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Ich hoffe, dass ich noch alles zusammen bekomme. Ist zwar noch nicht sooo lange her seit meinem letzten Blogeintrag, aber ich hab so viel erlebt, dass ich bestimmt ein paar Seiten zusammenbekomme.


Nach einer 6-stündigen Busfahrt bin ich mittags um eins in Noosa angekommen. Noch an der Bushaltestelle hat mich ein Mädel aus Norwegen (die mit mir im Bus saß angesprochen und gefragt, in welchem Hostel ich wohne. Ich hab ihr dann gesagt, dass ich im Nomads Noosa wohne und sie hat zufällig auch dort gebucht. Wir sind dann zusammen losgelaufen und haben das Hostel gesucht. Nach einer kurzen Strecke Gepäck schleppen, haben wir auch schon das Hostelschild gesehen. Nachdem wir eingecheckt haben, haben wir uns für abends wieder verabredet. Den restlichen Tag hab ich bei heißem Wetter im Hostel am Pool verbracht.

Abends hab ich mich mit Martine wieder getroffen und wir sind in die Hostelbar gegangen, weil es dort ein Angebot für kostenloses Essen gab, wenn man einen Jug Bier bestellt. Nachdem wir beide jeweils einen Liter Bier getrunken haben, wurden wir redselig und haben stundenlang gequatscht. Tat mal richtig gut, sich mit jemandem so lange auf Englisch zu unterhalten und ich muss zugeben, dass mein Englisch um einiges besser ist, wenn ich Alkohol getrunken hab. Irgendwann kam ein Typ und meinte, wir dürften nicht mehr draußen sitzen und wir sollten doch bitte reingehen. Wir haben uns in die Bar gesetzt und uns dort weiter unterhalten. Da die Musik total laut war und ich am nächsten Morgen ganz früh rausmusste, sind wir dann auch bald ins Bett gegangen, haben uns aber für den nächsten Abend wieder verabredet.

Morgens um sechs hat dann mein Wecker geklingelt und ich musste aufstehen. Ein Nachteil bei dem vielen Reisen ist, dass man nie ausschlafen kann. Um 06:45 Uhr hat mich der Adventure-Tour Bus für meinen Tagesausflug nach Fraser Island abgeholt. Nachdem wir ein paar Stops eingelegt haben, um die Leute für die Tour einzusammeln (hauptsächlich Familien mit Kindern), hat mich der Fahrer gefragt, ob ich nicht vorne sitzen möchte. Da hab ich nicht nein gesagt, weil man von vorne durch die riesige Frontscheibe natürlich den besten Ausblick hatte. Nachdem ich nach vorne umgezogen bin, gings weiter. Wir sind erst eine Weile gefahren und haben dann einen Frühstücksstopp eingelegt. Nachdem wir alle Kaffee, Tee, Orangensaft und Kuchen bekommen haben, gings weiter zum Rainbow Beach von wo aus wir mit der Fähre auf Fraser Island gefahren sind. Auf dem Weg dorthin sind wir durch verschiedene Landschaften gefahren und da ich ganz vorne saß und so einen tollen Ausblick hatte, hatte ich auch das Glück, die Tierwelt besser zu sehen. In einer Kurve saß im Sand eine große (vielleicht 30cm) Echse, die aber leider im Gebüsch verschwunden ist, als wir vorbeigefahren sind. Und ein paar Minuten später ist uns ein Wallaby (kleines Känguru) über den Weg gehopelt. Leider konnte ich keine Fotos machen, weil alle Tiere immer so schnell verschwunden sind. Als wir auf Fraser Island angekommen sind, hab ich auch verstanden, warum der Bus so extrem hoch und abenteuermäßig aussieht. Wir sind mit dem Bus eine Weile am Strand entlanggefahren und irgendwann ins Landesinnere abgebogen. Die kompletten Straßen auf Fraser Island bestehen nur aus Sand, aber nicht aus plattgefahrenem Sand sondern aus weichem, bergigem Sand. Die Fahrt war total holprig und schlimmer als Achterbahn fahren. Nach einer weiteren holprigen langen Fahrt sind wir dann im Regenwald angekommen. Dort sind wir eine Weile rumgelaufen und der Guide hat uns etwas über den Regenwald und die verschiedenen Bäume erklärt. Da ich ständig nach Spinnen geguckt hab, konnte ich mich nicht wirklich konzentrieren. Nachdem wir wieder am Bus waren, sind wir weiter zum Lake McKenzie gefahren. Dort durften wir uns eine Stunde aufhalten und schwimmen gehen und sollten dann wieder oben bei der BBQ-Stelle sein um zu Mittag zu essen. Das war das erste Mal in Australien, dass ich türkisfarbenes Wasser gesehen hab. Der See und die Landschaft waren total schön. Eigentlich hatte ich mein Buch mitgenommen, dass ich am See ein bisschen lesen kann, aber ich war so mit der Landschaft beschäftigt, dass ich das Buch gar nicht gebraucht hab. Nach einer Stunde bin ich dann hoch zur BBQ-Stelle gelaufen und dort gab es dann Lunch. Es gab Steaks, Fisch und Salate. War total lecker! Der Fahrer hat uns vorher schon gewarnt und erklärt, wie wir uns verhalten sollen, wenn wir Krokodile oder Dingos (wilde Tiere, die aussehen wie Hunde) sehen. Andere Tiere wie Kängurus gibt es auf Fraser Island nicht. Ich wollte unbedingt Dingos sehen, den Krokodilen wollte ich nicht unbedingt in freier Natur ohne Zaun drumrum über den Weg laufen. Nach dem Lunch hatte ich die Hoffnung schon fast aufgegeben, dass ich überhaupt irgendein Tier sehe. Als wir schon alle auf dem Weg zum Bus waren, um uns auf dem Heimweg zu machen, ist uns doch tatsächlich ein Dingo über den Weg gelaufen. Die sind total süß und sehen wirklich aus wie Hunde. Man möchte sie am liebsten knuddeln. Aber der Guide hat uns erklärt, dass Dingos gefährlich werden können. Man soll ihnen aus dem Weg gehen und am besten in der Gruppe eng beieinander bleiben. Nachdem jeder etliche Fotos von dem Dingo geschossen hat, sind wir wieder in den Bus gestiegen und haben uns auf den Rückweg gemacht. Zwischendurch mussten wir mal anhalten, weil ein Auto (man kann auch privat mit dem Auto auf die Insel fahren, wird aber nicht empfohlen wegen der sandigen Strecken) im Sand stecken geblieben ist und den ganzen Verkehr aufgehalten hat. Nachdem ein paar Helfer das Auto befreit haben, gings auch schon weiter. Auf dem Rückweg hab ich ein paar anderen Leuten den Platz vorne angeboten. Ich muss ja nicht beide Strecken mit toller Aussicht genießen. Zurück auf dem Festland haben wir noch einen Zwischenstopp an einem Strand eingelegt und gegen sieben war ich endlich wieder im Hostel. Der Ausflug war total schön, aber ich hab mir unter dem „hochgelobten“ Fraser Island doch mehr vorgestellt. Da jeder so davon geschwärmt hat, waren meine Erwartungen vielleicht auch einfach zu hoch. Im Hostel ist mir auch gleich Martine über den Weg gelaufen. Sie meinte, dass sie noch mit ihrer Familie skypen will und wir uns danach ja wieder treffen können. Ich hab sie an dem Abend leider nicht mehr gesehen, weil ich so fertig war, dass ich um neun ins Bett gefallen bin. Wirklich schlafen konnte ich leider auch nicht in einem 16-Bett-Zimmer mit lauter betrunkenen Kerlen und schnatternden Weibern.

Am nächsten Tag gings mir wieder total schlecht wegen Schlafmangel und eiskalter Klimaanlage im Zimmer. Ich wollte einen ruhigen Tag einlegen und mal durch Noosa laufen und an den Strand gehen. Ich hab den Vormittag im Hostel verbracht und bin dann mittags (eigentlich total doof bei sengender Hitze) losgelaufen. Ich bin zuerst in die berühmte Hastings Street gelaufen. Eine Shopping- und Fressmeile und bin da durchgelaufen und danach bin ich noch ein bisschen am Strand entlang gelaufen. Dort war bei dem Wetter natürlich die Hölle los. Da es mir zu heiß war (dort gab es keine einzige schattige Stelle) und es mir sowieso nicht gut ging, bin ich wieder zurück ins Hostel gelaufen und hab mich dort in den Schatten gesetzt und gelesen. Abends hab ich Martine wieder getroffen, die mich morgens um acht gesucht hat, um mich zu fragen, ob ich mit an den Strand will. Aber um acht war ich noch im Tiefschlaf. Der erste Tag seit langem, wo ich mal ausschlafen konnte. Wir haben uns dann noch ein bisschen zusammengesetzt und sind dann ins Bett gegangen. Sie musste morgens früh raus, weil ihr Bus schon um halb neun ging und ich musste am nächsten Tag auch auschecken und noch meine Sachen für die Segeltour packen. Im Zimmer hab ich dann alles für 2 Tage/2 Nächte segeln gepackt und bin dann ins Bett. Am nächsten Morgen bin ich extra früh aufgestanden, um mich von Martine zu verabschieden und hab in Ruhe gefrühstückt und um 10:00 Uhr ausgecheckt. Da mein Bus erst abends um 17:10 Uhr ging, hab ich mein Gepäck im Hostel gelassen und bin dann nochmal in der Stadt rumgelaufen. Da Noosa nicht sehr groß ist, wurde das auch irgendwann langweilig und ich bin wieder ins Hostel gegangen und hab den restlichen Tag mit Lesen und Blog schreiben verbracht. Eigentlich tat es mal gut, ein paar ruhigere Tage zu haben, aber irgendwie wird mir immer doch schnell langweilig, wenn ich nur rum sitze.

Gegen halb fünf hab ich dann mein Gepäck geholt und bin zur Bushaltestelle gelaufen. Eigentlich hat das Hostel einen kostenlosen Shuttle-Service, aber die Bushaltestelle war nicht so weit und ich war mittlerweile gewohnt, mein Gepäck zu schleppen. Und die Bewegung tat auch gut, da ich ja dann wieder stundenlang im Bus sitzen musste.

Um kurz nach fünf kam der Bus und ich hab es mir für die 16-stundenlange Fahrt einigermaßen gemütlich gemacht. Soweit das eben geht, wenn der komplette Bus voll ist und man kaum Platz hat, um sich auszustrecken. Die Fahrt war die Hölle. Ich hab wieder kaum geschlafen und mir taten die Beine, der Nacken und der Rücken total weh. Morgens um kurz nach neun bin ich dann endlich in Airlie Beach angekommen. Da ich dort kein Hostel gebucht hatte, da es an dem Tag noch aufs Segelboot ging, hab ich das Office meiner Touragentur gesucht und konnte zum Glück auch gleich einchecken und mir wurde erklärt, wo ich wann sein soll. Ich hab vom Peterpans Office in Sydney (wo ich meine komplette Tour gebucht hab) einen Voucher bekommen, um mein Gepäck während meiner Segeltour dort kostenlos lagern konnte. Ich bin dann zum Peterpans Office gelaufen, konnte aber leider erst um 10:00 Uhr mein Gepäck lagern (da gibt es tatsächlich Uhrzeiten, wann eine Tür aufgeschlossen wird). Da es erst halb zehn war, hab ich dort noch für eine halbe Stunde das kostenlose Internet genutzt und um zehn mein Gepäck (bis auch meine Segeltasche) abgegeben. Da ich erst mittags um eins am Hafen sein musste, hab ich mich ein bisschen in Airlie Beach umgeschaut und hab mich danach ein bisschen ans Meer gesetzt. Da ich aber nach zehn Minuten komplett nass geschwitzt war, bin ich dann doch besser wieder rum gelaufen. Direkt am Meer war ein kleiner Markt, über den ich gelaufen bin und danach hab ich mich wieder in den Schatten gesetzt. Die Hitze war echt unerträglich. Ich weiß, in Neuseeland hab ich mich beschwert, weil ich gar keinen Sommer hatte, aber zu heiß ist auch nicht gerade angenehm. Nachdem ich mich auf einer öffentlichen Toilette umgezogen hab (so wenig Kleidung wie möglich), gings dann schon besser. Gegen halb zwölf hab ich mich dann auf den Weg zum Hafen gemacht. Die Strecke ging direkt am Meer entlang (leider in der prallen Mittagshitze). Auf dem Weg dorthin ist mir noch einer meiner 5$-Flipflops kaputt gegangen und ich hab noch einen Laden gefunden, in dem ich mir noch schnell neue Flipflops kaufen konnte. Leider gibt es in Australien keine 5$-Warehouse-Flipflops und ich musste doch etwas mehr Geld hinlegen. Aber dafür sollten sie nicht so schnell kaputt gehen. Die anderen Flipflops hab ich in den Müll geworfen und bin weiter zum Hafen gelaufen. Nach 30 Minuten in der Hitze bin ich endlich angekommen. Dort hab ich am Treffpunkt gewartet bis es endlich losgeht. Ich war schon total aufgeregt, weil ich noch nie segeln war. Langsam haben sie die ganzen Leute am Treffpunkt versammelt und man konnte schon mal gucken, mit wem man die nächsten Tage verbringt. Es waren ausschließlich junge Leute.


So, erst mal bis hierhin, damit ihr schon mal was zu lesen habt. Aber da kommt noch viiiiiieeeeeel mehr.


Bis dahin


Eure Anni

2 Kommentare 22.4.12 14:08, kommentieren

Australien

Nach ungefähr 3 ½ Stunden Flug bin ich dann endlich in Sydney gelandet. In Neuseeland musste ich für 10$ noch ein Visum beantragen (ich dachte, dass man bis zu 3 Monate ohne Visum in Australien bleiben kann), das niemand sehen wollte. Weder in Neuseeland noch in Australien am Flughafen. Keine Ahnung, was das sollte.

In Sydney hab ich dann erst mal mein Gepäck abgeholt und hab als erstes an einem Exchange-Schalter mein Geld gewechselt und mir eine große Flasche Wasser gekauft. Im Flugzeug gab es nichts zu essen und die Crew ist nur einmal mit Getränken rumgelaufen. Ich war am Verdursten, aber wenigstens war der Flug billig.

Danach bin ich an einen Info-Schalter und hab gefragt, was die günstigste Möglichkeit ist, um in mein Hostel zu kommen. Der Typ am Schalter meinte dann, das es einen kostenlosen Shuttle-Service zum Hostel gibt und hat mir gezeigt, wo der abfährt. Ich hab mich dann dort hingestellt und gewartet. Da stand schon ein Mädchen und hat auch auf den Shuttle-Bus gewartet. Wir sind ins Gespräch gekommen und nach bestimmt 10 Minuten, in denen wir uns auf Englisch unterhalten haben, haben wir festgestellt, dass wir beide aus Deutschland kommen. Was für ein Zufall! Die erste Person, mit der ich mich in Australien unterhalte, kommt natürlich aus Deutschland. Man hat ihr aber nicht angehört, dass sie aus Deutschland kommt. Ich hab sie dann gefragt, warum ihr Englisch so gut ist und sie meinte, dass sie die letzten 2 Jahre in Irland gearbeitet hat. Vielleicht sollte ich das auch machen. Nein, war nur ein Spaß! Ich will ja nicht, dass bestimmte Leute, die das lesen, einen Schock bekommen. Gell, Mama!

Naja, auf jeden Fall hat mein Vorhaben, Deutschen in Australien aus dem Weg zu gehen, schon in den ersten Minuten versagt. Jane, das deutsche Mädel, war aber total nett und wir haben uns ewig unterhalten. Irgendwann kam dann der Shuttle-Bus und wir wurden in den jeweiligen Hostels verteilt.

Im Nomads Westend Backpackers angekommen, konnte ich zum Glück gleich ins Zimmer. Ich hab meine Sachen aufs Bett geschmissen und hab erst mal die Gegend um das Hostel rum erkundet. Also Sydney ist zwar eine tolle Stadt, aber auch total dreckig. In Neuseeland stehen alle 10 Meter Mülleimer und den ganzen Tag laufen Leute rum, die den Müll aufsammeln. In Sydney steht alle paar Kilometer mal ein Mülleimer und dementsprechend sieht es auch aus. Das Hostel, das ich gebucht hab, ist in Chinatown also nicht wirklich der schönste Punkt in Sydney. Aber es war das günstigste Hostel, das ich finden konnte. In Sydney leben sogar noch mehr Asiaten als in Auckland und fast jedes Geschäft hat unter dem Logo noch die asiatische Übersetzung stehen.

Nachdem ich ein paar Stunden durch Sydney gelaufen bin, war ich so müde, dass ich schon total früh ins Bett gegangen bin. Vorher hab ich mir in der Horror-Küche noch eine Suppe gemacht, die ich allerdings in der Mikrowelle gekocht hab, weil einfach alles soooooo ekelhaft war. Ich versteh nicht, warum manche Backpacker nicht einfach alles wieder sauber machen, was sie dreckig gemacht haben. Das war auch das erste und letzte Mal, dass ich diese Küche benutzt hab. Ich wär lieber verhungert, als irgendwas mit den dortigen Utensilien zu kochen. Bäh!

Am nächsten Morgen war ich schon um sieben Uhr morgens wach. Ich hab mich angezogen (endlich kurze Hose und Top!!!) und wollte endlich die Oper sehen. Ich hab mir im Hostel einen Stadtplan geholt und mich auf den Weg gemacht. Ich bin ein ganzes Stück gelaufen und irgendwann um eine Ecke gebogen. Mir ist echt die Luft weggeblieben, als die Oper endlich aufgetaucht ist. Das war so ein komisches Gefühl. Ich hätte am liebsten losgebrüllt vor lauter Freude. Ich muss ja ehrlich sagen, dass ich das alleine reisen wirklich genieße, aber in dem Moment hätte ich mir jemanden gewünscht, mit dem ich das Gefühl teilen kann. Ich glaub, ich hab sogar mit mir selbst geredet. Ich hab mich dann irgendwo gegenüber der Oper hingesetzt und bestimmt Millionen Fotos gemacht und einfach nur ans andere Ufer gestarrt und gegrinst. Und da Fotos machen, wenn man alleine ist, auch nicht so einfach ist, hab ich einfach irgendwelche Leute angesprochen, ob sie ein Foto von mir machen können, mit der Oper im Hintergrund.

Nachdem ich mich eine Weile dort aufgehalten hab, bin ich am Hafen entlang zur Oper hin gelaufen. Aus der Nähe sah es noch gigantischer aus. Ich glaub, ich hatte die ganze Zeit über ein dickes, fettes Grinsen im Gesicht. So schön es in Neuseeland auch war, aber dieses Gefühl hatte ich dort nicht. Liegt vielleicht auch daran, dass ich diese Oper in Sydney schon immer mal live sehen wollte. Nachdem ich dort eine Weile rumgelaufen bin, bin ich in den benachbarten „Royal Botanic Garden“ gelaufen. Dort war ich allerdings nicht wirklich lange. Ich hab ja seit ich in Australien angekommen bin nicht ein einziges Mal an irgendwelches Viehzeug gedacht. Und im Botanischen Garten ist mir doch prompt eine Riesenspinne ins Auge gesprungen. Sie hing in einem Baum in ihrem Netz und war bestimmt 10 Meter von mir entfernt. Aber da ich sie sogar aus dieser Entfernung sehen konnte, war sie für mich riesig. Die Spinne war höchstens sieben oder acht Zentimeter groß, also für australische Verhältnisse eine eher kleine Spinne, aber für mich wars eine Ausgeburt der Hölle. Ich hab sofort den nächsten Ausgang gesucht und bin wieder ins Stadtzentrum gelaufen. Mich hats den restlichen Tag überall gekribbelt und immer wenn der Wind ein paar Blätter über die Straße gefegt hat, hab ich gedacht, da läuft eine Riesenspinne hinter mit her. Ich weiß, dass ist total bekloppt, aber ich hab echt eine panische Angst vor den Biestern. Ich hab dann auch überall Ausschau gehalten, aber zum Glück keine mehr gesehen.

Ich hatte einen Tag vorher im Internet die Adresse für das Peterpans Office rausgesucht und bin dann dort bestimmt 1 ½ Stunden hin gelaufen. Peterpans ist eine Travel-Agentur für Backpacker. Die helfen dir beim Zusammenstellen deiner Touren und buchen alles für dich. Das hab ich von mehreren Backpackern empfohlen bekommen. Gegen zwölf bin ich dort angekommen und wurde gleich an den Tisch von Emma gesetzt. Ich hab ihr dann erklärt, wie viel (oder besser wie wenig) Zeit ich hab und was ich alles sehen will. Wir haben dann stundenlang einen Plan zusammengestellt und nachdem ich ihr mein Budget genannt hab (wir waren bereits 1500$ über meinem Budget), haben wir den Plan noch ein bisschen umgeworfen und billigere und kürzere Touren daraus gemacht. Als wir fertig waren, war ich trotzdem noch 1000$ über meinem Budget. Aber man ist ja nur einmal hier und deswegen wollte ich eigentlich alles sehen, was ich mir vorgenommen hab. Ich spare dann eben beim Essen. Im Moment ernähre ich mich von Äpfeln, Reiscrackern und Tütensuppen. Ist schön billig!

Nachdem der Plan feststand, hat Emma überall angerufen, um den Bus, den Flug, die Touren und die Übernachtungen zu buchen. Ich hab am Ende für alles zusammen 2414$ bezahlt. Weit über meinem Budget, aber immer noch günstig für das, was ich alles gebucht hab. Nach 6 Stunden hab ich ENDLICH das Peterpans Office mit sämtlichen Vouchern in der Hand und einer dicken Umarmung (die 5. an dem Tag) von Emma verlassen. Das war anstrengender als einen Tag durch Sydney zu laufen. Ich wollte dann nur noch zurück ins Hostel und nix mehr machen. Im Hostel angekommen bin ich in mein Zimmer und hab den ganzen Abend mit meinen Zimmergenossen gequatscht. Ich war mal ausnahmsweise die einzige Deutsche im Zimmer, was mal ganz angenehm war. Mit mir im Zimmer war Emma (schon wieder) aus England, Cassio und Davi aus Brasilien (ein schwules Pärchen – total süß, Oli aus England und ein Italiener, dessen Namen ich vergessen hab. Die waren alle total nett und nicht so abgedreht wie die meisten Backpacker. Wobei Emma und Oli jeden Abend weggegangen sind, um sich zu besaufen (Engländer halt). Emma kam meistens erst am nächsten morgen gegen elf wieder heim. Ich weiß nicht, warum sie die Übernachtung für das Hostel bezahlt.

Die beiden Brasilianer haben an dem Abend erzählt, dass sie gegen Mittag am Kino vorbei gelaufen sind und da war eine riesige Menschenmasse. Sie haben sich dann gefragt, was da ist und sind ins Kino reingegangen. Dort stand doch tatsächlich Hugh Grant und hat Autogramme gegeben und die Brasilianer standen keine 2 Meter von ihm entfernt. Und ich Schaf bin auch an dem Kino vorbeigelaufen und hab mich noch gewundert, warum da so viel los ist. Aber meine Neugier war nicht groß genug, um mich da durchzudrängeln. Wenn ich das gewusst hätte! Eigentlich mag ich Hugh Grant gar nicht, aber wenn man einen Promi aus nächster Nähe sehen kann, dann wär mir sogar David Hasselhoff ganz recht. Und den mag ich noch weniger.

Naja, da hab ich draus gelernt. Wenn ich das nächste Mal eine große Menschenmenge sehe, bin ich die Erste, die da hinstürmt. Aber ich kann immerhin sagen, dass ich ganz bei ihm in der Nähe war, auch ohne es zu wissen.

Ich bin also nach dem langen Gespräch früh ins Bett gegangen und am nächsten Morgen wieder genauso früh aufgewacht. Da ich einen anstrengenden Tag vor mir hatte, bin ich auch schon relativ früh losgelaufen. Als erstes bin ich zum Darling Harbour gelaufen. Das ist ein anderer Hafen, der total schön angelegt sein soll. Dort bin ich ein bisschen rumgelaufen und hab mir alles angeguckt. Danach bin ich zur Harbourside (wie eine Shopping-Mall) gelaufen und hab das Hard Rock Cafe entdeckt. Es war wirklich total schön da, aber nichts wo man sich länger aufhalten könnte. Danach bin ich nochmal ins Peterpans Office, weil ich noch eine kurze Frage hatte. Auf dem Rückweg zum Hostel bin ich von einem Typ angesprochen worden. Ein irischer Backpacker, der mittags um eins betrunken durch die Stadt gelaufen ist und mich mit zu sich nach Hause nehmen wollte. Ich hab fast 2 Stunden gebraucht, um ihn abzuschütteln. Irgendwann hat er dann wohl gemerkt, dass er bei mir nicht landen kann und hat sich ins erstbeste Taxi gesetzt und ist weggefahren. Wer ist denn bitte mittags um eins immer noch betrunken?

Da ich so müde war, bin ich wieder zurück ins Hostel gelaufen und hab mich für 2 Stunden hingelegt. Ich hab mir den Wecker für 16:00 Uhr gestellt und bin dann wieder losgelaufen. Ich wollte die Oper bei Nacht sehen. Da die Uhr eine Nacht vorher umgestellt wurde, wird es gegen halb sechs schon dunkel. Ich bin dann wieder die komplette Pitt Street von ganz unten nach ganz oben gelaufen und hab vergebens den Eingang zur berühmten Harbour Bridge gesucht. Ich bin einmal um den Anfang der Brücke rumgelaufen bis ich endlich eine kleine Treppe entdeckt hab. Ich wollte die Oper auch mal von der Brücke aus sehen und bin auf dem Fußgängerweg fast bis auf die andere Seite der Brücke gelaufen und hab wieder Millionen Fotos gemacht. Auf der Brücke war die Hölle los. Da waren fast mehr Fußgänger und Jogger unterwegs als Autos. Wieder zurück bin ich dann wieder an meinen Lieblingsplatz auf der anderen Hafenseite der Oper gegangen und hab gewartet bis es dunkel wird. Ich muss ja sagen, dass die Oper bei Nacht auf meinen Fotos besser aussieht als in echt. Ich hab mir die Beleuchtung anders vorgestellt. Es war nur ganz leicht bläulich beleuchtet. Aber nicht so, wie man das von Bildern kennt. Nachdem ich wieder Millionen Fotos gemacht hab (wahrscheinlich bestehen meine Australien-Fotos dann nur aus Fotos von der Oper), hab ich mich auf den Rückweg gemacht. Im Reiseführer hab ich gelesen, dass in Kings Cross ein riesiges Coca-Cola Sign steht (soll irgendwas mit Hollywood zu tun haben), dass man sich aber besser bei Nacht anguckt. Also bin ich da auch noch hingelaufen. Leider sah die Strecke auf der Karte nicht so weit aus. Ich bin gelaufen und gelaufen und gelaufen. Irgendwann hab ich dann das Coca-Cola Schild gesehen, aber es stand irgendwo auf einem Berg. Ich musste also noch den ganzen Berg hochlaufen. Oben angekommen hab ich das Schild ein paar Mal fotografiert und gefilmt und bin dann wieder zurück gelaufen. So eine lange Strecke für ein paar Fotos. Aber wenigstens hat sichs gelohnt. Als ich wieder im Hostel angekommen bin, war ich fix und fertig und hab mir üble Blasen gelaufen. Da es so heiß ist in Australien, wollte ich nicht meine dicken Wanderschuhe anziehen. Hätte ich mal lieber gemacht. Nach 8 Stunden laufen an dem Tag, wollte ich nur noch ins Bett. Emma hat mich gefragt, wo ich herkomme. Als ich ihr gesagt habe, wo ich heute überall hingelaufen bin, hat sie nur mit dem Kopf geschüttelt und gemeint, ich hätte mir doch ein Taxi nehmen sollen. Kings Cross wäre doch viel zu weit zum Laufen. Ja, das hab ich dann auch festgestellt. Sie fährt überall mit dem Taxi hin, aber da ist mir das Geld ehrlich gesagt zu schade.

Nach einer ewiglangen Dusche (wir haben ein eigenes Bad im Zimmer und müssen ausnahmsweise mal kein Bad mit 80 anderen Leuten teilen) bin ich dann ins Bett gefallen und hab total gut geschlafen.

Am nächsten Morgen musste ich auschecken. Da mein Bus nach Byron Bay erst abends um zehn ging, hab ich im Hostel mein Gepäck in ein Schließfach eingeschlossen und bin nochmal durch Sydney gelaufen. Der Italiener in meinem Zimmer hat mir erzählt, dass im Botanischen Garten ganz viele große Fledermäuse in den Bäumen hängen würden. Da mein erstes Erlebnis im Botanischen Garten nicht ganz so toll war, hab ich einen zweiten Versuch in Kauf genommen.

Dort angekommen, hab ich die „Flying Foxes“ auch schon von weitem gehört. Die schreien ganz schön laut. Als ich dann drinnen war, hab ich mich erst mal nach Spinnen umgeguckt und nachdem ich keine gesehen hab, konnte ich mich auch auf die Fledermäuse konzentrieren. Die waren wirklich riesig und haben alle in den Bäumen gehangen. Ich hab ein paar Fotos gemacht und bin dann einmal durch den Botanischen Garten gelaufen. Natürlich hab ich wieder ein paar Spinnen gesehen, aber diesmal nur Kleine (die ja am giftigsten sein sollen). An eine hab ich mich sogar näher ran getraut für ein Foto. Die sah schon total giftig aus. Nachdem ich eine Weile gelaufen bin, bin ich wieder an der Oper raus gekommen. Ich hab noch mal Millionen Fotos gemacht und hab mich dann auf meinen Lieblingsplatz mit Blick auf die Oper in die Sonne gesetzt und gelesen. Irgendwann wurde es mir zu heiß und ich hab mich auf den Rückweg zum Hostel gemacht. Auf dem Weg dahin hab ich mich noch eine Weile in einen Park in den Schatten gesetzt und eine Weile gedöst. Da meine Füße noch vom Vortag wehgetan haben, wollte ich nicht noch mehr laufen und ich hab den restlichen Tag im Hostel verbracht. Abends bin ich dann nochmal in einen Supermarkt gelaufen und hab dann auf den Bus gewartet. Im Hostel hab ich dann nochmal das Hostel in Byron Bay angerufen. Hier in Australien muss man alles, was man gebucht hat, 48 Stunden vorher noch mal telefonisch bestätigen. Und da ich nur die neuseeländische SIM-Karte hab und mir das zu teuer ist, muss ich immer eine Gelegenheit zum Telefonieren finden. So doof! Ich hab die Unterkünfte, Touren, Busse alle gebucht und schon bezahlt, also warum soll ich das nochmal bestätigen??? Geht mir nicht in den Kopf. Naja, gut! Im Hostel in Byron Bay hatten sie auf jeden Fall keine Buchung mit meinem Namen vorliegen und die Frau am Telefon war total unfreundlich und hat mich abgewimmelt und einfach aufgelegt. Fing ja schon mal gut an! Ich hab dann im Peterpans Office angerufen und tatsächlich abends um halb acht noch jemanden erreicht. Ich hab ihnen die Situation erklärt und der Typ meinte, er klärt das und ruft mich zurück. Als er dann um halb neun immer noch nicht angerufen hat, hab ich nochmal im Office angerufen und er meinte, er konnte mich nicht erreichen. Ja, lag wohl daran, dass ich eine neuseeländische Nummer hab, was ich aber auch in meinen Unterlagen angegeben hab. Die Sache war also geklärt und meine Übernachtung ist gesichert. Danach musste ich nochmal in Byron Bay anrufen, um denen mitzuteilen, wann der Greyhound Bus in Byron ankommt, damit die mich mit einem Shuttle abholen können.

Gegen neun hab ich meine Sachen aus dem Schließfach geholt und bin zur Bushaltestelle gelaufen. Pünktlich um zehn ist der Bus losgefahren. Die Fahrt hat über 12 Stunden gedauert und war einfach nur ätzend. Ich hatte kaum Platz für meine Beine, weil der Vordermann seinen Sitz soweit zurück gemacht hat. Meine Knie taten irgendwann weh, weil ich die Beine nicht ausstrecken konnte und im Sitzen zu schlafen ist auch nicht so einfach. Also im Flugzeug ist mir das leichter gefallen. Ich hab also in der Nacht kaum geschlafen und mir hat alles wehgetan. Aber immerhin kann ich mit den Übernacht-Bussen Zeit und Geld für eine Unterkunft sparen. Ich war froh als ich dann gegen halb elf morgens endlich in Byron Bay angekommen bin. Dort hab ich dann einen Shuttle-Bus ins Backpackers Inn (das einzige Hostel in Byron Bay, dass direkt am Strand ist) genommen und wollte nur noch ins Bett. Da ich wieder überall mit Klimaanlagen bombadiert wurde (im Hostel in Sydney, im Bus...), war ich natürlich wieder mal krank und wenn man dann die ganze Nacht nicht geschlafen hat, könnt ihr euch ja vorstellen wie ich mich gefühlt hab. Ich hab mich dann erst mal ins Bett gelegt und 2 Stunden geschlafen. Danach musste ich unbedingt nochmal an den Strand und durch die Stadt laufen. Eigentlich war mir überhaupt nicht danach, aber ich hatte nur einen halben Tag zur Verfügung. Ich bin also zum Strand gelaufen und hab mich da ein bisschen in den Sand gesetzt. Nach einer Weile bin ich dann durch den kleinen Ort gelaufen und war dann gegen Abend wieder im Hostel. Nachdem ich für eine Stunde den aufgeblasenen, eingebildeten und arroganten Backpackern zugehört hab, bin ich dann wieder ins Bett gegangen. Vorher war ich noch an der Rezeption und hab gefragt, ob ich mein Pfand für den Schlüssel wiederbekommen kann, weil ich am nächsten Morgen um 06:45 Uhr meinen Bus kriegen müsste und die Rezeption macht erst um acht auf. Daraufhin wurde ich gleich wieder zusammengestaucht, dass der Shuttle-Bus um diese Uhrzeit noch nicht fährt. Ich wollte lediglich wegen meinen Zimmerschlüsseln fragen. Ich hab am Noticeboard schon die Zeiten gelesen, wann der Shuttle-Bus fährt. Mein Gott, wie kann man so unfreundlich sein. Ich hab mein Geld zurück bekommen und sollte den Schlüssel am nächsten Morgen in einen Briefkasten werfen. Ich war echt froh, dass ich am nächsten Morgen da wieder weg konnte. Byron Bay ist ein wirklich schönes kleines Örtchen, aber in dem Hostel hab ich mich total unwohl gefühlt. Ich bin dann um acht wieder ins Bett und am nächsten Morgen um kurz nach sechs losgelaufen, damit ich rechtzeitig an der Bushaltestelle bin. Mit dem ganzen Gepäck braucht man doch länger mit Laufen als ohne.

Dann gings auch schon weiter nach Noosa...


Der Bericht folgt bald! Hoffe, dass ich bei meiner anstrengenden Reise ein bisschen mehr Zeit finde, zu schreiben. Ich hab wirklich total viel erlebt die letzten Tage!


Bis bald!



Eure Anni


2 Kommentare 12.4.12 04:33, kommentieren

Back in Auckland

 

Nachdem wir in Taupo losgefahren sind, haben wir ungefähr 3 Stunden nach Auckland gebraucht. Gegen Mittag sind wir bei strömendem Regen angekommen. Wir haben von Taupo aus schon 5 Nächte im Silverfern Backpackers gebucht. Das ist ein ganz neues Hostel. Und dafür, dass es mitten in der Stadt ist, sind 19$ pro Nacht eines der günstigsten Hostels in Neuseeland. Und Frühstück von 08:00 bis 09:00 Uhr ist auch inklusive.

Am Tag unserer Ankunft haben wir nicht ganz so viel gemacht wegen dem schlechten Wetter. Wir sind nur mal in die Stadt gelaufen und haben im IEP-Office das kostenlose Internet genutzt und ENDLICH unsere Weihnachtspakete (!) dort abgeholt. Kurz nachdem wir in Hastings abgereist sind, kam jeweils für Dani und mich noch Post an. Alisa hat uns die Sachen dann ans IEP-Office nach Auckland geschickt. Und fast 3 Monate nach Weihnachten noch Pakete zu bekommen ist auch ganz schön.

Vielen Dank Geda! Hab mich wirklich gefreut und der Inhalt deines Paketes war wirklich sehr lecker! Die Plätzchen und Lebkuchen konnte ich leider nicht mehr essen, aber der Rest war gut.

Lena und Wera (eine Freundin von Lena) waren zufällig auch in Auckland, wollten aber am nächsten Morgen abreisen und weiter nach Kerikeri fahren. Also haben wir uns abends nochmal zum Essen gehen getroffen. Lena und Wera haben die Tage vorher schon einen Thailänder ausgesucht und dort einen Tisch reserviert. Gegen sieben haben die beiden uns abgeholt und wir sind ganz lecker Essen gegangen. Und wir konnten mal wieder den neuesten Reisestand austauschen. Nach dem Essen sind wir noch in eine Bar gegangen und haben noch was getrunken.

Danach haben uns Lena und Wera wieder ans Hostel gefahren und wir haben uns zum x-ten Mal (diesmal) endgültig voneinander verabschiedet.


Als wir am nächsten Tag aufgestanden sind, hat die Sonne wieder geschienen und das ist auch für den Rest unseres Auckland-Aufenthaltes so geblieben.

Wir haben viel Zeit im Hostel verbracht und sind ab und zu mal ins City Center gelaufen und ich hab in den ersten Tagen ganz viele Hostels abgeklappert und hab Zettel dort aufgehängt wegen meinem Auto. Leider hatte sich bis dahin immer noch niemand gemeldet.

Freitags sind wir mit einem kostenlosen Shuttle-Service ins DressSmart Outlet Shopping Centre gefahren. Dort haben wir gleich im Esprit-Laden ein Superschnäppchen gemacht. Leider (oder besser Gott sei dank) war das alles, was günstiger war. Im Converse-Laden hatten sie auch super Outletpreise, aber ich war standhaft und hab mir nicht noch ein paar Schuhe gekauft. Nach ungefähr 2 Stunden sind wir wieder mit dem Shuttle zurück gefahren und haben nicht mehr viel gemacht, da wir am nächsten Morgen früh raus mussten.


Nachdem um 06:00 Uhr der Wecker geklingelt hat, haben wir uns angezogen und schnell gefrühstückt. Um 08:00 Uhr hat der Saturday-Carmarket angefangen. Wir waren pünktlich und ich musste erst mal 25$ bezahlen, damit ich mich überhaupt da hinstellen darf. Da schon einige Leute mit ihren Autos da standen, hab ich mir keine guten Chancen ausgerechnet.

Gegen zehn sind dann die ersten Leute eingetroffen, die ein Auto kaufen wollen. Ein Asiate kam gleich zu meinem Auto (asiatische Marke), hat ein paar Fragen gestellt, sich alles genau angeguckt und ist wieder gegangen. Danach hat er sich noch mehr Autos genauer angeguckt und Daniela und ich haben ihn in Gedanken bearbeitet, damit er wieder zurück kommt. Irgendwann ist Daniela zur Tankstelle gelaufen, weil sie aufs Klo musste. Da kam der Asiate zurück und wollte eine Probefahrt machen. Also sind wir losgefahren und nachdem wir wieder auf dem Parkplatz angekommen sind, hat er gesagt, er würde das Auto gerne kaufen, müsste aber noch auf die Bank. Ich hatte das Auto für 2.200$ auf dem Carmarket stehen und er hat mich auf 2000$ gedrückt. Was ja auch in Ordnung war – ich hab ja auch nur 2000$ bezahlt.

Auf dem Carmarket stand noch ein Wohnwagen mit einem Mechaniker, bei dem man die Autos durchchecken lassen kann. Da er das Auto checken lassen wollte, musste er sowieso nochmal 100$ an den Mechaniker bezahlen. Während das Auto durchgecheckt wurde, ist der Asiate zur Bank gelaufen. Irgendwann kam der Mechaniker und hat gefragt, was den passiert wäre. Der Unterboden wäre total verbogen. Ich hab ihm gesagt, dass ich ein paar Felsbrocken (in Taupo) übersehen hab. Ich hab ihm auch erzählt, dass ich es hätte checken lassen (was ja gar nicht stimmt) und dass der Mechaniker gesagt hat, es wäre in Ordnung. Er meinte dann, dass es auch in Ordnung ist, aber wenn mit dem Auto ein Unfall passiert, könnte es sehr gefährlich werden. Ich hab nur geschluckt und als er meinen Blick gesehen hat, meinte er, dass er das dem Asiaten nicht verraten wird. !!! Der Asiate bezahlt den Mechaniker, um das Auto durchchecken zu lassen und der Mechaniker verrät ihm nicht das wichtigste Detail??? Wie fies ist das denn? Ich meine, für mich wars ja gut, aber das ist schon ein Unding!

Irgendwann kam der Asiate wieder und meinte, dass (Samstag!) die Bank nicht offen hat. Der Mechaniker hat uns dann erklärt, wo die nächste Bank ist, die geöffnet hat. Wir sind also zu dritt dort hingefahren, der Asiate hat das Geld geholt. Wir haben Papiere und Geld ausgetauscht und dann hat er uns noch zurück zum Hostel gefahren. Ja, und dann war mein Auto weg. Ich war total erleichtert – viel Zeit hatte ich ja nicht mehr und mein Auto war das erste, was an dem Tag auf dem Carmarket verkauft wurde. Also hatte uns das Glück doch nicht völlig verlassen. Da wir damit gerechnet haben, den ganzen Tag auf dem Carmarket zu stehen, hatten wir wenigstens noch einen schönen, freien Tag.


Montags sind wir dann ins Brown Kiwi umgezogen. Da das Silverfern nur für 5 Nächte für 19$ zu buchen geht und man danach upgraden muss in ein teures Zimmer, haben wir gesagt, dass wir das nicht einsehen und sind ins Brown Kiwi umgezogen. Das Hostel ist zwar außerhalb in einem Vorort von Auckland, aber man kann in 20 Minuten in die Stadt laufen und Lena hat uns das Hostel, dass von einem schwulen Pärchen geführt wird, wärmstens empfohlen.

Wir haben also montags unsere Sachen im Silverfern gepackt und mussten (das erste Mal seit unserer Reise) unser Gepäck schleppen. Es war die Hölle. Ich hatte vorne den kleinen Rucksack, hinten den großen Rucksack und 2 volle Taschen in beiden Händen. Wir mussten alle paar Minuten stehen bleiben und Pause machen und dann haben wir uns auch noch verlaufen. Ich bin fast durchgedreht. Irgendwann hatten wir die Schnauze voll und wir sind an die nächste Bushaltestelle gelaufen. Dort sind wir in einen Bus eingestiegen und haben gesagt, wo wir hin wollen. Der Busfahrer meinte bloß, dass es nur den Berg hoch ist und dann wären wir da. Aber wir wollten nicht noch einen Berg hoch laufen. Wir haben bezahlt und erleichtert unser Gepäck fallen lassen. Nachdem wir an unserer Haltestelle ausgestiegen sind, waren wir froh, dass wir mit dem Bus gefahren sind. Der Berg war nicht nur steil, sondern auch ewig lang. Da hätten wir unser Gepäck nicht schleppen wollen. Endlich im Hostel angekommen, haben wir eingecheckt und erst mal unser Gepäck abgeladen.

Einen Tag vorher waren wir bei einer billigen Thai-Massage und haben uns Nacken und Schultern massieren lassen. Tja, das hätten wir mal besser einen Tag verschoben. Da ich meinen Rucksack in der Eile auch noch falsch gepackt hab (schön die schweren Sachen nach oben statt nach unten) hatte ich natürlich meine Last und mir haben Schultern und Nacken so wehgetan, dass ich meinen Kopf für eine Weile nicht mehr bewegen konnte.

Dienstags sind wir mit der Fähre nach Devonport gefahren (ein ganz süßer Vorort von Auckland) und sind da ein bisschen durch die Stadt und am Meer entlang geschlendert. Mittags waren wir wieder in Auckland und sind da auch noch ein bisschen am Hafen entlang gelaufen. War total schön, aber es war schon wieder viel zu heiß, um sich groß zu bewegen. Ich weiß, uns kann man nix recht machen. Nein, ich war ja froh über das schöne Wetter.


Mittwochs haben wir den Tag im Hostel mit Lesen und Wäsche waschen verbracht und abends sind wir nochmal mit dem Bus nach Auckland gefahren und haben uns mit Mareen getroffen. Eine Freundin von Lena, die am nächsten Tag heimfliegen sollte. Lena hatte uns noch eine Tasche gegeben, die wir Mareen geben sollen, wenn sie in Auckland ist. Wir sind mit Mareen und irgendeinem Argentinier, den sie aufgegabelt hat, noch ein Bier trinken gegangen und haben uns dann verabschiedet. Dani und ich sind dann endlich mal auf den Skytower hochgefahren. Eigentlich wollten wir beide das nicht machen, weil es so teuer ist. Aber ich finde, man sollte doch schon mal auf das höchste Gebäude der ganzen Südhalbkugel hochfahren, wenn man schon mal da ist. Und 28$ war jetzt auch nicht soooo teuer. Wir sind extra gegen Abend hochgefahren, damit wir Auckland im Hellen und im Dunklen sehen können. War total schön, aber irgendwann wurde es mir zu langweilig und ich bin wieder runter gefahren und hab unten auf Dani gewartet.

Donnerstags haben wir wieder im Hostel verbracht und sind abends nochmal zum Abschluss essen gegangen. Nach so einer langen Zeit ist unser letzter gemeinsamer Tag in Neuseeland gekommen. Nach dem Essen sind wir noch in eine Cocktailbar gegangen und haben noch einen Cocktail getrunken. Danach gings wieder zurück zum Hostel.


Ich hab dann am nächsten Morgen ausgecheckt (Dani ist noch 2 Nächte länger geblieben) und wir sind zusammen in die Stadt gefahren (wieder mit dem Bus). Als wir auf dem Weg zur Bushaltestelle waren, hat eine Frau mit ihrem Auto angehalten und gefragt, ob sie uns mitnehmen kann. Wir haben uns bedankt und gesagt, dass wir mit dem Bus fahren. Ich glaub, da muss ich mich erst wieder dran gewöhnen, wenn ich in Deutschland bin. Dort bekommt man höchstens einen müden Blick, wenn man mit Gepäck durch die Straßen läuft und in Neuseeland wird man gefragt, ob man Hilfe braucht.

Im City-Center hab ich dann mein Gepäck im IEP-Office abgegeben und Dani und ich sind nochmal an den Hafen und haben ein Eis gegessen und sind noch ein bisschen die Queen Street hoch und runter gelaufen.

Als es Zeit wurde, hab ich mein Gepäck wieder geholt und wir sind an die Bushaltestelle gelaufen. Dort haben wir auf meinen Bus gewartet. Als er dann kam, haben wir uns voneinander verabschiedet (diesmal ohne Tränen) und ich bin mit dem Bus Richtung Flughafen gefahren.

Dort hatte ich in der Skyway Lodge ein Zimmer gebucht. Da mein Flug frühs um 08:00 Uhr ging, wollte ich nicht versuchen, um fünf Uhr morgens aus der Innenstadt raus kommen. Von der Skyway Lodge fährt man nur 5 Minuten und die haben einen Airport-Shuttle für 5$.

Den Rest des Tages hab ich mit Lesen verbracht, damit ich mein Buch fertig bekomme und nicht mitschleppen muss. An dem Tag bin ich früh ins Bett gegangen, da mein Wecker um 04:45 Uhr klingeln sollte. Aber schlafen konnte ich trotzdem nicht wirklich (wahrscheinlich vor lauter Angst, dass ich verschlafe und meinen Flug nach Sydney verpasse).

Ich hab natürlich nicht verschlafen und war pünktlich am Flughafen, hab bei Virgin Australia eingecheckt und gewartet bis mein Flug geht.

Pünktlich um 08:00 Uhr ist das Flugzeug gestartet und ich war in der Luft für mein nächstes Abenteuer.


Aber das wars erst mal für diesen Bericht. Für Australien werd ich dann einen neuen Eintrag schreiben.


Bis bald!


Eure Anni







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Woofing Part II

 Samstags haben wir unsere Sachen in der Rainbow Lodge gepackt und im Auto verstaut und sind nochmal in unsere Lieblings-Juice-Bar in Taupo gefahren und haben uns nochmal einen Vitaminschub in Form von Saft geholt.

Als wir wieder im Auto saßen, hab ich dann Phoebe angerufen und gesagt, dass wir jetzt kommen würden. Sie wollte erst ihre Tochter schicken, damit sie uns abholt, aber wir hatten ja immer noch das Auto. Das war ihr ganz recht und so sind gleich zu ihr gefahren. Den Weg sind wir vorher schon mal anhand ihrer Beschreibung abgefahren, damit wir es auch finden.

Dort angekommen wurden wir erst mal bellend von einem Monsterhund begrüßt. Der Hund war so groß, dass wir uns erst nicht aus dem Auto getraut haben. Es kam aber auch keine Phoebe raus, um uns in Empfang zu nehmen. Also sind wir dann doch irgendwann ausgestiegen und wurden erst mal von diesem hässlichen, sabbernden Monster überfallen. Kurz darauf kam dann ein kleiner, fetter, schwanzwedelnder Hund auf uns zugestürmt. Wir sind zur offenen Tür gelaufen und haben gerufen, aber niemand hat reagiert. Also haben wir uns einfach ins Wohnzimmer gestellt und uns mit den Hunden beschäftigt bis irgendwann Phoebe ins Wohnzimmer kam und uns freudig begrüßt hat. Sie hat gleich ihren Mann Geoff gerufen, der uns alles zeigen sollte. Sie war zu müde und wollte wieder ins Bett. In der Zeit, in der wir dort waren, war Phoebe IMMER müde. Morgens kam sie uns entgegen, bevor sie auf die Arbeit ging und das Erste, was sie gesagt hat war: „Oh, Im so tired.“ IMMER! Ob morgens, vormittags, mittags, nachmittags oder abends.

Phoebe ist dann wieder ins Bett und Geoff hat uns erst mal alles gezeigt und erklärt. Der Haushalt besteht nur aus Frauen (ausgenommen Geoff). Phoebe, Anastatia (jüngste Tochter von sieben Kindern, die noch zu Hause wohnt), Zulu (großer Hund), Gabbana (kleiner Hund – wär lustiger, wenn sie Zulu „Dolce“ genannt hätten), Tigger (Katze). Geoff hat es nicht leicht mit all den zickigen Weibern.

Dann wurden uns noch die Schweine gezeigt und das Mutterschwein mit 3 Ferkelchen (2 rosa, 1 schwarz - zu der Zeit eine Woche alt). Leider hat sich die Mutter irgendwann auf eines der rosa Ferkelchen draufgesetzt und es ist gestorben. Zulu hat das gemerkt und die ganze Zeit gebellt und nicht mehr aufgehört, bis wir gemerkt haben, was passiert ist.

Außerdem haben Phoebe und Geoff noch ein Cottage, was sie vermieten.

In der Nacht vor unserer Ankunft haben Gäste im Cottage übernachtet, also war unsere erste Aufgabe, das Cottage zu reinigen (Betten abziehen, waschen, neu beziehen, staubsaugen, putzen...). Da wir zu zweit waren, ging das relativ schnell. Nachmittags kam dann Anastatia nach Hause (eine freche, zickige 21-jährige) und hat uns erst mal ein paar Regeln klargemacht (wie den Wasserkocher immer mit Wasser füllen, wenn wir ihn leergemacht haben).

Neben dem Haus steht noch ein kleines Holzhäuschen (genannt „Love-Shack&ldquo, in dem Dani und ich schlafen sollten. Da an diesem Tag noch ein anderer Backpacker (der 20-jährige Pablo aus, ach welch eine Seltenheit, Deutschland) zum woofen angekommen ist, mussten Daniela und ich unsere Sachen wieder aus dem Love-Shack schleppen und ins Haus umziehen, damit Pablo den tollen Love-Shack bekommt. Daniela und ich mussten dann in ein kleines Zimmer mit Stockbett umziehen. Aber gut! Hauptsache, wir mussten mal kein Geld für Übernachtung ausgeben. Da war es mir auch relativ egal, wo ich schlafe.

Abends hat Phoebe uns dann erklärt, was wir alles machen sollen, während wir dort sind. Wir sollten 4 Stunden am Tag arbeiten (wann durften wir entscheiden – und wir waren für Ausschlafen) und hatten dann den Rest des Tages frei. Daniela und ich sollten Hausarbeit machen, Gardening, Cottages (falls Gäste da waren) und was das Schlimmste ist, KOCHEN. Wir haben Phoebe gleich gesagt, dass wir beide nicht kochen können, aber sie wollte es uns beibringen. Später wurden wir dann auch gleich alle zum Kochen gerufen. Phoebe hat uns ganz viel übers Kochen gezeigt. Nach einer Woche meinte sie dann, dass sie uns genug Gerichte gezeigt hätte, und dass wir das jetzt machen sollten. Aber es hat nicht wirklich funktioniert. Phoebe musste immer zu Hilfe eilen.

An unserem zweiten Tag bei der Familie hat Phoebe uns einen Zettel mit Aufgaben geschrieben. Da Geoff von zu Hause aus arbeitet, hatten wir immer einen Ansprechpartner. Unsere Aufgaben bestanden aus Haushalt. Wir haben erst mal alles gesaugt und geputzt (was wir durch die Hunde jeden Tag machen mussten) und dann sollten wir mit einer Ölpolitur alle Holzmöbel bearbeiten und alle Spinnweben im Haus entfernen. Daniela hat die Spinnweben übernommen und ich das Ölen. War ein Fehler! Als ich das erste Mal das Wohnzimmer gesehen hab, fand ich es total gemütlich mit all dem Krimskrams und Sachen und Lichterketten und Ramsch. Aber da musste ich das auch noch nicht putzen! Es war der Horror. Ich habe insgesamt 12 Möbelstücke eingeölt (unter anderem einen angeblich 400-Jahre alten Sekretär und angeblich den ersten Tisch, der in Neuseeland gefertigt wurde). Nach unseren mittlerweile mehr als 4 Stunden hatten wir dann wirklich genug. Hab ich schon erwähnt, dass die Neuseeländer kein wirklich sauberes Volk sind (was die Häuser betrifft). Das hab ich mir bei meiner ersten Woofing-Familie (Aoife und Lyndon) schon gedacht. Und bei Phoebe hat sich das wieder bestätigt. Jeder, der mich kennt, weiß ja, dass ich auch nicht gerade täglich meine Wohnung geputzt hab. Aber in neuseeländischen Häusern ist es sogar mir zu dreckig. Ich bin auch den ganzen Tag mit einem Lappen rumgelaufen, weil ich ständig wieder irgendwelche Flecken und Staubwolken und tote Motten und Viehzeug gesehen hab. Tja, und Daniela ist auch nicht die Sauberste. Wir haben uns immer die Arbeit geteilt und jeder hat immer was anderes gemacht. Aber trotzdem musste ich immer nochmal das machen, was Daniela eigentlich schon gemacht haben sollte. Sie sieht die schlimmsten Dreckstellen einfach nicht (oder hat keinen Bock). Einmal sollten wir die Lampen putzen und Daniela hat gesagt, dass sie das macht. Ich hab in der Zwischenzeit was anderes gemacht. Eine Woche später meinte Phoebe, dass wir nochmal die Lampen putzen sollen, weil die so dreckig wären. Ich hab mich noch über Phoebe geärgert, weil wir das ja eine Woche vorher schon gemacht hatten. Diesmal hab ich gesagt, dass ich die Lampen putze und kaum hab ich auf dem Stuhl gestanden und die Lampen berührt, kam mir auch schon eine Staubschicht von mehreren Jahren entgegen. Ich hab Daniela gefragt, ob sie oben auf den Lampen nicht geputzt hat und sie meinte, dass sie bestimmt eine Lampe vergessen hat. Aber die sahen ALLE so aus. Wie kann man so was übersehen??? Naja, so ging das eigentlich die ganzen Wochen, die wir dort waren. Ich habe auf jeden Fall beschlossen, dass ich Daniela niemals in ihrer Wohnung besuchen werde.

Die nächsten Tage haben wir im Garten verbracht mit Unkraut rausreisen, Wurzeln entfernen, Kompost auf den Beeten verteilen, Bäume zurückschneiden.... Es war nicht gerade mein Traumjob (nach der Gartenarbeit bei Annabel), aber für 4 Stunden am Tag wars ok.

Nachmittags haben wir meistens auf der Couch mit Lesen verbracht oder sind in die Stadt gefahren und haben in Hostels Zettel mit meinem Autoverkauf verteilt. Ich hatte ein paar Anfragen für mein Auto, war aber leider kein potenzieller Käufer dabei. Ein deutscher Backpacker ist mit dem Auto zum nächsten Mechaniker gefahren und der hat ihm sofort abgeraten, das Auto zu kaufen. Der Keilriemen würde 1.500$ kosten und das würde er nicht empfehlen. Ein anderer wollte ein manuelles Auto und ich hab einen Automatik. Ich bin auch mittlerweile mit dem Preis auf 2.400$ runter gegangen. Wir haben auch in allen Supermärkten an den Noticeboards Zettel hingehängt. Aber niemand wollte mein Auto auch nur mal angucken.

Pablo war nur ein paar Tage bei Phoebe. Er hatte dann die Schnauze voll. Er hatte es aber auch nicht leicht mit ihr (Phoebe ist eine seeeeehr schwierige Person). Wir haben am ersten Tag erklärt bekommen, dass wir Alkohol selbst kaufen müssen. Was ja auch in Ordnung ist. Aber an unserem zweiten Tag war Pablo abends noch unterwegs und Phoebe hat uns ein Glas Wein angeboten. Wir haben dankend angenommen und zusammen auf der Couch gesessen und Wein getrunken. Irgendwann kam Pablo heim, hat sich zu uns gesetzt und irgendwann ganz höflich gefragt, ob er auch ein Glas Wein haben könnte. Phoebe meinte daraufhin, dass sie einen Tag vorher erklärt hätte, dass wir Alkohol selbst kaufen müssen. Er fragte daraufhin, warum Daniela und ich ein Glas Wein hätten und Phoebe hat gar nicht reagiert. Ich hab mich so unwohl gefühlt. Es war total unfair. Ich hab mich aber auch nicht getraut, was zu sagen. Naja, und so ging das die ganze Zeit. Kann verstehen, dass er keinen Bock mehr hatte.


Phoebe arbeitet am Hafen von Taupo in einer Booking-Agentur (da haben wir sie ja auch im September kennengelernt). Dort vermieten sie auch Kayaks. Und als an einem Tag das Wetter ganz schön gemeldet war, meinte Phoebe morgens schon, dass wir mittags zum Kayak fahren kommen sollen. Da wir nach 2 Stunden schon mit unserer Arbeit fertig waren, meinte Geoff, dass wir zu Phoebe an den Hafen fahren sollen und uns einen schönen Tag machen sollen. Wir waren total happy und sind „dummerweise“ erst zu McDonalds, um ins Internet zu gehen. Das Internet hat nicht mal funktioniert! Also sind wir dann zu Phoebe an den Hafen gefahren und als wir die Tür reingekommen sind, sagte sie, dass wir den Hubschrauber gerade verpasst hätten. Daniela und ich haben uns nur doof angeguckt. Sie hat uns dann erklärt, dass sie uns einen Hubschrauberflug spendieren wollte, aber wir wären zu spät. SCH... MCDONALDS!!!

Naja, wir haben uns dann doch mit dem Kayak begnügt. Was ja auch gut war. Wir wollten ja auf der Südinsel im Abel Tasman Nationalpark schon Kayak fahren, aber das war uns ja zu teuer. Jetzt konnten wir stundenlang ganz umsonst Kayak fahren. War dann nach dem Angebot mit dem Hubschrauber natürlich langweilig. Wir hatten trotzdem unseren Spaß! Wir haben von Phoebes Kollegin Schwimmwesten und eine Einweisung bekommen und schon gings los. Wir sind eine Weile auf dem Lake Taupo rumgepaddelt (das klarste Wasser, was ich jemals in einem See gesehen hab – man konnte bis auf den Grund gucken) und haben zwischendurch unsere Füße ins Wasser gehängt.

Nach ungefähr 2 Stunden hatten wir dann keine Lust mehr und sind wieder an Land gepaddelt. Nachdem wir wieder bei Phoebe im Office standen und uns bedankt haben, hat sie überlegt, was sie uns noch Gutes tun könnte. Sie hat dann ein bisschen rumtelefoniert (Segeln war nix – das Boot war zu voll; irgendeine andere Bootstour – die sind an dem Nachmittag nicht mehr auf den See gefahren) und irgendwann meinte sie dann, dass wir um kurz vor vier wieder hier sein sollten. Sie hat uns für Parasailing eingebucht. Wir waren total baff! Sie meinte dann, dass wir noch einen Kaffee trinken gehen sollen und dann einfach wiederkommen sollen. Eine Freundin von ihr besitzt ein Cafe in Taupo und dort sollten wir hingehen. Sie hat uns dann einen Zettel geschrieben, dass wir zwei Getränke für einen Preis bekommen. Wir sind dann mit dem selbstgeschriebenen Gutschein in das Cafe gelaufen und haben was geholt (hat sogar funktioniert – da kann ja jeder mit so einem Zettel kommen). Danach sind wir wieder an den Hafen gelaufen und waren (typisch deutsch!) pünktlich am Treffpunkt. Da die Neuseeländer ja nicht sehr pünktlich sind, musste wir noch eine halbe Stunde warten. Dann gings gleich aufs Boot und wir sind auf den See rausgefahren. Dort angekommen wurden wir an ein paar Gurte geschnallt und an den Fallschrim gehängt. Dann sollten wir uns einfach in die Gurte setzen und schon sind wir durch den Wind nach oben geschossen, als das Boot losgefahren ist. War schon komisch in so einer Höhe (ich weiß nicht genau wie hoch, aber wir hatten eine tolle Aussicht) direkt über dem See zu schweben. Die restlichen Boote sahen ziemlich klein aus (wie Spielzeuge). Wir sind 2 mal hin- und hergefahren und dann wurden wir schon wieder aufs Boot gezogen. War mal ein Erlebnis (vor allem ein kostenloses), aber eher langweilig im Vergleich zum Skydive. Wir haben uns bei Phoebe verabschiedet und ihr einen Tag später als Dankeschön einen Kaffee aus ihrem Lieblingsladen zur Arbeit gebracht.


Irgendwann freitags hatte Phoebe einen Tag frei und da Geoff sowieso zu Hause arbeitet, waren die beiden den ganzen Tag im Bett. Man hat nur Geoff ab und zu in der Küche gesehen, wenn er Phoebe was zu Essen ins Schlafzimmer gebracht hat. Abends um neun kamen die beiden dann endlich aus dem Schlafzimmer und Phoebe meinte, wir müssten noch das untere Cottage herrichten, weil am nächsten Tag jemand kommt. (!!!) Wir haben uns soooo geärgert. Da liegen die 2 den ganzen Tag im Bett und dann sollen wir abends um neun nochmal anfangen, was zu arbeiten?! Geoff, Phoebe, Daniela und ich sind dann nochmal in das leere (!) Cottage und haben ein Bett bezogen, sauber gemacht, Handtücher hingehängt, Geschirr in Schränke geräumt.... Phoebe hat uns dann noch eine Liste (für die „Gorgeous Girls“ wie sie uns immer genannt hat) geschrieben, was wir am nächsten Tag noch alles machen sollen. Gegen halb eins hat sie uns dann endlich entlassen (nachdem sie sowieso alles neu gemacht hat, was wir bereits gemacht hatten) und wir durften ins Bett. Am nächsten Tag waren wir schwer beschäftigt, um das Cottage herzurichten, bevor der gute Mann eintrifft. Wir sind genau rechtzeitig fertig geworden. Gerade auf dem Weg zurück zum Haus, kam uns schon das Auto entgegen. War ja nicht so, dass wir das nicht schon einen Tag vorher hätten fertig machen können. Aber nein, da liegen wir erst mal 12 Stunden im Bett und gucken Fernsehen.


An einem Wochenende hatten wir sturmfrei. Da ist die ganze Familie für eine Nacht nach Turangi auf einen Geburtstag gefahren. Die Ruhe war einfach göttlich! Im Nachhinein bin ich richtig froh, dass Phoebe den ganzen Tag gearbeitet hat. Immer wenn sie abends nach Hause kam, hat sie so einen Stress verbreitet.


Einmal sollten Dani und ich die 3(!) Gefrierschränke neu sortieren. Fleisch zu Fleisch, Brot zu Brot, Gemüse zu Gemüse... Damit man immer gleich alles findet. Wir haben alles schön sortiert und manche Sachen waren einfach zu viel, um in ein Fach zu packen. Also haben wir es in 2 Fächer aufgeteilt. Ein Gefrierfach war komplett zugefroren. Das hab ich dann mit Fön und Hammer bearbeitet und das ganze Eis entfernt. Insgesamt waren wir knapp 2 Stunden beschäftigt und stolz, als wir endlich fertig waren. Abends kam Phoebe nach Hause und hat sich das Ganze angeguckt. Und schon war sie wieder dabei, alles rauszuräumen und neu zu sortieren. Ich hätte echt kotzen können! (Sorry, aber ich hatte wirklich einen Zorn). Dann kann sie auch gleich alles selber machen. Controlfreak!!! Phoebe war der Meinung, dass das ganze Fleisch in ein Fach passt. Wir mussten es auf 4 Fächer verteilen. Sie hat es versucht, aber natürlich ging das Fleisch nicht in ein Fach (damit hätte man ganz Taupo versorgen können). Sogar Geoff hat gesagt, dass es schon seinen Sinn hat, was wir Mädels gemacht haben. Aber nein, hauptsache erst mal meckern und besser machen wollen.


An unserem letzten Wochenende war die Familie wieder von Donnerstag bis Montag verreist.

Worauf Dani und ich uns total gefreut haben. 5 Tage sturmfrei! Phoebe hat uns noch einen Zettel mit ein paar Aufgaben gegeben und gesagt, wir sollen nicht so viel machen, sondern unser letztes Wochenende in Taupo genießen. Phoebe wollte schon lange ihr Bad neu gestrichen haben. Und kurz vor der Abfahrt musste Geoff noch in einen Schuppen gehen und irgendeinen alten Eimer mit Acrylfarbe raussuchen. Den hat er uns hingestellt und uns erklärt, wo wir Pinsel finden. Da Phoebes Bad total klein ist, dachten wir, das wäre schnell erledigt. Nachdem wir alle verabschiedet haben, haben wir uns alte Klamotten angezogen und das Bad mit Zeitung ausgelegt. Da weder Daniela noch ich jemals mit Acrylfarbe gestrichen haben, wussten wir auch nicht, was auf uns zukommt. Ein paar Tage vorher mussten wir noch die ganzen Wände (mit der abgeblätterten Farbe) mit Schleifpapier glätten und mit Sugar-Soap (was auch immer das bewirkt) reinigen. Als ich die Farbdose aufgemacht hab, war auf der Farbe erst mal eine zentimeterdicke Schicht eingetrocknete Farbe. Als wir das endlich aus dem Eimer hatten und umgerührt haben, war nicht mal mehr ein Drittel Farbe im Eimer. Wir dachten, das reicht niemals für das ganze Bad inklusive Decke. Aber es hat gereicht. Acrylfarbe ist wirklich sehr ergiebig. Aber der Nachteil ist, dass man jeden Pinselstrich sieht. Die Farbe kann man freundlich „dunkelbeige“ nennen, sieht aber eher aus, als hätte jemand auf die Wand gekotzt. Nach knapp 3 Stunden waren wir fertig, aber das Bad sah schlimmer aus als vorher. Das kommt davon, weil Geoff auf Biegen und Brechen einfach irgendeine Farbe herzaubern musste, damit die „Gorgeous Girls“ auf jeden Fall das Bad streichen können. 2 Tage nachdem alle wieder daheim waren, hat Phoebe verkündet: „Surprise! I want to paint my bathroom silver!“ Ich dachte immer, Überraschungen seien was positives! Und so wie Phoebe sich angehört hat, fand sie das wohl auch positiv. Das wir aber 3 Stunden (4 Stunden, wenn man das Putzen hinterher noch mitzählt – Acrylfarbe von Fliesen wegzubekommen ist gar nicht so einfach) verbracht haben, um ihr sch... Bad zu streichen und uns noch die Klamotten versaut haben, das war ihr wohl völlig egal. Gut, dass sie an unserem letzten Tag verkündet hat, dass sie das neu streichen möchte. Kann dann ein anderer armer Backpacker machen. Wir sind am nächsten Morgen abgereist.


Etwas positives gibt es aber bei unserem Aufenthalt bei Phoebe und Geoff doch zu berichten. Die Tiere!!! Ich hab Gabbana soooo ins Herz geschlossen, dass ich geheult hab, als wir losgefahren sind. Wir haben den ganzen Tag gespielt und geschmust. Und wenn keiner da war (so wie in den 5 Tagen) hab ich sie immer auf die Couch gelassen und wir haben „gecuddled“. Und wenn wir den Pig-Run machen mussten, als wir 5 Tage alleine waren, haben wir sie immer mitgenommen. Pig-Run heißt, wir mussten jeden Nachmittag 2 Cafés und einen Supermarkt abklappern und den Biomüll (Schweinefutter) abholen.

Und Tigger hat jede Nacht in meinem Bett geschlafen. Am Anfang ist sie immer erst auf mein Bett gehüpft, sobald ich das Buch weggelegt hab und das Licht ausgeschaltet hab. Als würde ich das nicht merken! Das erste Mal bin ich zu Tode erschrocken, als sie auf meinen Beinen gelandet ist. Und zum Ende unseres Aufenthalts kam sie immer schon, wenn ich noch gelesen hab und lag bei schlechtem Wetter den ganzen Tag zusammengerollt in meinem Bett. Aber immer nur am Fußende – gut erzogen.


Oft mussten wir auch lachen. Die Familie Austin-Lobb ist eine Sammlerfamilie. Ich hab ja weiter oben schon erwähnt, dass es die Hölle war, das Wohnzimmer sauber zu machen, weil überall Ramsch steht oder liegt. Einmal haben Dani und ich den ganzen Anhänger von Geoffs Truck mit Müll vollgeladen und sind mit Geoff irgendwohin gefahren, wo man das ganze Zeug abliefern kann. Nachdem der Anhänger leer war, ist Geoff auf der Müllhalde rumgelaufen und hat so viel Zeug gefunden (was man ja evtl. noch benutzen könnte), dass der Anhänger wieder voll war, mit dem Müll anderer Leute.

Ein anderes Mal sind wir zu einer Bekannten von Phoebe und Geoff gefahren, weil Geoff dort ein altes Gartentor abholen wollte. Die Frau hat ihm noch so viel angedreht, was man ja vielleicht alles noch gebrauchen könnte (z. B. eine kaputte Katzen-Transportbox, die ein paar Tage später gleich wieder auf den Müll geflogen ist). Alles wir aufgehoben und auf dem ganzen Riesengrundstück liegt irgendwelches Zeug rum, weil man es ja irgendwann nochmal gebrauchen könnte!


An unserem letzten Tag hat Phoebe uns nochmal mit SMS zugebombt, was wir noch alles machen müssen. Wir haben weit über unsere 4 Stunden gearbeitet und waren fix und fertig. Sie wollte uns bestimmt noch bestrafen, weil wir sie verlassen. Sie hat immer gesagt, dass sie uns irgendwo festkettet, damit wir nicht gehen können. Und ganz oft meinte sie auch, dass unsere Eltern stolz auf uns sein können. Sie hatten selten so tolle Woofer, wie uns. Wer weiß, vielleicht wollte sie uns nur einlullen.


Ein seltsames Erlebnis hatte ich auch einmal. In den mehr als vier Wochen in Taupo haben sich nur 2 Leute wegen dem Auto gemeldet und beides ist ja nichts geworden. Am letzten Sonntag bevor wir abgereist sind, hab ich eine SMS bekommen. Jemand wollte sich mein Auto angucken. Er wollte auch gleich vorbeikommen („gleich“ war eine Stunde später). Irgendwann kamen dann 2 Typen auf den Hof gefahren und haben sich das Auto angeguckt und ein paar Fragen gestellt. Ein Typ hat sich dann ins Auto gesetzt und wollte den Motor anmachen. Und mein treues Auto hat einfach nur gestottert und ist nicht angesprungen. Das ist mir vorher noch nie passiert mit „Rocky“ (Alisa hat in Hastings unseren Autos Namen gegeben). Ich war total geschockt und hab versucht, mich rauszureden. Aber natürlich sind die Typen abgefahren ohne Interesse. Klar, ich würde auch kein Auto kaufen, was nicht mal anspringt. Ich hab es noch ein paar Mal versucht, aber ohne Erfolg. Ich hab dann den AA (neuseeländischer ADAC) angerufen und die wollten jemanden schicken. Eine Stunde später kam der AA, ich hab ihm erklärt was los ist, die Schlüssel in die Hand gedrückt, er steckt den Schlüssel ins Zündschloss, dreht ihn um und das Auto springt an wie immer. Das durfte doch nicht wahr sein! Ich hab mich tausend Mal entschuldigt und gesagt, dass es wirklich nicht angesprungen ist und dass es mir leid tut, dass er extra gekommen ist. Er hat nur gegrinst und gesagt, ich solle es mal beobachten. Seitdem gab es keine Probleme mehr mit „Rocky“. Ich seh das jetzt als Zeichen, dass ich mein Auto nicht an die beiden Typen verkaufen sollte. So hatten wir immerhin eine Möglichkeit, stressfrei nach Auckland zu kommen und konnten den Bus vermeiden.


Im Großen und Ganzen war es eine Erfahrung wert, auch wenn es oft ganz schön anstrengend war (eher Phoebe als die Arbeit). Und ich hab mich dort auf jeden Fall wohler gefühlt, als bei Aoife und Lyndon und die 4 Wochen vergingen wie im Flug. Und es war mal wieder toll, Familienleben zu spüren.

Am besten fand ich die Freitagabende, wenn ich allein mit Anastatia auf der Couch vor dem Ofen gesessen hab und Vampire Diaries geguckt hab.


Dienstagabend haben wir dann unsere Sachen gepackt und sind früh ins Bett gegangen. Mittwochmorgen sind wir früher aufgestanden als sonst, damit wir uns von allen verabschieden können. Nachdem das erledigt war, haben wir uns noch Zeit gelassen und uns von den beiden Hunden verabschiedet. Tigger war schon wieder unterwegs. Gabbana hat gespürt, dass wir gehen. Die war ganz komisch drauf. Und es hat mir sooo leid getan. Es hat sich wahrscheinlich noch nie jemand so mit ihr beschäftigt wie wir. Sie hat uns aus ihren traurigen Hundeaugen angeguckt und ist sogar mit bis ans Auto gelaufen (wenn wir nur in die Stadt gefahren sind, hat sie das nie gemacht). Den Abschied von ihr fand ich am Schlimmsten. Aber das wusste ich schon, als ich sie das erste Mal gesehen hab. Ich bin ja da sehr anfällig, was das betrifft.


Kurz nachdem Phoebe gegangen ist, haben Daniela und ich jeweils noch eine SMS von Phoebe bekommen:

Thank you girls for all that you have done. We really do appreciate it. You are gorgeous girls and I hope your life is a really wonderful one.


So süß!!!


Gegen 10:00 Uhr haben wir uns dann auf den Weg nach Auckland gemacht. Das gibt aber dann wieder mal ein neuer Bericht.


Bis dahin bye bye!


Eure Anni

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Rest der Südinsel und "back to North Island"...

 

So, weiter geht’s...


Ich hab natürlich beim letzten Eintrag ein bisschen was vergessen.

Auf dem Weg von Dunedin nach Oamaru haben wir noch zwei Zwischenstopps eingelegt. Der erste Stopp war am Shag Point. Dort gab es angeblich Robben und nochmal zwei Pinguin-Colonys. Nach ein paar Kilometern Gravel-Road sind wir dort angekommen. Leider waren wir zu früh und haben nur eine Robbe und sonst nichts gesehen. Aber die Pinguine kamen ja dann in Oamaru.

Der zweite Stopp war bei den berühmten Moeraki Boulders. Das sind riesengroße kugelrunde Steine, die einfach am Strand liegen. Ein paar waren durch die Witterung schon aufgebrochen und das Innere (keine Ahnung was es war, aber es sah aus wie Bernstein) war zu sehen. Sah total merkwürdig aus. Ihr dürft euch das dann auf den Fotos anschauen.


Nach Oamaru ging es dann weiter nach Christchurch. Eigentlich hab ich mich darauf am meisten gefreut, aber nachdem wir mit ein paar Backpackern gesprochen haben, die schon dort waren, haben wir erfahren, dass es nur noch eine Geisterstadt ist und der Großteil vom Zentrum immer noch gesperrt ist.

Nach ca. 2 Stunden sind wir dann in Christchurch angekommen. Am Ortseingangsschild stand noch ein Schild mit „City Centre – 10km“ (also riesig). In der Stadtmitte haben wir erst mal ewig gebraucht, bis wir überhaupt an einem Parkplatz angekommen sind. Da überall gesperrt war, durfte man ganz oft nicht nach links oder rechts abbiegen, wo wir eigentlich hätten lang fahren müssen. Nachdem wir endlich auf einem Parkplatz standen, haben wir erst mal die i-Site gesucht. Wir wollten eigentlich das Whale-Watching und das Dolphin-Swimming in Kaikoura machen, haben aber gesehen, dass das Dolphin-Swimming in Akaroa (in der Nähe von Christchurch) viel billiger ist. Also haben wir das in Kaikoura storniert und in der i-Site in Christchurch das für Akaroa plus Hostelunterkunft gebucht. Danach wollten wir eigentlich noch in der Stadt rumlaufen, aber es gab wirklich gar nichts mehr zu sehen. Überall waren Absperrungen und ein paar Geschäfte haben an den Absperrungen Container aufgebaut. Es war total beklemmend in Christchurch, wenn man überlegt, was genau vor einem Jahr dort passiert ist. Die ganzen Geschäfte, Restaurants und Cafes waren geschlossen. In den Schaufenstern konnte man das Chaos, dass das Erdbeben angerichtet hat, noch sehen. Es war so trostlos! Vor dem Erdbeben haben in Christchurch noch 300000 Menschen gelebt und nach dem Erdbeben sind ganz viele Menschen von dort geflüchtet. Jetzt leben nur noch ungefähr 140000 Menschen dort. Ich hab mich überhaupt nicht wohl gefühlt und war froh, dass wir noch am selben Tag nach Akaroa weiterfahren wollten. Wir sind wieder ans Auto gelaufen und haben uns auf den Weg nach Akaroa gemacht. Das kleine Städtchen liegt auf der Banks Peninsula und ist total süß. Wir sind ein bisschen rumgelaufen und danach ins Onuku Farm Hostel gefahren. Dort wollten wir eigentlich zelten, aber da die Zeltplätze am Hang waren (!), konnten wir unser Zelt nicht wirklich aufbauen und sind dann in eine Hütte umgezogen. Die Hütte hat nur 15$ die Nacht gekostet, hatte aber dafür auch keinen Strom. Die Toiletten waren nur Dixi-Häuschen genauso wie die Duschen. Toiletten waren ganz oben auf dem Hang und Duschen und Küche waren ganz unten. Das heißt, wenn man in der Küche war und auf Toilette musste, musste man erst mal den ganzen Berg hochlaufen. Vom Parkplatz aus mussten wir erst mal eine viertel Stunde unser Gepäck zur Hütte schleppen. Und wenn man duschen war und wieder zur Hütte hoch wollte, konnte man gerade wieder duschen, wenn man endlich oben angekommen ist. Also hätten sie es eigentlich „Onuku Farm Fitness Hostel“ nennen können. Aber ein Vorteil hatte das Ganze. Wenn man in der Küche was gegessen hat, konnte man gleich das Essen wieder abtrainieren, wenn man ins Bett wollte.

Auf dem Grundstück sind die Schafe und Pfauen rumgelaufen. Also musste man auch noch einen Hürdenlauf um die ganzen Sch...-Haufen machen. Da es an dem Tag mal ausnahmsweise total warm war, waren wir auch dementsprechend durchgeschwitzt. War mal was anderes.

Den restlichen Nachmittag haben wir uns ausgeruht. Am nächsten Morgen waren wir heilfroh, dass wir nicht gezeltet haben, weil es die ganze Nacht geregnet hat. Der Himmel war total bewölkt und es war wieder mal total kalt. Na toll, und wir sollten im Meer schwimmen.

Wir haben unsere Bikinis angezogen und dann lange Hose und Jacke darüber. Dann sind wir an den Hafen gefahren und zum Treffpunkt gelaufen. Der Wind war eiskalt und das Meer hat getobt. Als wir im Gebäude für die Black Cat Cruise Tour angekommen sind, wurden wir erst mal mit Neopren-Anzügen und Schuhen ausgestattet. Die Tour, die vor uns gefahren ist, kam gerade zurück und alle haben davon geschwärmt, wie toll es sei, mit Delphinen zu schwimmen. Wir waren schon total aufgeregt. Nach einer Einweisung ging es dann ab aufs Boot. In den Anzügen war es schon nicht mehr so kalt. Nachdem wir eine Weile aufs Meer rausgefahren sind (ich wusste nicht, dass man auf offenem Meer mit den Delphinen schwimmt – da kann man ja genauso gut mit Haien schwimmen), haben wir auch schon die ersten Hector Dolphins gesehen. Hector Dolphins sind die kleinste und seltenste Art der Delphine und es gibt sie nur in Neuseeland. Die waren echt total knuffig! Wir haben eine Weile beobachtet, wie sie neben dem Boot herschwimmen und dann wurde das Boot gestoppt und wir durften ins 13°C kalte Wasser. Es war die Hölle! Ich glaub, ich hab noch nie so gefroren. Wir sollten unter Wasser Geräusche machen, um die Delphine anzulocken (Schnorchel gegen die Taucherbrille klopfen, Schuhe gegeneinander reiben, durch den Schnorchel singen), aber wir waren so steif gefroren, dass wir uns nicht viel bewegen konnten. Wir hatten alle Mühe, bei tosender See über Wasser zu bleiben (von wegen Schwimmweste). Da die Wellen zu hoch waren, haben wir die Delphine auch nicht wirklich gesehen. Einmal kam eine Riesenwelle mit 2 Delphinen auf uns zu und kaum war die Welle wieder weg, waren auch die Delphine nicht mehr zu sehen. Wir haben sie immer nur von ca. 20 Metern Entfernung im Wasser gesehen. Aber unter „Schwimmen mit Delphinen“ hab ich mir dann doch was anderes vorgestellt. Aber andererseits ist das richtige Delphinschwimmen mit Delphinen in Gefangenschaft. Und hier in Neuseeland sind es wilde, freilebende Tiere. Da ist es schwieriger, weil man sie auch nicht mit Futter anlocken darf. Nach einer Weile hat sich dann das Wasser im Neopren-Anzug durch die Körperwärme erwärmt und es war nicht mehr ganz so kalt. Wir haben alles versucht, um die Delphine zu uns zu locken. Aber irgendwann waren sie alle verschwunden. Wir sind wieder ins Boot geklettert (bzw. an Board gespült worden durch die Wellen) und weitergefahren. Nach weiteren 20 Minuten haben wir wieder Delphine gesichtet und durften wieder ins Wasser. Diesmal waren wir nur noch zu viert von den 9 Leuten. Den anderen war dann doch zu kalt. Wir haben wieder mal alles versucht. Ich hab so lange durch den Schnorchel gesungen, bis ich keine Luft mehr bekommen hab. Aber wieder kamen keine Delphine. Wir mussten wieder an Board und es ging wieder zurück zum Hafen. Der Guide hat uns dann noch erklärt, dass wir von den 139$, die wir bezahlt haben, 50$ refund zurück bekommen, weil wir ja nicht wirklich mit Delphinen geschwommen sind. Fand ich gut, weil die Delphine immerhin bei uns im Wasser waren. Die Black Cruise Tour hat eine 99%-ige Chance mit Delphinen zu schwimmen und wir waren wieder bei den 1%, bei denen es nicht geklappt hat. TYPISCH! Naja, wir hatten ja noch das Whale-Watching vor uns.

Im Boot haben wir noch heiße Schokolade und Kekse bekommen und an Land durften wir heiß duschen. Wir haben uns dann unsere 50$ wieder geholt und noch die Fotos gekauft.

Wir haben dann in Akaroa am Hafen noch einen Tee getrunken und sind dann wieder ins Hostel gefahren und haben uns vor den Ofen in der Küche gesetzt. Den restlichen Tag haben wir nur noch gegammelt und unsere gefrorenen Knochen wieder aufgewärmt.

Am nächsten Morgen sind wir in die Küche und haben gefrühstückt. Da kam ein „älteres“ Ehepaar um die 40 (ich schreib „älter“, weil es in Hostels eher ungewöhnlich ist, diese Altersklasse anzutreffen) in die Küche und wir sind ins Gespräch gekommen. Nachdem wir gefragt wurden, wo wir her sind, hat der Typ gleich angefangen zu erzählen. Er ist aus England und hat in Deutschland 9 Monate in Aschaffenburg bei Linde gearbeitet. Ich war sofort begeistert. Wir haben uns dann ewig lange über Aschaffenburg unterhalten. Er war total begeistert vom Pinguin, vom Volksfest und von der Engelsburg. Er hat 4 Monate im Hotel „Wilder Mann“ gewohnt und dann hat er noch seinen Laptop ausgepackt und mir Bilder von Aschaffenburg gezeigt. Da hab ich das erste Mal richtig Heimweh bekommen. Er hat so von Aschaffenburg geschwärmt, dass sogar Daniela gesagt hat, dass sie mich vielleicht doch mal besuchen kommen muss. Ich hätte mich noch stundenlang mit dem Mann unterhalten können, aber es war schon nach 10 und wir mussten um 10:00 Uhr auschecken. Die Welt ist doch klein!

Da Lena, Laura und Wera einen Tag vorher in Christchurch angekommen sind, haben wir ausgemacht, dass wir uns dort nochmal auf einen Kaffee treffen, weil wir sowieso wieder durch Christchurch durchfahren mussten. Wir wollten uns bei denen im Hostel treffen. Wir haben eine Uhrzeit ausgemacht, aber durch die ganzen Sperrungen waren wir natürlich eine dreiviertel Stunde zu spät. Wir sind in ein kleines Cafe gegenüber von dem Hostel und haben einigen Reise-Gesprächsstoff gehabt. Mittags um zwei sind Daniela und ich dann Richtung Kaikoura gefahren. Dort angekommen, sind wir auf den Pekeka Holiday Park gefahren und haben mal wieder unsere Zelte aufgebaut. Danach sind wir wieder zurück nach Kaikoura gefahren (der Campingplatz war 10 Minuten außerhalb) und haben uns ein bisschen umgeguckt. Da wir immer noch nicht in einem Fischrestaurant waren, haben wir uns dort ein schönes ausgesucht und total leckeren Lachs gegessen. Ich hab die Bedienung ein bisschen strapaziert mit meiner Bestellung, weil ich auf keinen Fall Kartoffelpüree zum Lachs essen wollte und das komplette Gericht durcheinander geschmissen hab. Das war wirklich das beste Essen seit Ewigkeiten und ich hab noch nie so guten Lachs gegessen.

Nach dem Essen sind wir wieder zurück auf den Campingplatz und haben uns dort noch in die Küche gesetzt und mal wieder die Steckdosen beansprucht.

Für den nächsten Tag haben wir einen Gammeltag geplant. Wir haben mal wieder ausgeschlafen und den Tag in der (ab und zu scheinenden) Sonne verbracht. Plötzlich kam ein Typ, der auf dem Campingplatz arbeitet und hat gesagt, dass wir an den Strand kommen sollen. Dort schwimmt ein Orca ganz nah am Ufer. Wir sind gleich losgelaufen und haben uns an den Strand gestellt. Der Typ hat uns erklärt, wo der Orca ist und ständig gesagt, wenn der Wal aufgetaucht ist. Aber Daniela und ich haben beide nichts gesehen. Ich hätte ein Fernglas gebrauchen können. Der Typ konnte es kaum fassen, dass wir nichts sehen. Er meinte, dass nur ganz selten ein Wal so nah an Strandnähe ist. Aber wir haben trotzdem nichts gesehen.

Nachdem wir eine halbe Stunde aufs ruhige Meer gestarrt haben, ohne was zu sehen, sind wir wieder zurück zu den Zelten.

Mittags sind wir nochmal einkaufen gefahren, weil wir mal wieder Salat essen wollten. Dann haben wir es uns wieder in der Küche gemütlich gemacht und gegen Abend den Salat gemacht. Der „Ruhetag“ hat mal richtig gutgetan.

Am nächsten Morgen haben wir unser Zelt abgebaut und sind wieder nach Kaikoura gefahren, weil um 10 Uhr unsere Whale-Watching Tour stattfinden sollte. Da die Neuseeländer nicht so genau sind mit Zeitangaben, war unsere Einführung erst um halb elf. Gegen elf gings dann mit dem Bus zu den Booten. Nachdem alle einen Platz auf dem Boot gefunden haben, sind wir raus aufs Meer gefahren. Während der gesamten Tour hat uns ein Typ alles über Wale und sonstige Unterwasserwelt erzählt. Ich hab zum Beispiel gelernt, dass der Orca eigentlich ein Delphin ist und nur Killerwal genannt wird, weil er Wale killt. Und der Blauwahl ist das größte lebende Säugetier mit seinen mehr als 20 Metern. Er hat uns auch erzählt, dass vor der Küste Kaikouras nur einzelne Männchen zu sehen sind. Die Frauen sind alle irgendwo vor Australien und die Männer kommen alle zum Fressen nach Neuseeland. Deswegen sieht man auch keine Rudel in Kaikoura. War total interessant.

Die Wale sind immer für 40-50 Minuten unten auf dem Meeresgrund zum Fressen und kommen dann für 10 Minuten über Wasser zum Atmen und tauchen dann nach fast genau 10 Minuten wieder für 40-50 Minuten ab. Also muss man Glück haben, dass man den Wal in den 10 Minuten findet.

Nach einer kurzen Fahrt haben wir schon den ersten Wal gesehen. Das Boot hat gestoppt und wir haben eine Weile dem Wal zugeschaut. Man hat nur einen kleinen Hügel gesehen, der ab und zu mal eine Wasserfontäne in die Luft stößt. Ich hätte mir gewünscht, dass er mal aus dem Wasser springt, damit man ihn mal komplett sieht. Nach ein paar Minuten kam die Ansage durchs Mikrofon, damit wir die Kameras bereithalten sollen, weil der Wal gleich wieder abtaucht. Und schon hat sich der Körper gebogen und die riesige Schwanzflosse kam aus dem Wasser und ist kerzengerade wieder abgetaucht. Das wars dann für die nächsten 40-50 Minuten. Es war genial! Ich hab ein Mega-Video von dem Wal gemacht (auch wenn man nur die Schwanzflosse gesehen hat).

Wieder auf unseren Sitzen hat uns der Typ erklärt, dass es ein Sperm-Whale ist. Der Wal (er hat den Namen gesagt, aber ich hab ihn vergessen) kommt schon seit 22 Jahren nach Kaikoura.

Der Sperm-Whale kann bis zu 18 Meter lang werden und hat einen ganz komischen Schädel. In dem Schädel hat er mehrere Tonnen Öl. Soweit ich das verstanden hab, hat das mit dem Abtauchen und den Temperaturen zu tun, die im Meer herrschen. Bei hoher Temperatur schmilzt das wachsartige Öl in eine Flüssigkeit und versorgt den Körper mit Wärme, wenn der Wal mehrere Kilometer unter Wasser taucht. Wir haben auch ganz viele Fotos gezeigt bekommen, aber der Sperm-Whale ist ein hässliches Vieh. Ich hätte so gerne meinen Lieblings-Wal (oder Delphin), den Orca, gesehen und hätte die Tour lieber doch einen Tag vorher gemacht, als der Orca vor Kaikoura war, aber wir hatten die Tour ja schon gebucht. Kann man ja nicht wissen.

Nachdem wir wieder alle gesessen haben, gings weiter und nach kurzer Zeit haben wir schon den nächsten Sperm-Whale gesehen (ein Besucher, den die Whale-Watcher nicht identifizieren konnten). Aber kaum hat das Boot angehalten und wir sind wieder aufgestanden, waren die 10 Minuten wohl wieder um und der Wal ist wieder abgetaucht.

Und weiter gings...

Den dritten Sperm-Whale (auch wieder mit Namen, den ich vergessen hab) haben wir nach ein paar weiteren Minuten gesehen. Dieser war wohl auch bekannt und kommt seit ein paar Jahren nach Kaikoura. Wir haben wieder jede Menge Fotos gemacht und waren diesmal sogar noch näher an dem Wal als bei dem Ersten. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie groß der Wal ist, wenn man immer nur einen kleinen Buckel aus dem Wasser raus ragen sieht. Muss schon gigantisch sein, wenn er allein in seinem Schädel mehrere Tonnen Öl hat. Auch dieser Wal war zu faul, um mal aus dem Wasser zu springen. Und so haben wir ihn wieder abtauchen sehen. Nachdem wir 3 Wale gesehen haben, gings wieder auf den Rückweg. Es waren zwar alles nur Sperm-Wale, aber ich glaube man sieht zu wenig um einen Unterschied zu erkennen.

Wieder an Land hab ich noch eine Postkarte mit einem Sperm-Whale fotografiert, damit ich überhaupt weiß, was ich da gesehen hab. War schon ein tolles Erlebnis!

Nach der Tour sind wir direkt weiter nach Blenheim gefahren, da es nicht sehr weit war. Blenheim ist eine Weinstadt. Dort sieht man außerhalb der Stadt nur Weinsträucher (in Blenheim gibt es keine Weinberge – da ist alles flach) und es gibt jede Menge Weingüter, wo man auch Weine testen kann. Wir sind ins Grapevine Backpackers gefahren und haben dort für 2 Nächte bezahlt. Das Hostel ist das Einzige, in dem man auch zelten kann.

Wir haben unsere Zelte aufgebaut und uns nachmittags noch die Stadt angeschaut. Blenheim ist nicht die schönste Stadt, die wir gesehen haben, aber wirklich hässlich ist es auch nicht. Wir sind ein bisschen durch die Geschäfte geschlendert und haben uns ewig in einem Second-Hand-Bookshop aufgehalten bis wir rausgeworfen wurden.

Abends haben wir uns dann noch raus gesetzt bis ich schon wieder total verstochen war und es zu kalt wurde. Ich hab mir dann noch eine Wärmflasche gemacht und bin ins Zelt. Am nächsten Morgen konnten wir mal wieder ausschlafen und hatten einen ruhigen Tag vor uns. Mittags sind wir nochmal in die Stadt gefahren und ein bisschen am Fluss entlanggelaufen. Danach sind wir nochmal in den Second-Hand-Bookshop. Wir waren ja noch nicht fertig mit gucken. Ich hab mir dann ein Buch für 7,50$ gekauft. Ich hab ja schon erwähnt, dass Neuseeland sehr teuer ist. Aber es gibt NICHTS im Vergleich zu Deutschland, was so teuer ist wie Bücher. Und für so eine Leseratte wie mich, ist das schrecklich. Ich bekomm zwar die meisten Bücher in den Hostels, aber die haben oft nur Schrott.

Gegen Nachmittag haben wir uns ein Weingut ausgesucht und sind dort hingefahren (eine Weintour war uns zu teuer), weil ich unbedingt einen lieblichen Rotwein haben wollte. In dem Weingut angekommen, hab ich dann nach einem solchen gefragt und wurde direkt mal ausgelacht. In ganz Neuseeland würde ich keinen lieblichen Rotwein bekommen. Wo es denn so was gäbe? Tja, in Deutschland bei Penny für 1,29€. War wohl nix! Wir sind dann auch direkt wieder gegangen.

Zurück im Hostel haben wir uns in die Sonne gesetzt, die das erste Mal seit Wochen mal länger als 2 Stunden am Stück zu sehen war. Abends haben wir uns mit einem älteren Mann unterhalten, der in dem Hostel wohnt, während er in Blenheim arbeitet. Er ist aus Neuseeland und hat uns noch ein paar Tipps gegeben. Da wir am nächsten Tag weiter nach Picton wollten, sollten wir nicht den Highway 1 nehmen (25km bis nach Picton) sondern die längere, aber schönere Strecke (Gravel-Road) an der Küste.

Wir sind dann am nächsten Morgen bei Regen losgefahren und sind die „schönere“ Strecke an der Küste entlanggefahren, die aber bei dem Sauwetter nicht wirklich schöner war.

Gegen Mittag sind wir dann in Picton angekommen. Da wir die Fähre für den 17. Februar gebucht haben (somit waren wir genau einen Monat auf der Südinsel), hatten wir noch 2 Tage in Picton. Da wieder mal Regen gemeldet war, haben wir 2 Nächte im Atlantis Backpackers gebucht (war dann wieder nichts mit campen).

Da wir in Picton schon alles gesehen haben (ist ja nicht wirklich groß, haben wir uns zwei faule Tage gemacht. Der Wetterbericht hat wie immer nicht gestimmt und wir hatten zwei Tage Sonnenschein. Ab und zu sind wir mal spazieren gegangen, aber die meiste Zeit haben wir im Hostel mit lesen verbracht. Am 17. Februar um 14:00 Uhr ging dann endlich unsere Fähre zurück in die „Heimat“. Auch wenn die Südinsel landschaftlich total schön ist, hab ich mich auf der Nordinsel doch wohler gefühlt. War irgendwie, wie wenn ich auf der Südinsel nur zu Besuch bin. Was mit Sicherheit daran liegt, dass ich die meiste Zeit auf der Nordinsel verbracht hab.

Daniela hat morgens in Picton schon in der Rowena Lodge angerufen und gefragt, ob noch Zeltplätze frei wären. Der Hostelbesitzer meinte, dass noch genügend Plätze frei wären und wir uns keine Sorgen machen brauchen.

Gegen 17:30 Uhr sind wir dann im Hafen von Wellington angekommen und waren gegen 18:00 Uhr dann in der Rowena Lodge. Da sagte uns der Typ vom Hostel, dass es jetzt keine Zeltplätze mehr gibt. Daniela hat dann einen Aufstand gemacht, aber leider zwecklos. Da man keine Zeltplätze reservieren kann, hatten wir einfach Pech. Wir haben uns dann ins Auto gesetzt und in ALLEN Hostels in ganz Wellington angerufen. Mittlerweile war uns dann auch egal, ob ein Zimmer 30$ die Nacht kostet. Da Wochenende war und genau an dem Wochenende ein Musikfestival in Wellington stattfand, war es unmöglich eine Unterkunft zu finden. Es waren nirgendwo zwei Betten frei.

Also sind wir ein Stück aus Wellington rausgefahren und haben in Upper Hutt eine Nacht auf dem Harcourt Kiwi Campground bezahlt. Da wir erst gegen halb neun abends dort angekommen sind, haben wir unser Zelt in der Dämmerung aufgebaut und sind auch bald ins Bett.

Am nächsten Morgen haben wir die Zelte wieder abgebaut und wollten uns vorher schon um eine andere Unterkunft (näher an Wellington) kümmern. Wir haben überall rumtelefoniert, aber es gab nach wie vor keine Zimmer mehr. Nach langem Überlegen sind wir dann nach Lower Hutt gefahren (was ein Stück näher an Wellington liegt) und haben dort für eine Nacht auf dem Top 10 Holiday Park bezahlt. Dann hieß es wieder Zelte aufbauen... Danach sind wir wieder nach Wellington reingefahren und haben unser Auto auf einem Parkplatz abgestellt und sind ins Te Papa Museum gelaufen. Das Museum hat keinen Eintritt gekostet, war aber dafür auch total langweilig. Dort waren zwar dieselben Sachen, wie ich sie schon in Auckland im Domain Museum gesehen hab, aber dieses Mal fand ich es total langweilig. In Auckland war alles noch so neu und ich fand das Museum richtig gut, aber Zeiten ändern sich.

Das einzig Interessante im Te Papa war ein ca. 20m langes Skelett, dass an der Decke hing. Ich dachte erst, dass es von einem Dinosaurier ist, weil es einfach sooooo riesig war. Aber dann hab ich ein Schild entdeckt auf dem stand, dass das Skelett von einem Blauwal stammt, der in den 90ern aus dem Wasser gefischt wurde (Blauwale sind die größten Säugetiere der heutigen Zeit). Ich wusste ja, dass Wale so groß sind, aber nicht sooo groß. War total klasse! Aber der Rest war langweilig. Nach ungefähr 2 Stunden sind wir auch schon wieder aus dem Museum raus.

Da endlich mal schönes Wetter war, sind wir noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen. Aus dem bisschen wurden dann mehrere Stunden. Wir waren in der berühmten Cuba Street und haben ein paar Geschäfte abgeklappert. Nach stundenlangem Laufen haben mir trotz Wanderschuhen die Füße wehgetan. Aber wir hatten ja noch den Botanischen Garten vor uns. Nachdem wir dorthin gefahren sind und ein Stück gelaufen sind, waren wir dann im „Botanischen Garten“. Von Garten kann aber nicht die Rede sein. Es sah eher so aus wie ein Park. Keine Blumen und gar nix. Wir sind ein Stück gelaufen und waren dann total enttäuscht. Da der „Garten“ total groß ist und mehrere Eingänge hat, waren wir wohl am falschen Eingang. Aber da wir schon den ganzen Tag auf den Beinen waren, hatten wir dann keine Lust mehr auf den Botanischen Garten. Wir sind wieder umgekehrt und zurück ans Auto gelaufen und wieder nach Lower Hutt auf den Campingplatz gefahren.

Am nächsten Morgen hieß es wieder mal Zelte abbauen. Wir sind wieder nach Wellington gefahren und haben (da Montag war) endlich in einem Hostel ein Zimmer bekommen. Da es noch zu früh war, um im Hostel einzuchecken, sind wir zuerst in den Zoo von Wellington gefahren. Der war total schön und wir haben mehrere Stunden dort verbracht. Viel brauch ich dazu nicht schreiben. Zoo ist Zoo.

Wir waren für eine Nacht in der „Lodge in the City“. Das Hostel war total versifft. Alles war widerlich und dreckig. Aber da wir an dem Abend mal das Nachtleben von Wellington testen wollten, waren wir froh, dass wir mal in einer Unterkunft mitten in der Stadt waren. Nachdem wir vom Zoo gekommen sind, konnten wir in unser Zimmer. Daniela hat dann ihren Mittagsschlaf gemacht und ich hab ein bisschen gelesen. Abends haben wir uns dann das erste Mal seit (ich glaube) Silvester „aufgehübscht“ und sind dann in die Stadt gelaufen.

Als wir das letzte Mal in Wellington waren, wollten wir ja in diese Cocktail-Bar, die uns Lena empfohlen hat. Da die Bar an dem Tag geschlossen war, wollten wir das endlich nachholen.

Also sind wir zur Cocktail-Bar gelaufen und...... war schon wieder zu! Wir hatten aber auch Pech!!! Also sind wir noch ein bisschen gelaufen und haben dann ein Irish Pub mit Livemusik gefunden. Wir haben uns ein Bier geholt und uns draußen hingesetzt (damit ich rauchen kann – nach 5 weiteren Quit-Versuchen, hab ich mir kurz bevor wir losgezogen sind, nochmal ein Päckchen Zigaretten gekauft).

Irgendwann hat dann ein Mann gefragt, ob er sich zu uns setzen kann. Wir haben ja gesagt und uns weiter unterhalten. Der Mann hat dann ein Heft und einen Stift rausgeholt und irgendwas ins Heft gekritzelt und ständig geheult. Wir haben uns schon Gedanken gemacht! Da wir dachten, dass der Mann kein deutsch spricht, haben wir uns leise über ihn unterhalten und uns Geschichten ausgedacht, warum er heult. Das Ganze wurde immer schlimmer und irgendwann hab ich ihn gefragt, ob alles ok ist. Das war ein Fehler! Der Mann ist total ausgeflippt und hat auf mich eingeschimpft und dann eine imaginäre Linie auf den Tisch gemalt und gesagt: „Das ist eure Seite des Tisches und das ist meine!“ Der war soooo wütend, dass mir schon der Angstschweiß ausgebrochen ist. Ich hab ja nur gefragt, ob alles ok ist. Der Mann sah wirklich total verzweifelt aus. Irgendwann ist er dann nach drinnen verschwunden und war ewig lang verschollen. Dani und ich haben schon wieder spekuliert, dass es wahrscheinlich im Klo Selbstmord begangen hat. Ich weiß, dass klingt fies, aber er war ja auch nicht gerade freundlich. Irgendwann kam er dann wieder raus (total verheult) und sagte zu mir in gebrochenem deutsch: „Entschuldigung, ich hab einfach einen schlechten Tag“. Ich bin fast im Erdboden versunken. Der hat bestimmt unser komplettes Gespräch über ihn mitgehört. Soooo peinlich!

Nachdem wir unser Bier leer hatten, wollten wir trotzdem noch einen Cocktail trinken. Wir sind dann durch ein paar Kneipen und haben überall gefragt, ob sie Cocktails haben. War leider nix. Fast am Ende der Straße wollten wir einen letzten Versuch starten und sind in eine letzte Bar und haben nach Cocktails gefragt. Die Frau meinte, dass sie selbst keine Cocktails machen, aber wir sollten über den nächsten Parkplatz laufen und da gäbe es eine Cocktail-Bar. Wir sind also dort hingelaufen und haben die kleine Bar beinahe übersehen. Wir sind dann reingegangen und haben einen Cocktail bestellt (der Beste, den ich je getrunken hab).

Irgendwann nachts sind wir dann wieder zurück ins Hostel gelaufen.

Am nächsten Morgen (nachdem wir festgestellt haben, dass Danis Milch aus dem Kühlschrank geklaut wurde) haben wir wieder unser Zeug im Auto verstaut und sind bei schönstem Wetter an der Westküste nach Wanganui gefahren. Ich war zwar schon ein paar Tage dort, aber Daniela hatte die gesamte Westküste noch nicht gesehen. In Wanganui sind wir wieder auf den Castlecliff Kiwi Campground gefahren (dort war ich „damals“ schon mit Alisa). Wir haben unsere Zelte wieder aufgebaut und haben uns „nochmal“ die Stadt angeschaut. Da es so heiß war, sind wir wieder zurück auf den Campingplatz und haben unsere Badesachen angezogen und konnten das erste Mal seit Ewigkeiten mal wieder schwimmen gehen. Der Campingplatz liegt zwar direkt am Meer, aber wir haben den Pool auf dem Campingplatz bevorzugt. Es war so genial, mal wieder zu schwimmen und im Wasser zu plantschen. Ich hab mich gefühlt wie ein kleines Kind.

Abends hab ich dann bei Phoebe angerufen und gefragt, ob Daniela und ich zum woofen kommen können. Ich weiß nicht, ob ihr euch noch dran erinnert, aber als wir im September das erste Mal in Taupo waren, haben Daniela und ich diese Sunday Brunch Cruise Tour gebucht und dort Phoebe kennengelernt, die uns angeboten hat, dass wir jederzeit zum woofen vorbeikommen können. Sie hatte mir damals ihre Handynummer und eine Wegbeschreibung gegeben. Als ich in Wanganui bei ihr angerufen hab, konnte sie sich auch gleich an mich erinnern und sie war total begeistert, dass wir zu ihr kommen wollen. Wir haben einen Termin für den 25. Februar ausgemacht und wir sollten uns melden, wenn wir in Taupo sind.

Am nächsten Morgen bin ich aufgewacht und mein Zelt stand irgendwie total komisch da. Ich bin rausgekrabbelt und wollte mein Zelt abbauen, aber die Zeltstangen waren an mehreren Stellen gebrochen. Keine Ahnung warum - es war nicht mal windig. Da das Zelt schon total kaputt war und wir sowieso nicht mehr so oft campen wollten (wenn doch, könnten wir ja auch beide in Danis Zelt schlafen), hab ich mein Zelt abgebaut und auf dem Campingplatz in den Müll geworfen. Da ich gerade dabei war, hab ich noch ein paar Sachen aussortiert und gleich mit weggeworfen. Das Auto wurde immer leerer.

Nachdem wir wieder alles verstaut hatten, sind wir losgefahren. Wir sind noch ein Stück Richtung New Plymouth gefahren und dann nach rechts auf den „Forgotten World Highway“ abgebogen. Angeblich sollte der Highway eine total schöne Strecke sein, aber wir fanden ihn beide nicht sooooo toll. Wir haben schon schönere Landschaften hier in Neuseeland gesehen. Aber der Höhepunkt der Strecke war der Ort Whangamomona. Dieses kleine Kaff ist ein eigener Staat und gehört nicht zu Neuseeland. Irgendwann sind wir dann dort angekommen und haben in einem Hotel einen Kaffee getrunken. In dem Cafe konnte man sich für 1$ einen Stempel in den Reisepass machen lassen, dass man dort war. Haben wir natürlich gleich gemacht. War schon ein Erlebnis, Neuseeland mal für einen Kaffee zu verlassen.

Danach gings dann weiter nach Turangi (wieder mal). Wir wollten nochmal versuchen, das Tongariro Crossing zu machen. Dort angekommen, sind wir wieder in die A-Plus-Lodge gefahren und haben eine Nacht bezahlt. Da es wieder nur geregnet hat, war das Tongariro Crossing natürlich wieder mal gesperrt. Das war jetzt unser dritter Versuch, das Crossing zu machen. Alle drei Versuche sind wegen dem Wetter fehlgeschlagen. Jetzt hatten wir keine Lust mehr, es überhaupt nochmal zu versuchen.

Der Besitzer der A-Plus-Lodge hat Dani auch gleich wiedererkannt. Mich leider nicht. Ich hab wahrscheinlich so ein Allerwelts-Gesicht, dass man sich nicht merken kann. Naja gut. Wir durften wieder ins gleiche Zimmer, wie beim letzten Mal und Ian (der Besitzer) hat uns auch gleich den Whirlpool angeschaltet, damit wir uns entspannen können (von dem anstrengenden Tongariro Crossing). Nachdem wir unser Zeug wieder aus dem Auto geladen haben, sind wir in den Whirlpool und haben es uns gutgehen lassen. Zweimal baden innerhalb von 2 Tagen!

Am nächsten Morgen gings dann weiter nach Taupo. Dieses Mal sind wir auf der anderen Seite des Lake Taupo entlanggefahren. Es hat wieder in Strömen geregnet und sollte auch die nächsten Tage so bleiben.

In Taupo hatten wir noch 3 Tage Zeit bis wir bei Phoebe sein sollten, also sind wir wieder in die Rainbow Lodge und haben für 3 Nächte bezahlt. Dort wurden wir auch wiedererkannt. Da es nur geregnet hat, konnten wir wieder mal nicht viel machen. Da wir länger in Taupo sein würden, hab ich beschlossen, dass ich dort versuchen werde, mein Auto zu verkaufen.

Wir haben Zettel ans Noticeboard in der Rainbow Lodge gehängt mit unseren Campingsachen und fürs Auto. Ich hatte auch gleich einen Anruf von einem Pärchen, die an unserer Campingausrüstung interessiert waren. Wir haben ihnen das ganze Zeug gezeigt (Zelt, Matratze, Decken, Kissen, Campingstühle, Pfannen, Töpfe, Besteck, Tupperschüsseln...) und sie wollten es sich überlegen. Wir wollten für alles 80$ haben, was ich für einen seeeeehr guten Preis halte. Meine Matratze hab ich in Taupo auch weggeworfen, weil sie jede Nacht Luft verloren hat. Ich lag jeden Morgen auf dem steinharten Boden.

Am nächsten Morgen haben wir uns wieder mit dem Pärchen getroffen, aber die beiden wollten nur die beiden Stühle für 10$ haben. Wenigstens etwas.

Da mein WOF Anfang März fällig war, ich aber das Auto ja schon verkaufen wollte, wollte ich den WOF gleich machen lassen. Wir sind in die nächste Werkstatt gefahren und mein Auto wurde auch direkt geprüft. Ich hab den WOF auch bekommen ohne irgendwas machen zu lassen. Ich hab also nur 40$ für den WOF bezahlt. Lena musste damals noch einiges machen lassen und hat knapp 600$ bezahlt. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, weil mein Auto in der letzten Zeit komische Geräusche gemacht hat, die vorher nicht da waren.

Der Typ in der Werkstatt hat mir aber geraten, dass ich mein Rücklicht entweder neu machen lassen oder kleben lassen soll. Mir ist in Invercargill beim rückwärts fahren, eine Palme direkt vors Auto gesprungen. Daniela und ich haben die ganzen Teile aber mit Klebeband wieder zusammen gepuzzelt. Da ein neues Rücklicht aber 250$ gekostet hätte, hab ich mich dann doch fürs Kleben entschieden. Er hat uns auch eine Adresse genannt, wo ich es kleben lassen könnte und meinte, dass es ungefähr 20$ kosten würde. Am nächsten Tag sind wir dorthin gefahren und ich hab dann fürs Kleben doch 60$ statt 20$ bezahlt, aber immer noch besser als 250$.

Einen Abend waren wir im Kino. Da Dani allerdings nur auf Männerfilme steht, waren wir getrennt im Kino. Ich war im Film „Jack and Jill“ mit Adam Sandler. War total lustig! Kann ich nur empfehlen.

Ansonsten haben wir in den drei Tagen nichts gemacht außer gammeln. Was ja auch mal ganz schön ist.

Samstags gings dann endlich zu Phoebe und Geoff zum woofen und Geld sparen. Aber das wird dann ein neuer Bericht.


Bis bald!


Eure Anni


P.S. Ihr fehlt mir alle! So langsam wird’s Zeit wieder nach Germany zu kommen.

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