinte, dass wir heute nicht zum Cape laufen sollten, weil es viel zu gefährlich ist. Wir haben dann beschlossen, dass wir das lieber sein lassen, wenn schon 2 Leute
gesagt haben, dass es zu gefährlich ist. Da wir aber schon in Wanderlaune waren, haben wir überlegt, dass wir nochmal zum
Te Mata Peak nach Havelock North fahren und auf dem Berg ein bißchen wandern. Wir sind also da hingefahren und haben das
Auto unten auf dem Parkplatz abgestellt und sind einfach mal auf den Wanderwegen durch den Wald gelaufen.
Am Anfang war das alles ja total schön, aber da es nur bergauf und bergab ging und es keine richtigen Wege gab, wurde es
irgendwann zu anstrengend. Die Wege waren auch nicht sonderlich gut ausgeschildert. Einmal sind wir auf einen Berg
gekraxelt und plötzlich gab es einfach keinen Weg mehr. Also gings wieder zurück und wir haben einen neuen Weg gefunden,
der noch höher den Berg rauf ging. Wir haben beide noch nie so geschwitzt wie an dem Tag. Als wir nach 2 Stunden
wieder am Auto waren, waren wir klitschnass mit hochroten Köpfen. Als es dann angefangen hat zu regnen, haben wir uns
erst mal rausgestellt und "nass" regnen lassen (nass waren wir ja schon). Es war zwar mehr als anstrengend, hat aber
total gut getan.

Da meine Brille seit einer Weile kapputt war (der komplette Rahmen ist gebrochen) und ich aber meine Brille brauche,
wenn ich die Kontaktlinsen rausmache, bin ich in Hastings zu Specsaver (der neuseeländisch Fielmann) gegangen und hab
gefragt, ob man meine teuren Gläser in ein anderes Gestell machen könnte. Da aber keine ihrer Brillen mit der Form
meiner Gläser übereingestimmt hat, ging das leider nicht.
Ich hab mir dann ein total schönes Gestell für eine neue Brille ausgesucht. Ich bin ja so blind und brauche Spezialgläser,
damit meine Augen nicht ganz so groß wirken. Also haben sie mir die passenden Gläser empfohlen und meine alte Brille
ausgemessen. Nachdem dann alles geregelt war, meinte die Beraterin, dass sie mal fragt, ob ich einen Rabatt bekomme.
Als sie wieder zurückkam, hat sie mich gefragt, was ich in Deutschland mache. Ich hab leider zu spät geschaltet und
gesagt, dass ich arbeite. Wenn ich Studentin wäre, hätte ich einen Rabatt bekommen. Sie hat mir aber ein Angebot
gemacht und gemeint, dass ich eine zweite Brille bekommen würde und bei der Zweitbrille nur noch die Gläser bezahlen
müsste und nicht den Rahmen. Da der Rahmen über 300$ kostet und die Gläser nur 180$, hab ich das Angebot natürlich
angenommen. Ich hab mir ein zweites Brillengestell ausgesucht und nachdem die Beraterin dann alles ausgerechnet hatte
und mir den Preis für beide Brillen genannt hat, bin ich erst mal erschrocken. Sie wollte für beide Brillen 729$ haben.
Da ich große Augen gemacht habe, hat sie gemeint, dass sie nochmal wegen einem Rabatt fragt. Als sie wiederkam,
hatte ich dann 2 Brillen für 679$. Hört sich zwar viel an, aber umgerechnet in € ist es gar nix. So billige Brillen
hatte ich noch nie. 2 Wochen später konnte ich meine Brillen abholen. Total schön!

Irgendwann haben wir die Hoffnung auf die Arbeit schon aufgegeben und haben uns überlegt, wo wir sonst noch nach
Arbeit gucken könnten. Wir dachten, dass wir mal in ein paar Motels fragen könnten, ob die jemanden für die Zimmer-
reinigung brauchen können.
An einem Mittwochabend haben wir dann zusammen am Küchentisch gesessen als Alisa eine SMS von Paul bekommen hat, dass wir am nächsten Morgen um sieben da sein sollen. Wir waren total aufgeregt und sind durch die Wohnung gerast, haben Brote geschmiert, Arbeitskleidung rausgesucht, Wasserflaschen aufgefüllt. Endlich sollte es losgehen!
Donnerstagmorgen um 06:45 Uhr haben wir zu dritt bei (nach wochenlangem Sonnenschein) strömendem Regen das Haus verlassen und sind zum Office von Golden Oak gefahren. Dort haben wir uns alle versammelt (wir Mädels waren die einzigen
Backpacker, ansonsten waren nur Einheimische da) und wurden von Paul in den Vertrag eingewiesen und uns wurde alles
genau erklärt. Da es so geregnet hat, sollten wir dann doch erst am nächsten Tag mit der Arbeit anfangen und den
restlichen Donnerstag dazu nutzen, um uns ordentliche Regenkleidung zuzulegen. Wir haben den Vertrag unterschrieben, uns bedankt und sind sofort ins Warehouse gefahren, um nach "rain gear" zu gucken. Leider gab es nur noch Größen ab 3XL in der Männerabteilung. Wir sind noch sämtliche Geschäfte abgefahren, bei denen wir vermutet haben, dass die so was verkaufen könnten. Leider haben wir nichts gefunden. Entweder war es zu teuer oder die Qualität war nicht gut. Also sind wir wieder nach Hause gefahren und haben gehofft, dass es am nächsten Tag nicht regnet.

Freitagmorgen sind wir dann um sechs Uhr morgens bei strahlendem Sonnenschein aufgewacht und zu unserem ersten
Arbeitstag gefahren. Wir wurden unserem Supervisor Ben vorgestellt. Ben ist unser Aufpasser und guckt, ob wir alles
richtig machen, erklärt uns, was wir machen müssen und sagt mindestens 20 mal am Tag "Good Job".
Der Job nennt sich Apple-Thinning. Golden Oak ist unser Arbeitgeber und besitzt ganz viele und riesengroße
Orchards (Apfelplantagen) mit ewiglangen Baumreihen. Die Äpfel sind im Moment noch ganz klein und unser Job ist es,
die Äpfel zu "thinnen". An den Ästen hängen immer ganze Bündel mit zwischen 5 und 10 Äpfeln und wir müssen die kleinen
und schlechten Äpfel wegmachen, damit die guten Äpfel mehr Platz zum wachsen haben. Manchmal hängen auch nur 2 Äpfel
zusammen, die wir dann so lassen dürfen, wenn sie in Ordnung sind. Alle "damaged" Äpfel müssen wir auch wegmachen,
egal wo sie sind. Da die Bäume ziemlich hoch sind, hat jeder eine Leiter bekommen und wir müssen gefühlte 800 mal
am Tag die Leiter hoch- und runterklettern. Man arbeitet in 2er-Teams und jeder bekommt eine Seite einer Reihe.
Man thinnt also immer zu zweit einen Baum. Die Arbeit ist zwar total anstrengend, aber auch total langweilig.
Man macht den ganzen Tag nichts anderes als von Baum zu Baum und von Reihe zu Reihe und von Block zu Block und von
Orchard zu Orchard zu gehen und Äpfel zu pflücken. Wir dürfen aber MP3-Player mitnehmen und Musik hören, damit
es nicht ganz so langweilig wird. Ich hab mir jetzt von Lena ein paar Hörbücher auf den MP3-Player kopiert.
Da vergeht die Zeit wenigstens total schnell. Musik wird dann nämlich auch irgendwann langweilig. Manchmal kommt
ein bißchen "Spannung" auf, wenn wir die Äpfel wechseln. Wenn wir zum Beispiel von Braeburn zu Granny Smith wechseln.
Die müssen dann anders "gethinnt" werden.
Wir bekommen vorher immer gesagt, wie viele Äpfel am Ende immer auf dem Baum sein müssen. Aber da ich absolut nicht
schätzen kann, weiß ich nicht, wie viele Äpfel ich am Baum lasse. Manchmal kommt Ben mit einem roten Zähler und sagt,
dass alle Äpfel von einem bestimmten Baum gezählt werden müssen. Ich drücke meistens irgendeine Zahl, weil man gar
nicht alle Äpfel zählen kann. Die Meisten sieht man gar nicht, weil sie zu weit oben sind. Aber er war bis jetzt
immer zufrieden.
Manchmal findet man auch Nester, wenn man mit der Leiter oben im Baum ist. Ich hab in einem Nest schon mal 3 Küken
gefunden, die noch ganz nackt waren und die Augen noch zu waren. Die waren sooooo süß! Ein anderes Mal hab ich
auf dem Boden unter einem Baum ein Pukeko-Küken gefunden. Pukekos sind große blaue Vögel, die nur laufen (ich hab
zumindest noch nie einen fliegen sehen). Ich wusste nicht, was ich mit ihm machen sollte. Ich hab dann Ben gefragt
und er meinte, dass wir einfach warten sollen. Die Mutter würde bestimmt wiederkommen. Da das Kleine in der Sonne lag
und immer schwächer wurde (ich hab ja schon erwähnt, dass die neuseeländische Sonne, wenn sie denn mal scheint,
die Hölle ist), hab ich es dann mit ungesüßtem Tee gefüttert und dann ging das Gefipse los. Nach der Mittagspause
war das Kleine immer noch da und ich hab Ben gefragt, was wir machen sollen. Ich wollte es nicht einfach liegen lassen.
Da wäre es gefressen worden. Als wir auf dem Orchard fertig waren und auf den nächsten fahren wollten, hab ich das
Küken in meine Mütze gesetzt und wollte es mitnehmen. Mein Herz für Tiere verfolgt mich sogar bis nach Neuseeland.
Auf dem Weg zum Auto hab ich einen großen Pukeko durch die Bäume rennen sehen und hab das Küken dann doch in der Nähe
zwischen den Bäumen im Schatten abgesetzt. Ich hätte sowieso nicht gewusst, was ich mit ihm anfangen sollte.

Ein paar Tage nach Arbeitsbeginn ist Lena zu uns gekommen. Es war geplant, dass sie bei uns einzieht und auch auf
dem Orchard arbeiten kann. Da Alisa in ihrem Zimmer noch ein Bett frei hatte, wurde sie dort einquartiert. Also zu
viert in einer kleinen Wohnung kann schon anstrengend sein. Ich steh sogar immer extra früh auf, damit ich als erste
ins Bad kann.

Einmal hab ich bei der Arbeit Kaugummi gekaut und plötzlich auf was Hartes gebissen. Als ich den Kaugummi rausgeholt
hab, hing da ein großes Stück von meiner Füllung im Kaugummi. Und ich hatte ein Riesenloch im Backenzahn. Ich bin
total erschrocken und wusste nicht, was ich machen sollte. Da ich ganz laut "Shit" gerufen hab (im Vertrag steht, dass
man auf dem Orchard nicht fluchen darf), kam Ben gleich angelaufen und hat mich gefragt, was passiert wäre. Ich habs
ihm gesagt und er meinte, dass ich nach der Arbeit zum Zahnarzt soll. Ich hab gefragt, ob er mir einen empfehlen könnte, aber er hat nur gelacht. Laut Ben gehen die Neuseeländer nicht mehr zum Zahnarzt, weil es hier unbezahlbar wäre. Aber ich könnte mal im Telefonbuch nachgucken. Nach Feierabend hab ich dann die Mädels daheim rausgeschmissen und bin zur I-Site gefahren und hab nach verschiedenen Zahnärzten gefragt. Die Frau dort meinte, ein paar Häuser weiter wäre ein Ärztehaus und dort wäre auch ein Zahnarzt. Ich bin dort hingelaufen und an der Rezeption sagte man mir, dass der
Zahnarzt nicht mehr da sei. Da wir in derselben Straße mal ein Gesundheitszentrum  gesehen haben, bin ich dort auch
nochmal hingefahren und hab dort nachgefragt. Die hatten leider keinen Zahnarzt, haben mich aber ans Krankenhaus
weiterverwiesen. Also bin ich ins Krankenhaus gefahren und hab dort nach einem Notfallzahnarzt gefragt. Die haben
mich wiederum in die Notaufnahme geschickt. Nachdem ich einmal komplett durchs ganze Krankenhaus gelaufen bin,
bin ich endlich in der Notaufnahme angekommen. Dort hat man mir gesagt, dass es keinen Notfallzahnarzt gibt.
Ich konnte weder essen noch trinken, weil der Nerv komplett freilag und mir konnte keiner helfen!!!! Die Frau
in der Notaufnahme hat mir allerdings eine Visitenkarte von einem guten und günstigen Zahnarzt gegeben. Allerdings
konnte man mir an dem Tag nicht mehr helfen, weil der Zahnarzt um 17:00 Uhr schließt (sehr arbeitnehmerfreundlich).
Ich sollte es aber am nächsten Morgen ab 08:00 Uhr telefonisch versuchen. Also bin ich wieder heimgefahren und hab
mir ein paar Kartoffeln "seeehr" weich gekocht und versucht, nur rechts zu kauen. Getrunken hab ich mit nach rechts
gelegtem Kopf, weil es höllisch gezogen hat, sobald etwas in den Zahn gelaufen ist. Ich bin fast durchgedreht. Am
nächsten Morgen hab ich zu Ben gesagt, dass ich abends keinen Zahnarzt mehr bekommen hab und dass ich um acht jemanden
anrufen werde, um einen Termin zu vereinbaren. Er hat mich doch tatsächlich gefragt, ob für den nächsten Tag in der
Mittagspause einen Termin machen könnte. Ich hab ihm daraufhin gesagt, dass ich weder essen noch trinken kann und dass ich höllische Schmerzen hab und eigentlich gerne so bald wie möglich einen Termin bekommen möchte. Daraufhin hat er
dann gesagt, dass ich es ok wäre. Verrückt! Um halb neun hab ich beim Zahnarzt angerufen und für 11:30 Uhr einen Termin
bekommen. Um kurz nach elf bin ich losgefahren (ich hab vorher auf der Karte geguckt, wo der Zahnarzt ist). Ich bin
auch gleich drangekommen und mir wurde eine neue Füllung verpasst. Amalgam - fand ich ja gar nicht gut, aber egal.
Ich hab 120$ bezahlt und mir für meine Versicherung eine Rechnung drucken lassen. Und um 12:00 Uhr hab ich wieder
auf der Leiter gestanden und Äpfel gepflückt. Da mein kompletter Mund noch taub war von der Betäubung, konnte ich auch in der Mittagspause nichts essen. Ich war wirklich fast am Verhungern! Ich hab zu Ben gesagt, dass er mir die halbe
Stunden einfach abziehen soll. Ich wollte dafür nicht bezahlt werden. Aber als donnerstags die Abrechnung kam, hab ich
gesehen, dass sie mir die halbe Stunde trotzdem bezahlt haben. Richtig essen kann ich immer noch nicht. Ich kaue
immer noch alles rechts, weil der Nerv immer noch wehtut, wenn ich kaue. Und wenn ich heißes oder eiskaltes trinke,
zieht sich auch noch alles zusammen, aber wenigstens kann ich überhaupt wieder essen. Ich lasse das sowieso in
Deutschland nochmal machen, weil ich auf keinen Fall Amalgam im Mund haben will.

Daniela und ich wollten (noch bevor Lena kam) nochmal einen Versuch ans Cape Kidnappers starten. Wir haben im Internet
nochmal nach den Tide-Times geguckt und uns für einen Sonntag entschieden. Samstag hatten wir einen halben Tag
gearbeitet, da wollten wir nicht mehr loslaufen. Wäre auch zu spät gworden, weil man 5 Stunden hin und zurück braucht.
Sonntags sind wir morgens aufgestanden und wieder auf den Parkplatz gefahren. Wir hatten schönes Wetter und sind
losgelaufen. Da man dort nur am Strand läuft, war es doch etwas anstrengender als wir gedacht haben. Wir haben für den
Hinweg 2 Stunden gebraucht. Dort angekommen, haben wir beschlossen, dass wir noch hoch auf den Berg zur Tölpel-Kolonie
klettern wollen. Das hat auch nochmal eine halbe Stunde gedauert. Wir waren fix und fertig als wir oben waren, aber
der Ausblick hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir haben noch eine Weile die Tölpel beobachtet und ein paar Fotos gemacht.
Dann haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht. Eigentlich hatten wir noch Badesachen dabei, weil Alisa meinte, dass
dort tolle Badestrände wären. Aber da waren weder tolle Strände noch konnte man irgendwo baden. Das war alles nur eine
Felslandschaft die ins Meer geführt hat. Also sind wir wieder zurückgelaufen. Für den Rückweg haben wir nochmal
2,5 Stunden gebraucht (der Reiseführer hatte also recht mit 5 Stunden - normalerweise glauben wir das nicht so recht).
Wir waren total fertig als wir wieder am Campingplatz waren. Dort haben wir uns im Kiosk erst mal ein Eis gekauft und
sind zurück zum Auto gelaufen. Mir haben sooooo die Füße wehgetan. Eigentlich liebe ich ja meine Salomon-Schuhe, aber
die sind schon so runtergelaufen. Ich hab dann beschlossen, nochmal richtige Wanderschuhe zu kaufen. Erstens sind
Outdoor-Sachen um einiges billiger als in Deutschland und zweitens wollen Daniela und ich im Januar noch den 8-stündigen
Tongariro-Cross über hügelige Vulkanlandschaft machen. Und 8 Stunden in den abgelaufenen Schuhen würde ich wahrscheinlich
nicht schaffen. Außerdem sind die Salomon-Schuhe ja auch keine richtigen knöchelhohen Wanderschuhe. Ich bin dann in der
Woche als unser erstes Gehalt kam zu Kathmandu gefahren und hab nach Wanderschuhen geguckt. Daniela hat mich gut beraten. Ich hab mir welche rausgesucht und auch gleich anprobiert. Ich hab auch gelernt, dass man Wanderschuhe immer eine Nummer größer kauft. Die Schuhe waren super! Und da bei Kathmandu gerade Sale war und die Schuhe von 350$ auf 175$ reduziert waren, hab ich sie gleich mitgenommen. Dann hab ich auch gleich noch Wandersocken (2 Paar von 40$ auf 20$) gekauft. Superschnäppchen! Da ich die Schuhe nicht erst zum Tongariro-Cross anziehen will, haben wir gesagt, dass
wir nochmal mit Lena ans Cape Kidnappers laufen, damit ich meine Schuhe einlaufen kann. Freu mich jetzt schon!

Nach unserer ersten Arbeitswoche (da war der Samstag noch frei) haben wir beschlossen, dass wir freitags mal in eine
Bar gehen wollen. Da wir vorher schon mal an der Cru-Bar vorbeigelaufen sind und im Fenster ein Plakat mit
Backpacker-Specials entdeckt haben, sind wir dort hingelaufen und haben nach dem Special gefragt. Wir mussten jeder
einen großen Krug Bier für 6$ kaufen (was hier in Neuseeland TOTAL billig ist für Alkohol) und haben ein Barbecue
bekommen. Also es wurde zumindest Barbecue genannt. Es gab Hackfleischbällchen (die ekelhaft waren), Würstchen
(schmecken in Neuseeland grundsätzlich nicht), ungetoastetes Toast und Krautsalat (der ausnahmsweise lecker war).
Aber für umsonst will man sich ja nicht beklagen... Da wir die einzigen Gäste waren, wollten wir eigentlich nach
dem Essen wieder gehen. Irgendwann gegen neun hat sich der Laden dann doch noch gefüllt und wir haben einen "Jug" Bier
nach dem anderen getrunken. Es wurde noch total lustig und wir haben jede Menge Leute kennengelernt.
Da wir als Backpacker noch an einem Gewinnspiel teilnehmen durften (da wir die einzigen Backpacker waren, hätte sowieso
einer von uns gewonnen), hat am Anfang jeder von uns ein Los mit einer Nummer bekommen. Um zwölf wurde eine Nummer
durch ein Mikro genannt und Lena hat einen 20$-Gutschein der Bar gewonnen. Den haben wir gleich in 4 Tequila umgewandelt.
Dann gab es noch einen Tanzwettbewerb, bei dem man noch einen Kurzen gewinnen konnte. Man musste einfach für ein komplettes Lied auf der Bühne tanzen und bekam einen Schnaps. Lena, Daniela und ich sind dann natürlich sofort auf die Bühne gegangen. Um 2 Uhr sind wir dann nach 7-stündigem Aufenthalt aus der Cru-Bar gegangen und wollten nochmal zu McDonalds gehen.
Dort bekommt man nachts aber nur noch durch den Drive-In was zu essen. Wir haben uns also alle vier als Auto hingestellt
und sind an den Schalter gelaufen. Dort sagte man uns, man bekommt nur was zu essen, wenn man im Auto sitzt. Wir könnten aber für 20$ ein Taxi um die Ecke mieten und durchfahren. Dann bekämen wir was. Wir haben uns total aufgeregt! Das würde ja bedeuten, dass man betrunken Auto fahren müsste, um nachts noch was zu essen zu bekommen. Andererseits machen sie hier in Neuseeland im Fernsehen ständig Werbung dafür, dass man nicht betrunken Auto fahren sollte (die Werbung gegen Alkohol ist hier total krass). Naja, das wars dann! Wir sind dann wieder heimgelaufen oder besser gesagt geschwankt und alle ins Bett gefallen.

Ich hab es auch mal geschafft, für 15 Tage mit dem Rauchen aufzuhören, aber nach den stressigen Tagen auf dem Orchard,
hab ich es nicht länger ausgehalten. Ich werde einen neuen Versuch starten. Irgendwann... Sogar in der Cru-Bar mit
Alkoholgenuss hab ich keine Zigarette geraucht. Also weiß ich ja, dass ichs schaffen kann!

Ansonsten haben wir nicht allzu viel gemacht. Wir waren meistens zu Hause und haben gestrickt und TV geguckt oder
gelesen. Wir haben von Liz (unsere Vermieterin) noch ein paar Terrassenmöbel bekommen und haben oft draußen gesessen
und UNO gespielt oder Weihnachtskarten geschrieben. Oder wir waren in Hastings zum Shoppen unterwegs. Zumindest
vor der Arbeit als das Wetter noch schön war. Seit wir mit arbeiten angefangen haben, regnet es hier nur noch.
Wir arbeiten mittlerweile 6 Tage die Woche und 10 Stunden am Tag. Und es ist alles andere als lustig, 10 Stunden
bei Regen draußen im freien zu arbeiten und auch noch in den nassen Bäumen rumzuklettern. Da helfen nicht mal
Regenkleidung. Die sind nach spätestens einer Stunde durchweicht. Aber da wir nur noch bis nächsten Donnerstag arbeiten müssen, haben wir es ja bald geschafft. Und wenn ich nach der Arbeit und dem 10-stündigen Leiter hoch- und runterklettern keinen Knackarsch hab, dann weiß ich auch nicht......

So, das wars fürs Erste. Ich hoffe, dass ich für den nächsten Bericht nicht so lange brauche.

Ich wünsch euch allen gaaaaaanz schöne Weihnachten!


Bis bald!


Eure Anni

 

 

3 Kommentare 17.12.11 07:35, kommentieren

Wwoofing

So! Wird mal wieder Zeit für einen neuen Eintrag! Es ist schon wieder eine Weile her. Ist ja nicht so, dass ich keine Zeit hätte, aber die Lust hat mir einfach gefehlt und je länger ich es rauszögere, umso mehr passiert und umso mehr muss ich schreiben. Dann mal los... Mittwochs bin ich gegen 16:00 Uhr bei der Familie Everton in Masterton angekommen. Aoife hat die Tür geöffnet und gleich gesagt "Gut, dass du da bist! Ich muss die Kälbchen füttern. Du kannst gleich auf die Kids aufpassen." Und schon war sie verschwunden. Und ich stand mit der 2-jährigen Ruby und der 10 Monate alten Lelia da. Am Anfang waren sie ganz brav und ich dachte noch, dass es einfach wird. Ruby ist durchs Wohnzimmer gesprungen, ist gestolpert und hingefallen. Es sah wirklich total harmlos aus, aber wie das bei Kindern ist, hat sie nach ihrer Mutter gebrüllt. Da man ja nicht hingehen soll und die Kinder bemuttern soll, hab ich sie ignoriert und gesagt, dass es gar nicht so schlimm war. Aber da sie mich ja überhaupt nicht gekannt hat, hat das auch nicht funktioniert und sie hat noch mehr gebrüllt. Irgendwann ging die Wohnzimmertür auf und Lyndon stand im Bademantel da (ich wusste nicht, dass er da war, aber er war krank und deshalb daheim). Er hat mich nur böse angeguckt ohne was zu sagen. Ich hab mich dann vorgestellt und er hat mich nur gefragt, ob ich babysitten müsste. Als ich dann ja gesagt hab, hat er Ruby mit ins Bett genommen. Keine Begrüßung, kein vorstellen, gar nix. Ich hätte mich am liebsten wieder ins Auto gesetzt und wär weggefahren. Aber ich hatte ja die kleine Lelia auf dem Arm. Als Aoife wieder da war, hat sie mir alles gezeigt (mein eigenes Zimmer mit Heizdecke!) und ich durfte auch gleich das ganze Haus staubsaugen (musste mir ja mein Abendessen verdienen). Abends sind wir in den Stall und ich durfte das kleine Waisenlamm Rocket füttern. Der war sooooo süß! Total zutraulich und verspielt. Leider ist Rocket an meinem dritten Tag auf der Farm gestorben. Am Abend vorher hab ich ihn noch mit der Milchflasche gefüttert und er war qicklebendig. Lyndon hat mir aber erzählt, dass nur ganz wenige Waisenlämmchen ohne ihre Mama überleben. Meine Arbeitszeiten sollten von ein oder zwei Uhr mittags bis abends sechs oder sieben Uhr sein. Morgens hatte ich also einen halben Tag frei. Ich bin öfter mal in die Stadt gefahren und im Park spazieren gegangen oder hab die Shopping-Street unsicher gemacht. Nachmittags hab ich dann immer irgendwelche Arbeiten erledigt. Blätter zusammenrechen, Rasen mähen, Zaun streichen, Kälbchen füttern, Ställe ausmisten, Goaty (die Haustier-Ziege) auf ein anderes Feld bringen oder mit Wasser versorgen, auf die Kids aufpassen, Muc (Riesenlabrador) oder Delilah (Katze) füttern, Schafe auf eine andere Weide treiben (ist sooo anstrengend, man ist nur am Rennen), Zaun streichen, die Kids baden, staubsaugen, putzen, Hühner füttern, Gemüsegarten bewässern, Müll rausbringen..... Also ich hatte einiges zu tun und war froh, abends im Bett zu liegen. Aber die Arbeit hat total Spaß gemacht! Sonntags wollte die Familie einen Tagesausflug nach Wellington in den Zoo machen und ich sollte mich um die Tiere kümmern. Abends hat Aoife dann angerufen und gesagt, dass sie erst am nächsten Morgen wieder heimkommen, weil sie sich den Zeh schon wieder gebrochen hat und sie noch im Krankenhaus sind. Ich hab dann noch ein paar Anweisungen befolgt und mir dann einen schönen ruhigen Abend gemacht (ohne Kindergeschrei). Am nächsten Morgen sind sie heimgekommen und Aoife konnte kaum laufen. Ja, das wars dann für mich mit dem halben Tag frei. Aoife meinte zwar, ich soll mir keine Gedanken machen, aber ich wollte nicht draußen in der Sonne meinen halben freien Tag genießen während sie sich mit einem gebrochenen Zeh und zwei Kindern im Schlepptau den ganzen Tag abrackert. Da hat sich dann doch mein schlechtes Gewissen gemeldet. Ich hab dann jeden Tag von zehn oder elf bis abends gearbeitet. Hat mir nicht so viel ausgemacht und Aoife hatte ein bißchen mehr Hilfe. An meinem letzten Wochenende auf der Farm wollte die Familie eigentlich Urlaub in Wellington machen (Urlaub übers Wochenende!) Aoife hat mir eine Liste geschrieben, wann ich was machen soll. Ich sollte also house-animal-sitter machen. Ich bin nochmal mit Aoife in die Stadt gefahren, weil sie noch einiges erledigen wollte und ich sollte immer im Auto auf die Kinder aufpassen. Zu Hause waren die Koffer schon gepackt und es sollte abends noch losgehen. Auf dem Rückweg von Masterton hat Lyndon bei Aoife auf dem Handy angerufen und gesagt, dass es leider nichts mit dem Urlaub wird, weil er auf irgendeiner Show Jurymitglied sein sollte. Er sollte Vieh (was irgendwann mal Fleisch werden sollte) bewerten. Lyndon ist selbstständig und hat seine eigene Schlachterei. Aoife war natürlich total enttäuscht und meinte, dass ihm das wohl wichtiger ist, als ein Urlaub mit der Familie. Ich würde das nicht als Urlaub bezeichnen, aber da Lyndon selbstständig ist, kann er sich keinen Urlaub von 2 oder 3 Wochen erlauben (sagt Aoife zumindest). Lyndons Bruder (die beiden führen die Schlachterei zusammen) ist aber das Gegenteil von Lyndon. Er macht ständig mit seiner Familie Urlaub. Also gehts ja doch! Aoife tut mir total leid! Ist ja nicht so, dass sie den ganzen Tag nur daheim rumsitzt und nichts macht. Sie ist den ganzen Tag mit den Kindern und der Farm beschäftigt und hätte den "Urlaub" bzw. das Wochenende wirklich verdient. Das hab ich ihr auch gesagt. Ich glaube, sie ist total unglücklich in ihrer Ehe. Hab sie auch ein paar mal erwischt, wenn sie total verheult aus dem Bad kam. Einmal hab ich sie gefragt, ob alles in Ordnung ist, aber in dem Moment kam Lyndon in die Küche und sie ist total erschrocken und meinte nur, dass ihr Zeh so wehtut. An meinem letzten Tag hat ihre Mutter angerufen und die beiden haben stundenlang telefoniert. Nach dem Telefonat ist sie heulend im Bad verschwunden und als sie wieder rauskam, hat sie mich gefragt, ob ich finde, dass Lyndon zu viel arbeitet. Ich hab ihr dann gesagt, dass ich seine Arbeitszeiten eigentlich in Ordnung finde (er kam abends so gegen fünf heim und sonntags hat er auch nicht gearbeitet), aber dass ich nicht verstehe, warum er nie Urlaub machen kann. Sein Bruder macht das ja auch und die beiden haben die gleiche Position in deren Firma. Daraufhin hat sie nichts mehr gesagt. Ich weiß nicht, ob ich mir das nur eingebildet hab, aber ich finde auch, dass die beiden sehr distanziert gewirkt haben. Irgendwie nicht, wie ein Ehepaar. Ich weiß ja nicht, wie das bei den Neuseeländern so ist. Sie haben sich zwar öfter mal geküsst und sagen immer "Honey" zum anderen, aber die Gespräche zwischen den beiden waren irgendwie komisch. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass Aoife ein bißchen Angst vor Lyndon hat. Ich hab auch öfter mal den Satz gesagt bekommen "Sag das bitte nicht Lyndon". Da die Stimmung dort nicht so gut war, hab ich mich auch nicht besonders wohl gefühlt auf der Farm. Die Arbeit hat total Spaß gemacht und mit Aoife hab ich mich sehr gut verstanden. Aber es war trotzdem immer komisch. Am Anfang dachte ich, dass es daran liegt, dass man einfach in den Alltag einer fremden Familie einbricht (was ja immer komisch ist), aber selbst nach 2 Wochen hat sich mein Gefühl nicht geändert. Mit meinem Englisch bin ich ganz gut klar gekommen. Zumindest bei Aoife. Lyndon hab ich fast gar nicht verstanden. Aoife ist ursprünglich aus Irland (und die haben normalerweise einen ganz schlimmen Dialekt), aber ich hab sie besser verstanden als den Kiwi Lyndon. Ich hatte immer Angst, wenn er mich angesprochen hat. Ich habe so oft nochmal nachgefragt und nachdem er es fünf mal wiederholt hat, hab ich immer noch nichts verstanden. Einmal war Aoife den ganzen Tag im Bett, weil Ruby die Nacht krank war und sie die ganze Nacht nicht geschlafen hat. Lyndon hat dann Abendessen gemacht und irgendwann kam er dann in mein Zimmer und hat irgendwas gesagt. Da ich ihn nicht verstanden hab und mir das zu peinlich war, nochmal nachzufragen, bin ich dann einfach mit ihm in die Küche gekommen. Ich dachte mir, ich finde schon raus, was er von mir wollte. In der Küche hat er dann Tomaten aus der Schüssel genommen. Ich dachte, vielleicht soll ich Tomaten schneiden und hab mich ans Brett gestellt und das Messer in die Hand genommen. Er hat mich angeguckt, als wär ich ein Geist. Nach mehrmaliger Wiederholung seines Satzes hab ich verstanden, was ich eigentlich machen sollte. Ich sollte Salat aus dem Garten holen.... Soooooo peinlich!!!! Naja, ich hab ihn ja nicht so oft gesehen. Einmal haben wir alle samstags einen Ausflug zu der Show gemacht, bei der Lyndon Jurymitglied sein sollte. War total interessant, so was mal zu sehen. Da waren überall Stände aufgebaut (im Schlamm - jeder hatte Gummistiefel an), in einer Riesenhalle waren ganz viele Schafe, Kälber, Kühe, Pferde und Riesenschweine ausgestellt. Es gab eine Vorführung für Kinder und ein Wettbewerb im Schafe scheren. An einer anderen Ecke gab es einen Wettbewerb für Männer im Holzhacken und Bäume zersägen. War mal was ganz anderes. In einer Ecke gab es ganz viele Fahrgeschäfte für Kinder. Lyndon ist mit Ruby in einer Mini-Eisenbahn mitgefahren und ich hatte Lelia die ganze Zeit auf dem Arm (die endlich mal nicht geschrien hat, wenn sie nicht bei ihrer Mutter war). Also im Großen und Ganzen waren die 2 Wochen nicht schlecht. Vor allem hab ich zwei Wochen lang kein Geld für Übernachtungen oder Lebensmittel ausgegeben. Aoife kocht seeeeehr gut! Es gab zwar jeden Tag Kartoffeln und die hängen mir mittlerweile zum Hals raus, aber es hat immer geschmeckt. Es gab vor allem mal was ganz anderes als in Deutschland. Viele Sachen hab ich vorher gar nicht gekannt, waren aber total lecker! Eine Erzfeindin hatte ich auch in den 2 Wochen. Als ich dort angekommen bin, mussten immer alle 6 Kälbchen (Mädchen - die Jungs durften schon auf die Weide) mit Milch gefüttert werden. War immer eine Hektik, weil man die Kälbchen immer sofort zurück in den Stall bringen musste, sobald sie ausgetrunken haben. War schwierig, wenn 2 gleichzeitig fertig waren. Alle Kälbchen waren komplett schwarz bis auf eine, die eine weiße Schwanzspitze hatte. Das war die Langsamste. Wir haben sie immer vor den anderen schon trinken lassen, damit sie einen Vorsprung hat. Nach einer Woche hat Aoife beschlossen, dass nur noch die 2 kleinsten gefüttert werden. Das hat den anderen 4 gar nicht gepasst. Vor allem nicht der Anführerin mit der weißen Schwanzspitze (ich nenne sie immer Evil-Girl). Wir hatten die zwei Kleinen dann immer von den anderen vier getrennt, damit es einfacher ist sie zu füttern. Aber ich musste immer mit der Milch über das Feld, wo die vier Großen waren. Ich hab mich dann immer beeilt, in den Stall zu kommen, wo gefüttert wird, weil die die Milch immer schon gerochen haben. Wenn die zwei Kleinen dann in dem Stall gefüttert wurden, war draußen die Hölle los. Die anderen vier haben total randaliert und nur gemuht. Wenn ich fertig war, musste ich immer draußen, wo die vier waren, den Eimer und die künstlichen Euter am Wasserhahn sauber machen. Da sind die anderen immer auf mich losgegangen und wollten an den Eutern saugen. Ich hatte Mühe die Dinger sauberzumachen mit vier Kälbern um mich rum. Evil-Girl hat mich dann immer mit dem Kopf gerammt. Wenn ich dann fertig war, wollte ich zurück zum Haus und wurde jeden Tag von Evil-Girl verfolgt (wusste nicht, dass Kälber so schnell sind). Ich bin immer ein paar Meter Richtung Haus gerannt und wenn sie mich fast eingeholt hat, hab ich mich rumgedreht und geschrien. Da kriegen sie Angst. Dann bin ich wieder ein paar Meter gerannt und musste mich wieder umdrehen und schreien, weil sie mich wieder verfolgt hat. Das ging immer ein paar Mal bis ich am Tor zum Haus war. Jeden Tag! Ich will gar nicht wissen, was sie gemacht hätte, wenn ich einfach nur stehen geblieben wäre. Sie hätte mich bestimmt voll umgerannt. Eifersüchtige Kuh! Wenn man einfach so auf der Weide war, haben sie einen ignoriert. Das war immer nur bei der Fütterung. Einmal bin ich abends nochmal in den Hühnerstall und hab die Eier eingesammelt, da standen wieder alle vier um mich rum. Evil-Girl kam zu mir und hat an meiner Hand geschnuppert. Ich hab sie daraufhin gefragt, ob wir wieder Freunde sind, da ist sie drei Schritte rückwärts gegangen, hat Anlauf genommen und mich so umgerannt, dass ich auf dem Hintern gelandet bin. So schnell konnte ich gar nicht gucken. Miststück! Dann hat sie sich rumgedreht und ist weggegangen. Ich bin mir vorgekommen wie im falschen Film. So was hab ich noch nicht erlebt. Ich hab dann zugesehen, dass ich wieder zum Haus komme. Ich war so geschockt. Ich weiß nicht, was ich ihr gemacht hab. Als Aoife heimgekommen ist, hab ich ihr das erzählt und sie hat die vier dann auf eine andere Weide gebracht und die zwei kleinen dann auf diese Weide, weil es einfacher war mit der Fütterung. In meinen letzten 3 Tagen auf der Farm sollte ich den Zaun streichen. Das hat total Spaß gemacht und war wirklich entspannend. Hätte ich nicht gedacht. Als ich die Seite, die zum Haus zeigt, streichen musste, war noch alles ok. Dann musste ich die andere Seite streichen, die zur Weide führt, auf der die vier Kälber waren. Also war ich wieder im Teritorium von Evil-Girl. Sie hat sich natürlich auch ganz nah bei mir auf die Wiese gelegt. Ich konnte mich gar nicht aufs Streichen konzentrieren, weil sie immer näher kam. Aber sie hat mich in Ruhe gelassen. Ich hatte dummerweise das Tor vom Gemüsegarten zu der Weide wo die zwei kleinen Kälbchen waren, offengelassen. Da ich so mit Streichen beschäftigt war, hab ich nicht gemerkt wie die zwei in den Garten gelaufen sind. Ich habs auf einmal nur muhen gehört und gesehen, dass sie im Gemüse rumgetrampelt sind. Da ich auf der anderen Seite vom Zaun war, musste ich losrennen. Ich bin komplett einmal außen rumgerannt und hab versucht, die Kälber wieder auf die Weide zu treiben. Gar nicht so einfach, wenn beide in unterschiedliche Richtungen rennen.... Also ich hab einiges erlebt bei meinem Aufenthalt und ich war froh, als ich Daniela dann angerufen hat und gesagt hat, dass Alisa und sie eine supertolle Wohnung für uns drei gefunden haben und dass die Arbeit auf dem Orchard bald losgeht. Mittwochs bin ich dann morgens nach einem schönen Abschied von Ruby, Lelia und Aoife (Lyndon hat sich schon am Abend vorher verabschiedet, weil er am nächsten Morgen früh rausmusste) nach Hastings gefahren. Auch wenn die beiden Mäuse zuckersüß waren, hat sich mein Kinderwunsch um mehrere Jahre nach hinten verschoben. So, da ich nicht so ganz mit dem Schreiben hinterherkomme, stell ich schon mal diesen Teil ins Internet. Alles weitere folgt..... Liebe Grüße aus Neuseeland Eure Anni P.S. Sorry, wenn dieser Eintrag ein wenig durcheinander geraten ist, aber ich kann mich nicht mehr an die genaue Reihenfolge erinnern.

2 Kommentare 18.11.11 04:59, kommentieren